Sind Alternativen aus Stoff ökologisch sinnvoll?

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Heute gibt es hier eine Premiere! Es gibt den ersten Gastbeitrag aus fremder Feder von einer anderen Bloggerin! Sarah bloggt auf Minimalwaste zu den Themen zero waste, Minimalismus und Fair Fashion.

Nachdem sie von verschiedenen Seiten zu hören bekam, dass sich die Investition in Alternativen aus Stoff, nicht lohnt, hat sie sich hingesetzt und ihre Rechenkünste eingesetzt und überprüft ob das tatsächlich mehr Wasser und Energie verbraucht als die Varianten zum Wegwerfen.
Der Beitrag ist ursprünglich auf ihrem Blog erschienen und weil wir so begeistert von den Inhalten sind, haben wir bei Sarah angefragt, ob sie hier als Gastautorin einen kleinen Auftritt mit einem großen Text haben mag. Wir freuen uns über ihr Ja!


Zwei wichtige Begrifflichkeiten für den folgenden Text sind virtuelles Wasser und graue Energie.

Virtuelles Wasser: „Mit virtuelles  bzw. latentes Wasser wird die Wassermenge bezeichnet, die nach einer umfassenden Bilanz als insgesamt tatsächlich für die Herstellung eines Produkts anfiel.“[5]

Graue Energie: „Als graue Energie wird die Energiemenge bezeichnet, die für Herstellung, Transport, Lagerung, Verkauf und Entsorgung eines Produktes benötigt wird. Dabei werden auch alle Vorprodukte bis zur Rohstoffgewinnung berücksichtigt und der Energieeinsatz aller angewandten Produktionsprozesse addiert.“[4]

Damit wären schon mal die Begrifflichkeiten geklärt. Bei der Herstellung von beispielsweise Stofftaschentüchern wird also viel Wasser und Energie verwendet. Zuerst muss nun mal der Rohstoff her, welcher allein schon Wasser und Energie für Anbau und Verarbeitung frisst. Dann kommt später die Fertigung des Produktes und letztlich noch die Verpackung hinzu. All das frisst für jedes neue Produkt immer wieder Wasser, Energie und andere Ressource wie Erdöl (für die Plastikverpackung). Es scheint also, dass Produkte, die nur einmal produziert werden müssen eine schlaue Lösung sind.

Ich musste für diesen Artikel wirklich sehr lange recherchieren und konnte leider trotzdem nichts zu den Ökobilanzen der fertigen Produkte finden. Aber ich denke man kann allein durch Berechnung der Ökobilanz für die verwendeten Rohstoffe und das Waschen eine gute Verhältnismäßigkeit darstellen. 


Das Papiertaschentuch unter der Lupe

Verbrauch eines herkömmlichen Taschentuchs in der Herstellung:

  • Für die Herstellung von 1 kg Papier werden 750 l Wasser benötigt [5].
  • Ebenso werden für 1 kg Papier 2,5 kWh an Energie benötigt [7].
  • Ein Tempo-Taschentuch wiegt 2,6 g [8] (das nehmen wir als ungefähren Wert, kann natürlich je Hersteller etwas abweichen).

Ein einzelnes Taschentuch verbraucht also nur 0,26 % des Wassers und des Stroms:
1000 g = 100 % ~> 1 g = 0,1 % ~> 2,6 g = 0,26 %

Womit ich einen Wasserverbrauch von 1,95 l und einen Stromverbrauch von 0,0065 kWh pro Papiertaschentuch erhalte:
750 l * 0,0026 = 1,95 l
und

2,5 kWh *0,0026 = 0,0065 kWh.

​Verbrauch
Herstellung
​Verbrauch pro Jahr (bei einem Taschentuch pro Tag – 365 Tage)
Wasser ​1,95 l ​711,75 l
Strom ​0,0065 kWh ​2,3725 kWh

Alternativen aus Stoff: Das Stofftaschentuch unter der Lupe

Was ich über Stofftaschentücher heraus gefunden habe, ist leider nicht so viel wie es mir lieb gewesen wäre. Zu der Herstellung von Baumwolle an sich habe ich aber einiges gefunden, womit ich rechnen konnte.

  • Eines von unseren Stofftaschentüchern wiegt 11 g -> 0,011 kg
  • „Bei der Aufarbeitung der Baumwolle gehen nur rund zehn Prozent des Rohgewichtes verloren.“ [1]
  • Außerdem habe ich herausgefunden, dass pro 1 kg Baumwolle im Durchschnitt 11.000 l Wasser verbraucht werden [2]. Puh, ganz schön viel 8O.
  • Für 1 kg Leinen oder Hanf hingegen werden durchschnittlich nur 2.500 l Wasser verbraucht [4] (was finde ich immer noch ziemlich viel ist).
  • Ebenso wird zur Herstellung von 1 kg Baumwolle 42,9 MJ ( = 11,92 kWh) Energie benötigt (1 kWh = 3,6 MJ) [6].

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Verbrauch eines Stofftaschentuchs aus Baumwolle in der Herstellung:

Für ein 11 g Stofftaschentuch werden also ca. 12,2 g (0,012 kg) Baumwolle gebraucht:
11 g = 90 % ~> 1,2 g = 10 % ~> 12,2 g = 100 %

Für diese 12,2 g werden wiederum 134,2 l Wasser verbraucht (wobei natürlich auch noch Wasser für die Fertigung und Verpackung des Taschentuchs an sich anfällt):
1000 g = 11.000 l ~> 1 g = 11 l ~> 12,2 g = 134,2 l

Und ebenso 0,145 kWh Strom (ebenso leider ohne Fertigung und Verpackung, da ich dazu keine Informationen finden konnte):

1000 g = 11,92 kWh ~> 1 g = 0,01192 kWh ~> 12,2 g = 0,145 kWh 

Verbrauch bei jedem Waschgang:

  • Für weiße Wäsche wie Handtücher, Stoffservietten, Stofftaschentücher und Putzlappen verwenden wir das Waschprogramm Koch-/Buntwäsche bei 60° mit einem Wasserverbrauch von 72 l (0,072 m³) und einem Stromverbrauch von 1,5 kWh.
  • Wir haben außerdem ca. 26 Waschgänge im Jahr, da wir unsere weiße Wäsche alle zwei Wochen waschen.
  • Ich rechnen für eine Vollast von 7 kg, da alle Angaben aus der Bedienungsanleitung unserer Waschmaschine für Vollast ausgelegt sind.

Für eine Beladung der Waschmaschine mit 7 kg erhalte ich, dass eine Stoffserviette weit unter 1 % der gesamten Wäschelast einnimmt, nämlich nur 0,16 %:
7 kg = 100 % ~> 0,001 kg = 0,014 % ~> 0,011 kg = 0,16 %.

Das heißt ein einzelnes Stofftaschentuch braucht bei einem Waschgang auch nur 0,16 % des Wassers (0,115 l) und Stroms (0,0024 kwh):
72 l * 0,0016 = 0,115 l
und
1,5 kWh * 0,0016 = 0,0024 kWh

​Verbrauch
Herstellung
​Verbrauch pro Waschgang ​Verbrauch pro Jahr (26 Waschgänge)
Wasser   ​134,2 l ​0,115 l ​2,99 l
Strom ​0,145 kWh ​0,0024 kWh ​0,0624 kWh

Was ist also besser für die Ökobilanz?

In der Herstellung verbraucht das aus Baumwolle gefertigte Stofftaschentuch also natürlich viel mehr Ressourcen als das Papiertaschentuch: 

​Verbrauch Herstellung Papiertaschentuch ​Verbrauch Herstellung Stofftaschentuch
Wasser ​1,95 l  ​134,2 l
Strom ​0,0065 kWh ​0,145 kWh

Aber darum geht es ja in erster Linie nicht. Ein Stofftaschentuch kann ja wesentlich länger verwendet werden, durchaus einige Jahre. Was erhalten wir also, wenn wir das alles mal auf 5 und 10 Jahre hochrechnen? Dazu muss noch klar sein, dass wenn ich nur alle 2 Wochen wasche, 14 Stofftaschentücher benötigt werden, wenn ich jeden Tag eines benutze. Ich nehme also den Verbrauch bei der Herstellung mal 14 und ebenso den Verbrauch pro Waschgang pro Taschentuch mal 14, da ja auch jedes mal diese 14 Stofftaschentücher gewaschen werden müssen und nicht nur eines. Für die Papiertaschentücher ändert sich nichts. Außerdem habe ich diesmal mehr gerundet (wenn möglich), damit es anschaulicher ist und du besser vergleichen kannst :). 

​Verbrauch Herstellung für 14 Stofftaschentücher ​Verbrauch pro Waschgang für 14 Stofftaschentücher ​Verbrauch pro Jahr: 26 Waschgänge ​Verbrauch 5 Jahre: 130 Waschgänge ​Verbrauch 10 Jahre: 260 Waschgänge
Wasser ​1893 l ​1,6 l ​1935 l ​2101 l ​2309 l
Strom ​2 kWh ​0,0336 kWh ​2,9 kWh ​6,4 kWh ​10,7 kW
​Verbrauch
Herstellung 1 Papiertaschentuch
​Verbrauch pro Jahr:
365 Tage
​Verbrauch 5 Jahre:
1825 Tage
​Verbrauch 10 Jahre:
3650 Tage
Wasser ​1,95 l ​711,75 l ​3558 l ​7117 l
Strom ​0,0065 kWh ​2,3725 kWh ​11,9 kWh ​23,7 kWh

Also überholen die Papiertaschentücher recht schnell, was den Verbrauch an Wasser und vor allem Strom angeht. Ich habe sogar überschlagen, dass die Stofftaschentücher ab ca. 2,5 Jahren schon ökologischer sind. Natürlich gilt: Je länger du sie verwendest, desto besser wird die Ökobilanz! Außerdem sind in dieser Rechnung keinerlei Verpackungen mit einberechnet, was das ganze Bild noch einmal erheblich verschärfen würde. Plastik verbraucht nämlich enorm viel Wasser und Energie in der Herstellung. Du muss dir nur kurz überlegen, wie viel Umverpackung mit üblichen Papiertaschentüchern kommt im Vergleich zu den vielleicht einmal in Folie eingepackten Stofftaschentüchern (sei cleverer als ich und kauf sie nicht auf Amazon, sondern in einem Shop, der ohne Plastikverpackungen arbeitet ;)). Das ganze wird nochmal besser, wenn die Stofftaschentücher nicht aus Baumwolle, sondern aus Leinen, Hanf oder einem Gemisch mit Baumwolle hergestellt sind. Gibt es sowas? 
Ich hoffe, das Ganze war nicht zu trocken und theoretisch und selbst wenn, hast du nun ein gutes Argument in der Hand gegen Menschen, die diese Behauptungen aufstellen. Falls du mal irgendwo über Daten bezüglich virtuelles Wasser oder grauer Energie stolpern solltest, würde ich mich über Infos freuen. 


‚Kulmine on Tour‘ zu Gast bei Stückgut

Seit Anfang diesen Jahres hat nun auch Hamburg endlich einen Unverpackt Laden. Von Anfang an wollten wir aber nicht nur ein Laden sein, sondern auch eine Plattform zum Austausch über alle Themen im Bereich Müllvermeidung schaffen. Daher bieten wir einmal im Monat einen Vortrag oder Workshop an.

Bisher ging es ganz allgemein um Zero Waste und Müllvermeidung im Alltag. Nach und nach werden die Themen spezieller und als Petra uns angeboten hatte, vorbei zu kommen und uns über Damenhygiene und die Kulmine Produkte zu informieren, habe ich sofort ja gesagt und war ganz optimistisch davon ausgegangen, dass sich unsere begrenzte Anzahl an Plätzen wie üblich in Kürze füllen würde. Dem war aber nicht so – erst 2, dann 3 – später 5 Anmeldungen. Ich war schon kurz davor das Event wieder abzusagen, aber Petra war ganz entspannt und sagte uns zu, trotzdem zu kommen. Ich wusste gar nicht so recht was uns erwartet; wie schafft man es einen Info Abend zu bestimmten Produkten zu machen, ohne dass es zu sehr den Anschein einer Verkaufsveranstaltung hat? Im Nachhinein muss ich sagen, dass meine Sorgen völlig unbegründet waren und die kleine Gruppe von 7 Frauen für dieses sensible Thema perfekt gewesen ist. Petra hat mit ihrer offenen und herzlichen Art jede Frau dort abgeholt, wo es richtig war – von der Teenagerin bis zur Hebamme; und für mich als Ladnerin war es sehr informativ und der stressfreieste Veranstaltungsabend, den es je gab!
Ich kann also nur jedem Unverpackt Laden empfehlen, Petra zu Euch einzuladen!

Selbstverständlich haben wir an dem Abend eine Menge über die verschiedenen Produkte gelernt; was mich aber am meisten begeistert hat, war das Thema Damenhygiene und Menstruation von einer ganz anderen Seite zu beleuchten und zu verstehen, dass es eben kein Tabu Thema sein sollte, weder in der Gesellschaft noch für eine Frau selbst. ‚Sag JA zur Periode, sag JA zu Deinem Körper!‘


Handbidet How To

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Do It Yourself: Ein Hand-Bidet selbst bauen.
Wer nicht extra Geld für eine Po-Dusche ausgeben möchte (besonders, wenn man erstmal austesten will, ob man mit dieser Form der Schnellwäsche zurecht kommt), dann ist eine übliche, kleine PET-Flasche schnell umfunktioniert.


​Du brauchst:
eine kleine, gebrauchte PET-Flasche, die weich genug zum Zusammendrücken ist
mit Deckel
ein scharfes Messer, zum Beispiel ein Teppichmesser oder schweres Küchenmesser (das sicher in der Hand liegt)
eventuell eine kleine Feile (Nagelfeile)

Anleitung

Von der Plastikflasche dreht man den Deckel ab und entfernt von ihm die abstehenden Haltestreifen und die innenliegende, weiche Scheibe. 

Danach schneidet man mit einem scharfen Messer schräg von der Deckeloberseite zum Rand hin, so dass eine schnitzenförmige Öffnung entsteht.

Am besten man tastet sich langsam vor und schraubt den Deckel immer wieder auf und füllt etwas Wasser ein, um die entstehende Öffnung zu testen. Sie sollte nicht zu groß werden, damit auch mit wenig Druck ein gezielter Strahl entsteht.

Eventuell kann man mit einer kleinen Feile noch abstehende Kanten abschleifen.

Outdoor-Tip

Sogar beim Wandern ist das DIY-Hand-Bidet praktisch. Das Wasser zum Waschen (für den ganzen Körper) ist damit rationiert, so wie das Trinkwasser auch und bietet zudem noch eine kleine Notreserve.
Die Flasche lässt sich mit einem zweiten, unbearbeiteten Deckel verschließen und verstauen. 

Zum Waschen braucht man dann nur den „Spritzaufsatz“ aufschrauben. Das wiegt zwar mehr als Klopapier, aber ist gerade in freier Natur besonders schonend zur Umwelt.
 

das Hand-Bidet ist

  • in ca 5 Minuten fertig
  • mit 15ct bezahlt

– & –

  • mit Plastik
  • upcycling
  • diy – do it yourself

Bidettücher statt Toilettenpapier

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Besonders hautschonend und nachhaltig!​ Für alle, die zum Abtrocknen des Intimbereichs auf wiederverwendbare Alternativen zu Toilettenpapier umsteigen wollen, haben wir folgende Tips:​

Nur zum Trockentupfen

Wir empfehlen die Bidettücher für das Abtupfen von Urin oder Wasser, wie nach der schon beschriebenen Wasserreinigung. Vorsichtiges Trockentupfen ist sanft zur Haut, insbesondere bei Neurodermitis, Infektionen und ähnlichem. Upcycling- und Kulmine-Stoffe sind außerdem frei von chemischen Zusätzen, die die Haut zusätzlich irritieren können.

Selbstgemacht – DIY

Ausrangierte Handtücher und Shirts bieten sich an, in handliche Stücke geschnitten und weiterverwendet zu werden. Sie enthalten in der Regel keine Reizstoffe aus der Produktion mehr, da sie schon oft gewaschen wurden.
Wer mag, umsäumt diese Rechtecke zusätzlich mit einem Zickzackstich, um ein Ausfransen des Stoffs zu vermeiden
.

Allzwecktuch von Kulmine

Alternativ bietet Kulmine jetzt Sets mit mehreren Allzwecktüchern an, die als Bidettücher geeignet sind. Sie sind aus der gleichen saugfähigen Bio-Baumwolle (Satin) gefertigt, wie unsere schnupfenfesten Stofftaschentücher und Stoffservietten. Außerdem sind sie in doppelter Lage genäht, was sie noch aufnahmefähiger macht.

Natürlich kann man diese auch für viele andere Zwecke nutzen. Besonders zum Ersatz für Küchenrolle: überall dort, wo es um „wisch und weg“ geht! Andere Ideen: zum schnell mal im Waschbecken durchwischen und für Ablagen oder Pfannen in der Küche. Und dann ab in den Wäschekorb damit!
Kulmine bietet hierfür zwei Sets, einmal mit 7 Stück und einmal mit 21 Stück.
Noch kleinere Stoffreste zum Wegwerfen nach einmaligem Gebrauch können bei der Bestellung von Allzwecktüchern angefragt werden, je nach Vorrat geben wir Ihnen welche zur Lieferung dazu.

Wäsche

Gewaschen werden sie so wie Unterwäsche oder Handtücher auch. 60°C reichen dabei aus, um eventuellen Bakterien den Garaus zu machen.
Solltest du aufgrund von Unverträglichkeiten ungefärbte Stoffe bevorzugen, kannst du das einfach bei der Bestellung im Feld für Anmerkungen dazuschreiben – dann beachten wir das beim Packen deiner Lieferung.


P.S.: Wie man auf dem Foto sieht, muss man keine radiakle Umstellung machen. Es steht immer noch eine Rolle mit Papier für Besuch bereit. 😉 

Menstasse und Bidet – eine Lovestory

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Mit der Entdeckung der Menstruationskappe war ich begeistert – die Vorteile sind einfach bestechend: nicht austrocknend, keine Angst vor TSS, umweltfreundlich, ohne nässendes Rückholbändchen und selbst auf kurze Sicht kostensparend.
Nur eine Sache fand ich anfangs nicht so optimal … die Sache mit dem Saubermachen der Tasse. Aber ich habe einige Tipps gefunden, so dass ich auch damit jetzt sehr zufrieden bin.

Basiswissen

Erst einmal gibt es ein paar Basics, die wir auf unserer Infoseite zur Menstasse zusammengetragen haben. Wenn du neugierig bist, aber noch keinen Menscup ausprobiert hast, empfehle ich dir, diese Seite erstmal in Ruhe durchzulesen. 

​Hier nochmal in Kürze, wie man den Cup reinigt:
Den Inhalt der Menskappe kann man direkt in die Toilette geben. Manchmal lässt sich das Blut nicht so leicht wegspülen, da es schwerer als Wasser ist. Das kann man umgehen, indem man ein Stück Papier in die Kloschüssel legt und erst dann das Blut darüber leert. Noch praktischer ist es, wenn man direkt ein Waschbecken in Reichweite hat, dann kann man den Cup da entleeren. Das erleichtert auch das Ausspülen des Cups und das Händewaschen.
Dazu nimmt man kaltes oder lauwarmes Wasser (letzteres reinigt bei hohem Schleimanteil im Blut besser) und bei Bedarf noch etwas ph-neutrale Seife.
Wer mag, kann den Cup mit Wasser füllen, eine Handfläche drüberpressen und dann die Tasse mehrmals vorsichtig zusammendrücken und wieder aufploppen lassen. Dadurch werden die Löcher besonders leicht freigespült, so dass der Cup beim Einsetzen gut aufploppt und nicht so leicht überläuft.

Ideen für unterwegs
Außer Haus braucht es etwas mehr Erfindungsgeist:

  • Man kann den Cup mit einem Stück Toilettenpapier auswischen.
  • Es gibt auch spezielle Reinigungstücher für Menstassen.
  • Andere wiederum nehmen eine kleine, mit Wasser gefüllte Tupperdose oder ein Einwegglas mit, um den Cup darin sauber zu schütteln.
  • Eine weitere Möglichkeit ist, eine kleine Wasserflasche zum Ausspülen zu nutzen (praktisch, um damit auch gleich Blut an anderen Stellen wegzuwaschen).

Danach kann die Tasse wieder eingesetzt werden.

​Die optimale Ergänzung: ein Bidet!

Von dieser Situation können einige Menstassenfrischlinge berichten: man entfernt den Cup und dann … landet das Blut-Schleim-Gemisch gefühlt überall!
Es ist im Kelch, an den Fingern oder an den Oberschenkeln und in der Keramik. Und nun?

Viele Frauen finden es deshalb angenehm, sich während der Mens auch tagsüber ab und an zu waschen – auch wenn einfaches Abwischen ausreichend ist. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • ein traditionelles Bidet (wie in vielen Ländern üblich, zum Beispiel Frankreich) oder ein Bideteinsatz für die Toilette
  • spezielle Duschaufsätze oder ein Anschluss an den Waschbeckenhahn
  • eine separate Po-Dusche (ich nenne es Hand-Bidet!) Es gibt sie fertig zu kaufen, aber auch eine simple 0,33l-PET-Flasche ist schnell dazu umfunktioniert. Wie, das erkläre ich in einem der nächsten Artikel.
  • ein einfacher Krug, Nasenspülkanne, Messbecher, Wasserflasche, Ballonbrause, Zimmergießkanne …
  • oder direkt über den Wannenrand schwingen.
  • Es geht natürlich auch hierzulande ebenso luxeriös wie in Japan, wo Toiletten schon eine Wasch- und Fönfunktion eingebaut haben!

Für Zuhause habe mich zuerst für eine kleine, zitronengelbe Gießkanne mit einem langen Ausgießhals entschieden, die schön harmlos im Badezimmer rumsteht. Später kam ein selbstgebautes Handbidet dazu und kleine, waschbare Tücher zum Abtrocknen.

Mit dieser rundum praktikablen Lösung, reinige ich mich mittlerweile nicht nur während der Mens sondern nach jedem Toilettengang, da ich das frische Gefühl zu schätzen gelernt habe. Manche Frauen nutzen die unkomplizierte, schnelle Wasserreinigung auch gerne vor dem Sex.

Wasch-Techniken
Jede kann für sich selbst herausfinden, wie das mit der schnellen Wäsche am besten funktioniert, schließlich ist jede Anatomie anders und auch die Utensilien, die man nutzt. Als Anregung stelle ich hier meine zwei Favoriten vor.

Waschen mit der Gießkanne: Die Kanne nicht zu voll mit Wasser füllen. Dann den Hals der Kanne vorne am Schambein ansetzen und das Wasser über die Vulva nach hinten laufen lassen, bei Bedarf mit der anderen Hand von hinten säubern. (Ich bekomme zumindest nicht beide Hände von der gleichen Seite zwischen den Beinen unter.)

Waschen mit dem Hand-Bidet: Hier hält man die Flasche oder Brause von hinten unter den Intimbereich und spült ihn ab. Mit der linken Hand bei Bedarf vorne durchgreifen und unter Einsatz von ausreichend Wasser abwischen. Ist der Strahl fest genug, reicht oft schon das Spülen mit der Flasche oder Brause. Mein Eindruck ist, dass die Variante mit einem Wasserstrahl etwas sparsamer im Verbrauch ist. 

Danach trocknet man sich ab. Das geht sowohl mit herkömmlichem Toilettenpapier als auch mit wiederverwendbaren Tüchern.
Bei waschbarem Stoff werden – je nach Größe – diese Tücher nur einmal benutzt oder täglich gewechselt.
Neben der Toilette steht bei mir nun eine schöne, ausrangierte Vase, in der die benutzten Bidettücher auf die nächste Wäsche warten.


Über die hierzu passenden, neuen Bidettücher von Kulmine berichten wir in wenigen Tagen!
Bestellen könnt ihr sie aber jetzt schon hier im Shop – und den Mooncup dazu.
Als eine weitere Alternative zum Tampon empfehlen wir außerdem das Levantiner Schwämmchen.

Augsburg, 11. November ’17

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rutaNatur
Prinzregentenstraße 7, Augsburg
11. November 2017 von 15°°–17°° Uhr

Am 11. November, um 15 Uhr können Sie mehr über unsere Kulmine-Stoffbinden und Stoffslipeinlagen erfahren. Petra Sood, die Gründerin von Kulmine – einer Firma von Frauen für Frauen – stellt sie bei uns in Augsburg persönlich vor. Petra Sood leistete Pionierarbeit im Bereich der nachhaltigen Mensprodukte. Kulmine steht für qualitativ hochwertige, in Deutschland aus biologischen Stoffen gefertigte Slipeinlagen und Stoffbinden. Neben Aspekten des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit verfolgt Petra Sood mit Kulmine noch andere Ziele: Die Stärkung und Bewusstmachung der Weiblichkeit jeder einzelnen Frau ist ihr ein großes Anliegen.

Ihre einzigartigen und wertvollen Kenntnisse stammen aus über 40 Jahren Erfahrung in der Arbeit mit Frauen, inspiriert aus verschiedenen Quellen wie Yoga für die weiblichen Organe, Taiji und Meditation. Ihr Augenmerk liegt dabei stets auf Gesundheit der weiblichen Organe und der Verbundenheit damit.

An diesem Nachmittag können Sie Petra Sood kennenlernen und Einblicke in die alltagstaugliche Nutzung ihres Wissens bekommen. Mit Herzlichkeit und Leichtigkeit leitet sie von ihr entwickelte, einfache Körperübungen für einen starken Beckenboden an, der das Fundament für einen starken Stand in unserem Frauenleben bildet.
Natürlich haben Sie auch die Gelegenheit, das Kulmine-Sortiment direkt kennenzulernen und sich dazu beraten zu lassen.

Bitte melden Sie sich bei Interesse bis zum 30.10.17 per Mail an.
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Der Vortrag findetbei rutaNatur im Laden statt.


Petra Sood
Inhaberin

Als Gründerin von Kulmine begleiten Petra die Themen Menstruation und Frauengesundheit schon seit Jahrzehnten und finden immer neue Vertiefungen in Einsicht und Einfachkeit. Ihr Humor, ihre tiefe Ruhe und Leidenschaft für alles, was sie tut, machen ihre Veranstaltungen zu einer Inspiration und verbindet die Menschen.


Eine Hela von Hand nähen – how to

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Oder: Konsumsouverän Teil 2! An besagtem Workshop-Wochenende entstanden auch Hela-Einlagen. Aus ausgemusterten Handtüchern, T-shirts und Hemden. Handgenäht, ohne Maschine. So schön, dass Nina fast nicht mehr sagen konnte, ob sie Original Kulmines oder die selbstgenähten hübscher findet.

2016 haben wir für den Menstrual Health Day das Falt-Modell Hela als Schnittmuster zur Verfügung gestellt und ein Freebook mit Nähanleitung geschrieben. Allerdings ist diese Beschreibung für die Nähmaschine – und die besitzten nunmal nicht alle oder haben Zugang zu einer. Da wir in der Gemeinschaftswerkstatt, wo wir den Workshop veranstaltet haben, sowieso nur eine Nähmaschine zur Verfügung haben, hatte ich geplant, die Hela per Hand und – gemäß unseres Mottos – aus ausgemusterten Stoffen zu nähen und diese Umsetzung weiterzugeben.

Für die Binde habe ich ein T-Shirt und ein Frottee-Handtuch benutzt. Für die Slipeinlage fiel die Wahl auf ein T-Shirt in Kombi mit einem Karo-Baumwollhemd für mehr Formstabilität.
Zusammengenäht habe ich es mit Stickgarn, das wir in großen Mengen für die Werkstatt gespendet bekommen haben. Es ist schön weich und glatt, macht einen hübschen Rand und trägt kaum auf. 

Die Stoffe und das Garn auszuwählen, gefällt mir besonders gut: da kann man tolle Farbkombinationen finden und ausprobieren.
Die zweifarbigen Seiten, die so entstehen, sind für mich ein Grund, nur zwei Lagen zu machen (statt drei wie im Freebook). Der andere war meine Vermutung, dass der Frottee besonders gut in der Unterwäsche hält. Das hat sich bestätigt und ich kann mir vorstellen, dass damit auch die klassische Bindenform super funktioniert.
Für eine Slipeinlage könnte auch eine Schicht ausreichen (die dann ja eh doppelt im Slip liegt), aber ich vermute, dass es nicht bei allen Stoffen ausreichend stabil ist.

Tips zum Anzeichnen
Den Stoff doppelt legen und das Schnittmuster mit dem Steg bündig an die Faltkante legen. 

Elastischer Stoff wie von dünnen T-Shirts lässt sich oft nicht gut mit einem Strich anzeichnen, da er sich verzieht. Eine Teilnehmerin vom Workshop hatte den passenden Trick: mit dem Stift Punkte setzen, indem man den Stift drückt und dreht.

Tips zum Ausschneiden
Wenn Shirts etwas weitere Ärmel haben, reichen die oft sogar aus, um eine Hela daraus zu machen – dann muss man erstmal den Hauptteil nicht zerschneiden. 

Wichtig ist, dem Schnittmuster penibel zu folgen und einen sauberen Rand zu schneiden, damit man die Teile gut zusammennähen kann und sich keine abstehenden Ecken bilden.

 

Zusammennähen
Ich habe noch nicht herausgefunden, was die optimale Fadenlänge ist – geschätzt haben ich das 3-fache des Umfangs, aber es ging sich gegen Ende nie ganz aus (und ordentlich abgemessen hatte ich auch nicht ;-).
Als Nadel eignet sich eine Stopfnadel mit scharfer Spitze.

Achte beim ersten Einstich darauf, genug loses Ende zu lassen, damit man es am Schluss mit dem anderen Ende verknoten kann. Ab dann sticht man von vorne nach hinten und achtet darauf, dass der Faden vom vorherigen Stich hinter der Nadel zu liegen kommt (siehe Bild). Das dabei entstehende Muster ist dabei erst ab dem zweiten Einstich zu erkennen.
Der Faden sollte nicht zu fest angezogen werden, damit der Rand den gleichen Umfang behält wie der Zuschitt – sonst wölbst sich das Ergebniss ein wenig, besonders an den runden Stellen und bei dünnerem Stoff. Bei der Karo-Hela kann man es ein wenig erkennen.

Am Ende verschießt man die beiden Enden mit einem Doppelknoten, genauer gesagt dem Kreuzknoten. Er unterscheidet sich durch ein kleines Detail vom sogenannten Altweiberknoten, der sich schnell wieder auflösen kann. Für den Kreuzknoten legt man nach dem ersten Knoten den nach hinten weisenden Faden hinter das andere Ende und schließt dann den Knoten wie gewohnt. Er bildet dann zwei symmetrisch ineinanderliegende Schlaufen.

Zur Ferigstellung einer Einlage habe ich circa zwei Stunde Gebraucht.
Es gibt noch keinen Test in der Maschinenwäsche, ich hoffe, das Stickgarn läuft bei heißen Temperaturen nicht ein. Ich berichte in den Kommentare, sobald ich mehr weiß.
Die dünnere Variante grumpfelt beim Tragen ein bisschen zusammen, da die Stoffe wenig Eigenstruktur haben. Dafür ist sie bei den heißeren Temperaturen sehr angenehm luftig und die Möglichkeit, eine frische Seite nach oben zu falten, ist super angenehm.

Ich hoffe, ihr kommt mit der Anleitung gut zurecht. Wenn ihr noch Fragen oder Ideen habt, schreibt sie einfach unten in die Kommentare. Und natürlich freuen wir uns über Fotos von fertigen Helas aus euren Händen!


Konsumsouverän!

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Zero Waste und DIY, Teil 1 – Mela hat zusammen mit den Fragmenten in Wiesbaden ein ganzes Wochenende Workshops dazu angeboten. Starring: die original Hela-Faltslipeinlage. Und jede Menge Zeitungspapier.

Samstag 

Den Samstag haben wir mit einem Besuch im Unverpackt-Laden begonnen. Eigentlich war das für alle gedacht, die da schon immer mal hinwollten … lief dann aber so, dass alle, die mitkamen, da sowieso schon immer hingehen. Es war trotzdem interessant, wir haben uns gegenseitig unsere Lieblingsprodukte gezeigt und über Alternativen geschnackt. 

Zum Beispiel Ohrlöffel statt Wattestäbchen … wobei ich besonders diese kleinen aus Metall gebogenen Schlaufen mag, auch wenn da ein winziges Stück Plastik dran ist. Vielleicht könnte da ja mal jemand(!) nachbessern und eine Holzvariante anbieten?
Gelernt hab ich außerdem, dass Konjak-Schwämme vegan sind (aus Konak-Wurzel-Mehl) und nicht – wie bisher gedacht – im Meer gewachsen. Ich finde sie auf jeden Fall genial für die Haut als sanftes Peeling, die sich nach der Benutzung unglaublich weich anfühlt.
Außerdem hab ich mit Erstaunen festgestellt, dass manche lieber die Schlepperei von Einmachgläsern in Kauf nehmen, als Zuhause umzufüllen – ich dagegen bevorzuge Gemüsepapiertüten und selbstgemachte Stoffbeutel. Für sehr feine Sachen wie Tee oder Gewürze trage ich Erdnussdosen und ähnliches auf. 

Dann waren wir (mit ein paar netten Leuten mehr) in den Räumen der Fragmente-Gruppe. Dort haben wir Waschmittel angerührt (das Rezept habe ich von Nina) und Erfahrungen mit Efeu und Kastanien zum Wäschewaschen ausgetauscht, die allesamt positiv waren. Danach wollten alle Zahnputzpulver und Deocreme ausprobieren, was natürlich vor allem wegen der verschiedenen Möglichkeiten in Geschmack und Geruch so spannend war.
Danach haben wir noch eine Runde Allzweckreiniger mit übrig gebliebenen Zitronenschalen und Essig hergestellt – eine prima Resteverwertung, wie ich finde! Da bin ich selbst gespannt drauf, das muss erst noch für 2 Wochen ziehen. 

Alle Rezepte (und ein paar mehr) haben wir in einem Handout gesammelt. Das steht hier zum Download bereit. 

Sonntag 

Am Sonntag sind wir mit der offenen Fahrradwerkstatt gestartet, die dort alle paar Monate stattfindet. Da ich über Nacht im Garten war (wo ich von einem schnaufenden Igel besucht wurde <3) kam ich etwas später dazu. Machte überhaupt nix. Alle waren konzentriert und mit schwarzen Händen dabei, die Räder für die kommenden Sommerausflüge fit zu machen. 

Dann wurde wieder der Teppich ausgerollt, der Tisch aufgestellt und es folgte Körbeflechten aus Altpapier … was genauso schwarze Finger hinterließ wie das Fahrradschrauben. 😀 Es hat uns allen so viel Spaß gemacht, dass jede:r das Objekt unbedingt fertig machen wollte – also haben wir uns alle Zeit genommen. So kamen die anderen Sachen wie Kosmetikpad-Häkeln, Spülschwamm-Stricken und Hela-Slipeinlage nähen zwar etwas kurz, aber dafür hatten wir ein ausführliches Gespräch über Menstruationstassen, das von viel Lachen und Kichern begleitet wurde. Herausgekommen sind doch noch zwei handgenähte Hela-Einlagen, über die ich in der nächsten Woche berichten werde.
Meine Kollegin hat zum Schluss Luffa verteilt, die Gurke, die sich jeder ganz einfach selbst ziehen kann und getrocknet zum Schwammersatz wird. Ich bin noch nicht so warm damit geworden in Tests, aber die Aussicht, nachwachsende Schwämme im eigenen Garten zu haben, ist verführerisch. 

Am Abend schloss der regelmäßig stattfindende Kleidertausch das Wochenende ab. Ich finde, das ist wie Shoppen – nur ohne die Nebenwirkungen. Also eigentlich besser! Kleidung wird weiterverwendet, das Konto hat Schonzeit und wenn ich feststelle, dass ich das Stück doch nicht trage, auch wenn es mir gefällt, hab ich kein schlechtes Gewissen … ich kann es einfach wieder verschenken.
Diesmal haben auch einige meiner Stücke neue, glückliche Besitzerinnen gefunden. Das ist mir dann zusätzlich eine Freude. 

Fazit 

Viel Besuch blieb vermutlich aus, da es genau an dem Wochenende mehrere Veranstaltungen zu ähnlichen Themen gab – zum Beispiel das Repaircafé im Heimathafen und Pflanzenmilch selbst machen im Unverpackladen auf der „eebschen“ Mainzer Seite. Und das Wetter war fantastisch! Da konnten wir natürlich nicht gegen anstrahlen. 

Alle Besucher, die da waren, interessierten sich schon für das Thema. Das sah ich erst als Nachteil, aber war letzen Endes toll, so konnte ich selbst noch einiges Neues lernen. 

Im Vorfeld hätte ich doch noch ein bisschen Müll einsparen können, wenn ich besser geplant hätte – Häkel- und Stopfnadeln für alle hätte ich sicherlich auch auf einem Flohmarkt oder per Aufruf bekommen. Und auch Paketschnur habe ich in der Stadt nur aus Plastik oder verpackt in Plastik bekommen (außer in einem Wolladen zu einem horrendem Preis). Das geht das nächste Mal besser! 

Spaß hat es gemacht, im Real Life Austausch über das Thema zu haben und nicht nur im Internet. Dieses „in Gemeinschaft arbeiten“, ist etwas, was ich zuerst im Zuschneideraum bei Kulmine für mich wiederentdeckt habe und in kleinem Rahmen hier in Wiesbaden etablieren will. Wenn die Finger emsig sind und jede:r konzentriert, lässt sich irgendwie besonders gut reden und rumspinnen.
Wir wollen die Aktion auf jeden Fall im Herbst noch mal wiederholen – dann zusätzlich mit einem Freitagabend, wo wir ein Plastikfrei-Projekte vorstellen wollen und uns noch mal tiefergehend damit auseinandersetzen, welche Herausforderungen und Auswirkungen die Umstellung auf einen etwas nachhaltigeren Lebenswandel haben.


Verhütung ohne Müll?

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​Die ideale Verhütung wurde noch nicht erfunden, also wird auch in Zukunft jede:r für sich gucken müssen, welche Vor- und Nachteile relevant für das eigene Leben sind.
Und die Frage nach dem Müll wohl eher selten eine Überlegung sein. Dabei kommen Verhütungsmethoden in allen möglichen Formen und die meisten bringen ihren ganz eigenen Müll mit sich – die einen mehr, die anderen weniger.
Also wieso nicht einfach mal gucken, wie viel Müll und Umweltbelastung durch Verhütung entsteht?

Kondome 
In beiden Versionen (für den Mann und als Femidom für die Frau) stehen sie vermutlich an der Spitze der müllverursachenden Verhütungsmethoden, da sie nur einmal verwendet werden können und natürlich einzeln in Folie verpackt sind. Da sie jedoch das einzige Mittel sind, das nicht nur vor ungewollten Schwangerschaften schützt, sondern auch vor Krankheiten, bleiben sie trotzdem das wichtigste Verhütungsmittel für alle, die wechselnde oder neue Partnerschaften haben. Etwas nachhaltiger sind vermutlich Kondome aus natürlich gewonnenem Kautschuk.

Hormone
Viel Müll entsteht auch durch hormonelle Verhütungsmittel in Tablettenform, als Pflaster und als Ring. Die Verpackungen, die regelmäßig anfallen, aber auch das Pflaster und der Verhütungsring und damit das (Plastik)Produkt selbst, müssen entsorgt werden.
Viel wichtiger aber ist, sich der Tatsache bewusst zu werden, dass auch Hormone ein Abfallprodukt sind, das entsorgt werden muss! Aufgrund von technischen Umständen kann es in vielen Kläranlagen nicht aus dem Wasser gefiltert werden. Es werden zwar neue Methoden wie Kohlefilter entwickelt, aber bis sie überall flächendeckend eingesetzt werden, wird noch einige Zeit vergehen und es ist fraglich, ob sie das Problem vollständig lösen können. Die Hormone gehen nach ihrer Zeit in den Kläranlagen in den natürliche Wasserkreislauf über, reichern sich in Gewässern an und können Schäden an Tieren hervorrufen. In meiner Lokaltzeitung las ich erst vor kurzem, dass die hormonelle Belastung eines größeren Flusses in der Nähe deswegen als kritisch eingestuft wird. Letztlich besteht auch die Möglichkeit, dass wir dieses belastete Wasser wieder zu uns nehmen.
Die anderen hormonellen Verhütungsmethoden sind von dieser Tatsache natürlich nicht ausgenommen, durch ihre Verabreichungsart und lange Verweildauer im Körper der Frau verursachen sie aber weniger Verpackungsmüll. Da gibt es die Depotspritze, das Verhütungsstäbchen aus nicht biologisch abbaubarem Plastik und die Hormonspirale, die ebenfalls aus Plastik ist. 

Diaphragma
Diese Barrieremethode für Frauen kommt etwas besser weg! Aus Latex oder Silikon hergestellt, kommen sie zwar in Plastikboxen nach Hause, können aber über einen langen Zeitraum genutzt werden und geben auch keine Hormone an die Umwelt ab. Teilweise enthalten Diaphragmen Metallfedern in ihrem Rand – in der Entsorgung sind sie unproblematisch.
Zusätzlicher Müll entsteht allerdings durch das Verhütungsgel, das unbedingt zusätzlich verwendet werden muss. Dieses kann verpackungsarm in Apotheken angerührt werden, oder wird fertig in den üblichen Metall- oder Plastiktuben verkauft. 

IUPs
Sehr gut kommen die hormonfreien Spiralen weg – ob aus Kupfer oder Gold, sie kommen natürlich in einer Verpackung und haben einen Kunststofffaden, können aber bis zu fünf Jahre verwendet werden und danach ohne Probleme entsorgt werden. 

Zyklusbeobachtung
Was ist nun aber die müllärmste Verhütungsmethode in dieser doch recht langen Liste? Sie steht noch gar nicht drauf!
Es ist eine Verhütungsmethode, welcher zu unrecht eine Menge Vorurteile entgegen gebracht werden: Die natürliche Methode der Körperbeobachtung, auch Nfp (Natürliche Familienplanung) genannt.
Hier gibt es wiederum verschiedene Methoden, wobei Sensiplan die sicherste unter ihnen ist. Mit ihr werden die Zeichen der Fruchtbarkeit beobachtet, dokumentiert und nach wissenschaftlich überprüften Regeln ausgewertet.
Die Regeln sind einfach, schlicht und richtig angewendet, ist die Methode so sicher wie die Pille. Gebraucht werden nur ein Stift, Papier (oder Internetzugang wenn die Daten online dokumentiert werden) und ein Thermometer. Wird ein analoges aus Glas genutzt, das nur eine Aufbewahrungshülle aus Plastik hat, kann die Methode noch nachhaltiger gestaltet werden.
Natürlich entschließen sich die meisten Paare dazu, in der fruchtbaren Zeit auf andere Verhütungsmethoden zurück zu greifen und verwenden Kondome oder Diaphragmen, aber damit verringert sich das Müllaufkommen dieser Barrieremethoden schon deutlich. 

Viele Frauen entscheiden sich für Sensiplan, um ihrem Körper etwas gutes zu tun – denn natürliche Verhütungsmittel ermöglichen vielen Frauen einen neuen Bezug zu ihrem Körper. Gerade Frauen, die mit Hormonen verhütet haben, entdecken im Nachhinein, welchen großen und teilweise negativen Einfluss die hormonelle Verhütung auf ihren Körper aber auch ihre Psyche hatte.
Die nachhaltige Umsetzung dieser Methode ist dann etwas, das nicht nur dem eigenen Körper, sondern auch der Umwelt geschenkt werden kann. 

Fazit
Sensiplan ist damit nicht nur die nachhaltigste Verhütungsmethode, sondern hat auch das Potential, das eigene Leben positiv zu beeinflussen.
Willst du mehr über diese Methode wissen? In diesem Artikel habe ich sie ausführlicher erklärt.