Cuterus

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Es gibt ober-niedliche, neue Sticker-Bögen bei Kulmine zu kaufen, einzeln oder im Set.

Mitten in den Vorbereitungen für den diesjährigen Mhday bennannten wir den Tag einfach um. (Warum, das erklären wir hier). Das erforderte dann natürlich auch ein neues Erkennungszeichen! Und auf einmal hatten unsere Banner eine fröhliche und niedliche Gebärmutter – der Cuterus war geboren! Ebenso spontan entstanden dann noch weitere emotionale Ausdrücke – acht Cuterusse gibt es jetzt. (Wir sind uns hier nicht einig, was die korrekte Mehrzahl von Cuterus ist, aber ich finde, wenn man neue Wörter erfindet, darf man auch bestimmen, was die richtige Pluralbildung ist!) 

Und von da war es nur ein Katzensprung zu der Idee mit den Stickern. Dass die auch wirklich eine gute Idee sind, habe ich dann aber erst durch Twitter erfahren: Da habe ich den schon fast fertigen Bogen (siehe rechts) online gestellt mit dem Versprechen, die Sticker produzieren zu lassen, sobald es 100 Likes oder 50 Retweets gäbe. Und dann geschah, was nur im Internet geschehen kann: Die Menschen bei Twitter lieben die Cuterusse und haben meine Angaben innerhalb kürzester Zeit weit übertroffen!

Und noch ein paar Worte zu den Motiven selbst.
Fast alle Frauen kennen sie: die Tage vor den Tagen. Sie kommen oft mit den verschiedensten Begleiterscheinungen, die individuell auch völlig anders erlebt werden. Aber diskutiert werden davon meist nur die als negativ eingestuften.

Deswegen habe ich darauf geachtet, auch die positiven Seiten von PMS und der Menstruation zu illustrieren:
Die liebevolle Aufmerksamkeit, die ich mir selbst zukommen lassen kann und mit der ich mich aufheitere, wenn ich etwas schwermütig bin. Die Faszination dafür, was mein Körper da jeden Zyklus neu vollbringt und so stark mit dem Wunder des Lebens verbunden ist. Die Munchis – das Verlangen nach den verschiedensten und manchmal verrückten Lebensmitteln – versorgen meinen Körper mit allem wichtigem, das ihm vielleicht gerade fehlt oder was er bald braucht.  Und wenn endlich das Blut fließt, ja dann kommt eine Freude und Erleichterung, sowohl körperlich als auch emotional. Sie leiten die kommende Zyklusphase ein, in der ich meine Arbeiten gewuppt bekomme, neugierig auf andere Menschen bin und überhaupt viel leichter mein sonniges Gemüt strahlen lassen kann.

Und ich glaube auch, dass man die negativ wahrgenommenen Anteile anders wahrnehmen darf.
Die Müdigkeit hilft mir, wenn ich manchmal nicht auf mich höre und mich im Strudel des Alltags und der Arbeit verliere: Manchmal ist es wichtig, mich zurückzuziehen, Pause zu machen und neue Energie zu tanken. Die Traurigkeit und Genervtheit erinnern mich daran, dass ich in meinem Leben Zeit einräumen muss, um nach Innen zu schauen. Wo bin ich in letzter Zeit an mir und meiner Wahrheit vorbeigegangen? Und da kommt mir dann auch die explosive Kraft zugute, um diejenigen in die Schranken zu verweisen (und sei es nur intern!), die dafür keinen Respekt zeigen.

Vielleicht sind meine Gedanken eine Inspiration dazu, die eigenen Deutungen der Sticker zu entdecken und eine neue Beziehung zum eigenen (C)Uterus aufzubauen. Ich wünsche Euch viel Neugier und Freude damit.


Eine andere Wahrheit

Es geht um eine andere Wahrheit als die, die du aussprichst.
Wenn du sie erkennen willst,
höre sie vom Grund deines Wesens heraufbranden.
Denn aus dieser inneren Notwendigkeit wird die Vision geboren.

Faouzi Skali

Brunnenfrau

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Tanzend
wie eine Schamanin
die den Regen beschwört
wohnt mir inne
eine Kraft
tief aus der Erde
durch die Füße
und fließt
durch die Knie
nach oben
ins Herz
öffnet sich
zeigt sich
hat ihren Platz
an sie zu glauben
darin Sicherheit zu fühlen
der nächste Schritt:
Vertrauen.

Mela

Wie der Stand ist, Widerstand ist

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​Vielleicht hast du dich schon gefragt, wie so der Stand ist bei der Prinzessin. Aber heute geht es nicht nur um sie. Denn das Mädchen lebte nicht alleine in ihrem Elfenbeinturm, es hatte einige Tierfreunde – wie sich das für eine Prinzessin nunmal gehört.

​Bevor die Eule ihr Freund geworden war, gab es nämlich schon den Esel, der eines Tages kläglich vor ihrer Türe ih-ah gerufen hatte. Weil er so besonders kläglich gerufen hatte, nahm sie ihn in ihren Turm auf, fütterte ihn und räumte schließlich sogar einen ganzen Raum für ihn frei.
Und so lebte der Esel also mit dem Mädchen in dem Elfenbeinturm. Meistens stand der Esel mit hängenden Kopf trübsinnig und traurig in einer Ecke herum. Dabei seufzte er tief und wehleidig vor sich hin. Manchmal aber wurde er so sauer und wütend, dass er um sich schlug und trat, bis ihm seine Wut als Rauchwolken wieder zur Nase raus kam. 

Was das Mädchen noch nicht wusste: Der Esel war eigentlich ein verzaubertes Einhorn und als die Eule Nacht für Nacht zum Sprechen kam, hörte auch der Esel ihr zu. Und je weicher das Mädchen innerlich durch die Gespräche mit der Eule wurde, desto weißer wurde das Fell des Esels. Außerdem wuchs dem Esel auch noch ein goldenes Horn und es wurde mit jedem Mal ein bisschen größer.
Bis das Mädchen eines Tages verwundert ausrief: „Wo ist eigentlich mein Esel? Wer bist du überhaupt?“
Die Verwandlung am Esel war so langsam passiert, dass das Mädchen sie erst dann bemerkt hatte, als sie nicht mehr zu übersehen war. Und statt seufzend mit hängenden Kopf in der Ecke zu stehen, trug das Einhorn nun den Kopf stolz und hoch, und lief leichtfüßig und lebendig im Turm herum. 

Und als eines Tages ein Moment kam, wo der Esel früher wild um sich geschlagen hätte, schnaufte das Einhorn einmal empört vor sich hin. Dann trippelte es zur Tür, öffnete sie und ging mit elegantem Einhornschritt einfach nach draußen. Das Mädchen blickte dem Einhorn nach und staunte, wie einfach das aussah.
Einfach so zur Tür raus? Wie ging das? Und durfte sie das denn überhaupt? 

Wie ihr seht, hatte das Mädchen immer noch nicht die Erinnerung wieder gefunden, dass sie selber in den Turm gegangen war, dass es keinen Schlüssel gab, der sie einschloss und keine Türe, die sie hinderte herauszutreten. Es war ihre eigene Entscheidung gewesen hineinzugehen und damit war aber auch deutlich, dass sie genauso entscheiden konnte, wieder hinauszugehen. 

Das Einhorn hatte es vorgemacht, würde sie es auch tun?
Oder würden die vielen Probleme sie daran hindern?


Slowdown-Mission

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​Stille und innere Ruhe werden immer wichtiger, je lauter und hektischer wir die Welt erleben, denn…

​die Seele, die Herzen, die inneren Bedürfnisse bekommen oft zu wenig Aufmerksamkeit. 

Der Wert des Menschen wird zunehmend nach außen verlagert.
Was können wir in dieser Situation tun, wenn wir wollen?
Wir können uns fragen, was wir für Körper und Seele brauchen.
Unter welchen Bedingungen können wir uns das am besten fragen? 

Ich glaube, wenn wir still werden. 
Wenn sich Gefühl und Verstand verbinden und in Balance kommen.
Das muss nicht gleich immer gelingen, 
gelingt jedoch mit Übung immer öfter. 

Jeder kleine Moment der tatsächlich erlebten Stille und innerer Ruhe hat einen unschätzbaren Wert.


Eine Sammlung von Problemen

​Zu der Zeit, als die Prinzessin die Eule kennen lernte, hätte man sie fragen können: Was ist dein Problem? Und sie hätte nicht gewusst, wo sie anfangen sollte.
So eine lange Liste! So viele Probleme, so schwer fühlte sich alles an!
So vieles war anstrengend, so vieles kostete mehr Energie, als die Prinzessin sie hatte. Und sie war sich damals so sicher, wenn nur dieses und jenes Problem nicht wäre, dann würde alles besser, alles anders sein. Dann wäre ein neues Leben möglich. Eines ohne Gedankenkreise und Sorgen, ohne schlaflose Nächte und ohne Angst. Nur das irgendwie immer etwas neues nach kam – ein Problem ging weg, fünf neue warteten schon auf sie. 

Das erste Gespräch mit der Eule

​All das alles würde sich nun, wo die Eule in das Leben der Prinzessin getreten war, langsam ändern – zum Glück!
Doch bevor das anfangen konnte, gab es viele Gespräche.
Das aller erste fand direkt an dem Abend statt, als die Eule zu Besuch gekommen war. Und zwar am Fenster, umweht von kalter Januarluft, über den beiden ein klarer Sternenhimmel.

Erst später lud das Mädchen die Eule ein, in ihren Turm zu kommen und an ihrem Tisch zu sitzen und sowieso tauchte die Eule immer genau dann auf, wenn das Mädchen sie brauchte. 

Für dieses erste Gespräch ist es nicht besonders wichtig, worüber geredet wurde – denn alles Wichtige wurde später immer wieder erzählt und die Unterhaltungen immer wieder zusammengewebt zu einem schönen Teppich aus Gesprächen und Wissen. Viel wichtiger war, was das Mädchen dabei spürte.
In diesem Gespräch schien es, als würde die Eule das Mädchen schon ihr ganzes Leben lang kennen. Es war sogar, als würde die Eule sie besser kennen, als sie sich selbst! Und dabei ließ die Eule sie in all dem, wie sie war, stellte fest, ohne zu werten und sprach mit ihr über die Sachen, die sie traurig machten, ohne anzuklagen. Vor allem aber schlug sie nicht vor, doch bitte einfach aus dem Turm zu gehen, wie das sonst manchmal vorgeschlagen wurde, von dem einen oder anderen gut meinenden Menschen. (Und wirklich, wenn es so einfach wäre, dann hätte das Mädchen es doch schon längst gemacht!)
Das alles brachte das Mädchen vor allem zum Weinen. Nicht weil die Eule besonders traurige Sachen zu ihr sagte, oder gemein war, sondern weil die Sachen, die sie zu ihr sagte, sie ganz tief in ihrem Inneren berührten. Auf diese Weise hatte noch niemals jemand mit ihr geredet und erstaunt merkte das Mädchen, wie sich etwas in ihr veränderte. 
Ihr Atem wurde tiefer, ihre Hände wärmer, ihr Körper fühlte sich leicht wie eine Feder an. In ihrem Kopf drehten sich keine Gedankenkreise mehr, sondern es war ein ganz leichtes und sanftes Rauschen zu hören. Sie hatte gar nicht gewusst, dass sich ihr Körper allein durch ein Gespräch so anders anfühlen konnte. Das Mädchen wusste in dem Moment nicht, woher die Veränderung kam, aber sie fühlte sich rund und komplett. Wie durchflutet von Freiheit saß sie da und war einfach zufrieden.
Wir können natürlich über den Grund nachdenken, wie das gekommen war. Vielleicht weil sie in diesem Moment sein konnte, wie sie war und vielleicht, weil sie sich vor dieser Eule kein bisschen verstellen konnte. Oder man kann das „vielleicht“ auch einfach wegstreichen. Genau deswegen fühlte sie sich anders, fühlte sich komplett und war da, ganz in diesem Moment. Sie konnte nur sein, wer sie war, denn die Eule bemerkte es sowieso, wenn sie versuchte einen Schleier über etwas zu legen oder etwas zu verstecken. Dabei merkte sie auch, dass das nicht notwendig war, denn die Eule nahm alles was sie war, alles traurige, dunkle, blöde ganz anders wahr als sie.
Für die Eule, war das Mädchen komplett und schon mit allem ausgestattet, was sie brauchte, um in sich ruhend Glück zu erleben und zufrieden durchs Leben zu gehen. Für die Eule gab es nichts zu ändern und sie fragte auch nicht danach. Aber sie legte dem Mädchen ein besonderes Angebot dar. Die Möglichkeit ihren Umgang mit All dem was sie schwer fand, neu zu gestalten.

Das alles wusste das Mädchen in diesem Moment aber natürlich noch nicht!
Das würde später kommen. Für den Moment reichte es dem Mädchen, sich endlich mal wieder einfach gut zu fühlen, keine düsteren Gedanken in ihrem Kopf zu spüren und sogar durch die Tränen hindurch ein bisschen die Eule anzulächeln und tiefe Dankbarkeit für dieses Wesen vor ihr zu spüren.

Doch jedes Gespräch findet irgendwann ein Ende und deswegen erhob sich die Eule in die klirrende Nachtluft und lies das Mädchen nachdenklich und etwas verwirrt an ihrem Fenster zurück.


Zur ersten Eulengeschichte

Die Kraft des Ja.

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Letzte Woche haben Mela und ich uns telefonisch, gemeinsam der Buchführung gewidmet. Jedenfalls dem Vorsortieren, bei dem wir noch nebenbei reden konnten. Buchführung löst in uns beiden Aufschiebetendenzen aus, die nur unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Es gemeinsam zu tun, hatte den Sinn, dass wir dran blieben und nicht viel anderes lustvolleres machen wollten, außer dabei ein bisschen reden. Da wir mit Aufschiebeenergie beschäftigt waren, kamen andere Dinge zur Sprache, die wir aufschieben oder gerne mal machen würden und doch nicht tun.
Manche, wie ein voller Ablagekorb mit allem möglichen drin, lagen mir vor der Nase. Anderes sprach Mela an, zum Beispiel, dass sie kaum noch Zeitschriften liest. Darüber hatte ich in der letzten Zeit auch immer mal wieder nachgedacht. Meine Idee dazu war, mir immer eine Zeitschrift auf mein Stehpult zu legen.
Denn: Ich will nicht nur öfter Zeitschriften lesen, sondern auch öfter stehen.
Meine Ergebnisse des Gesprächs sind: Eine fertige Buchführung über die fällige Zeit hinaus, eine Zeitschrift wurde schon am Stehpult gelesen, die zweite liegt begonnen dort. Der Ablagekorb (von den letzten vier Monaten) ist zur Hälfte bearbeitet. Alles Dinge, die ich schon länger machen wollte.
Heute dachte ich darüber nach, was das Prinzip dahinter ist.
Wieso ging das so plötzlich und zwar ganz leicht und ohne Widerstand beim Ablagekorb?

​Nina mit ihrem erfolgreichen Wandel fiel mir ein und Henk, der mich viele Jahre lang auf die Kraft des Ja hingewiesen hat und mir immer wieder mein Nein spiegelte. Da sind Prinzipien zu sehen, die uns in den Lebensfluß bringen können oder im Stau stehen lassen.
Nina hat über Jahre viele innere und äußere Streits, Widerstände, Staus und Graus offen gelegt. Sie hat sich mehrere Orte geschaffen, an denen sie nichts verstecken muss. Schonungslos offen ist sie, bis ins Detail.
Dazu lernte sie irgendwann Henk und mich kennen und konnte sich auf noch ganz anderen Ebenen zeigen. Sie lernte für ihr Innenleben und das Verhalten in der Welt, ganz neue Sichtweisen und Möglichkeiten kennen. Nach und nach reduzierten sich die Verurteilungen des eigenen Verhaltens sowie das anderer Menschen.
Sich selbst grundsätzlich in der individuellen Wesentlichkeit zu erkennen und mit Liebe zu betrachten, macht es möglich auch die „Dreckecken“ anzuerkennen und zu klären.
Nina hatte sowieso ein großes Ja zum Leben, doch war es verheddert mit den tausend kleinen Neins. Inzwischen ist das Ja an erster Stelle und ermöglicht auch ein klares Nein, wenn es nötig ist. 

Zurück zu meinem Ablagestapel und dem Stehpult. Was war geschehen? Ich hatte meine Wünsche und Widerstände ausgesprochen, dadurch ans Licht geholt und mit meinem generellen Ja kam die Bewegung zum gewünschten Ziel.
Dass es irgendwann so einfach ist, verstand ich dann heute nochmal auf andere Weise. Das Ja zu dem Wunder des Lebens, zu wie man ist, zu seiner Geschichte, macht ein glückliches Leben möglich. Keines das auf rosa Wolken schwebt, sondern eher auf einer Regenbogen Achterbahn. 😉
Denn das Ja ist bedingungslos, was den Fluss des Lebens betrifft. Es ist auch da, wenn wirklich konstruktiver Widerstand angesagt ist: Gegen Ungerechtigkeit, Lüge und Machtmissbrauch zum Beispiel. Ich habe sehr lange gebraucht, um zu verstehen, was Henk mit dem großen Ja meint. Heute bin ich ihm unendlich dankbar dafür, dass er mir immer wieder gespiegelt hat, dass ich mir doch eigentlich ein besonders großes JA erhalten konnte und trotzdem oft das Nein voranstellte. 

Nina ist da sehr ähnlich und doch komplett anders. Aber das Prinzip bleibt gleich. Das Ja suchen und wenn es gefunden ist: Es immer wieder bestätigen. Das Nein da sein lassen und offen legen. „Fehler“ machen dürfen. ‚Try and error‘ erlauben. Verantwortung übernehmen für sein Leben und anderen keine Macht über sich geben, ist ein Ergebnis, wenn man diese Prinzipien lebt. 

Mela geht, obwohl auch mit uns verbunden, einen ganz anderen Weg als Nina und ich. Warum? Weil sie ganz anders ist und was anderes braucht. Welchen Weg man findet, ist nicht so wichtig.
Wichtig ist, dass er zu Selbstverantwortung und in den individuellen Fluss des Lebens führt. Ist das ansatzweise geschehen, wird der Alltag auch wundervoller im wahrsten Sinne des Wortes. 

Henk hat früher oft zu mir gesagt: „Du übernimmst keine Verantwortung“ und das obwohl ich so viel Verantwortung trug. Was er meinte, ich damals aber nicht verstand: Dem Selbst antworten. Nach Innen gehen und der innersten Wahrheit folgen. Wer bin ich, was brauche ich?
Man landet bei Selbst-Verwirklichung, die oft als unpolitisch oder privat belächelt wird. Sie ist aber höchst politisch, weil sie Menschen wach werden lässt zu ihrem Potential und selbst verwirklichte Menschen sich nicht fremd bestimmen lassen. Und, sogar die Buchführung samt Ablagekorb wird erledigt!


Eine Eule zu Besuch

​Der Anfang der Geschichten mit Prinzessin und Eule liegt in den Seminaren mit Petra und Henk.
Um meinen Umgang mit der Welt in einem Bild zu beschreiben, sagte Henk, dass ich wie eine Prinzessin in ihrem Elfenbeinturm lebte. Das Bild war mehr als passend und ab da tauchte es immer mal wieder in Gesprächen auf.
Vor allem aber gab es mir Worte für etwas, das mir vorher nicht bewusst war.

​Und weil das ganze zwar ernst, aber nicht super ernst war, schickte mir Petra eines Tages einen Schwamm mit der folgenden Aufschrift:
Ich schmeiß jetzt alles hin und werd Prinzessin!
Dieser Satz löste etwas in mir aus, verband das Bild, das Henk mir gegeben hatte, mit diesem Satz. Und auf einmal schrieb ich meine aller erste Eulengeschichte – die Überschrift lautet noch heute, wie die Aufschrift auf dem Schwamm. In die dann entstehenden Eulengeschichten floss all das ein, was ich in Seminaren erlebte, in Gesprächen mit Henk erfuhr oder erlaubte mir meine eigenen Gedanken zu sortieren, die ich mir zu verschiedenen Themen in meinem Leben machte.
Diese Geschichten werden ab und zu hier auf dem Blog zu lesen sein – und hoffentlich wird die Eule sich bald sogar selbst mit ihren eigenen Blogartikel zu Wort melden.
Wer vor vielen Jahren beim ersten Blog von Petra mitgelesen hat, wird die eine oder andere Geschichte vielleicht wieder erkennen – auch die erste hatte ich damals in etwas anderer Form gepostet.

Ich schmeiß jetzt alles hin und werd Prinzessin

​So oder ähnlich, wie der Titel es erzählt, hatte es sich vielleicht mit dem Mädchen begeben, von dem ich hier erzähle. Dieses Mädchen, hatte also alles hin geschmissen, um Prinzessin zu werden. Dazu war es in einen Elfenbeinturm gezogen, wie sich das für eine echte Prinzessin gehörte. Wann sie da hoch gegangen war, wusste sie nicht einmal mehr.
Wie ihr vielleicht schon bemerkt habt, war es nicht wie in anderen Märchen:
Keine böse Fee sperrte sie ein, keine garstige Stiefmutter zwang sie hoch.
Nein, das Mädchen war alleine und freiwillig in den Turm gegangen und hatte die vielen Stufen erklommen. Nun saß sie also da oben – mit was sie sich wohl die Zeit vertrieb?
Nun, sie verbrachte sehr viel Zeit an ihrem Fenster, um die anderen Menschen von oben herab zu betrachten. Der letzte Satz ist doppelt zu verstehen. Denn das Mädchen guckte die Menschen nicht nur von ihrem Turm aus von oben an, sie guckte sie auch innerlich von oben herab an.
Denn die Menschen waren der Grund gewesen, wieso sie überhaupt in diesen Turm gegangen war. Eigentlich war der Turm ursprünglich als Schutz gedacht, als Ort zum sicher sein und sich zurück ziehen, vor Menschen, die ihr zu viel gewesen waren. Vor bösen Blicken und bösen Zungen, vor Angriffen und vor kalten Schultern. Und vielleicht auch etwas, weil sich das Mädchen viel besser vorkam als diese Menschen, obwohl sie gleichzeitig oft traurig gewesen war, nicht Teil von ihnen sein zu können.
Das Mädchen hatte nun aber schon längst vergessen, dass sie jederzeit aus dem Turm heraus konnte. Sie hatte auch vergessen, dass sie Menschen betrachten konnte, ohne von oben herab zu schauen. Und was sie auch vergessen hatte, war, dass nicht alle Menschen automatisch böse zu ihr gucken, oder ihr böse Sachen sagen würden.
Nette und liebe Menschen sind manchmal schnell übersehen, wenn die anderen so laut scheinen. Und über diese lange Zeit im Turm hatte sie gar nicht bemerkt, wie einsam sie geworden war. Sie guckte die Menschen an, aber sie lud nur wenige alte Freundinnen ein. Das waren so alte Freundinnen, dass sie sich manchmal wie Teile von ihr selber anfühlten. Spannende Gespräche konnte man so jedenfalls nicht führen und ein großer Teil der Freundschaft war sowieso nur Gewohnheit.
Und so war sie viel alleine und allein für sich fangen die Gedanken oft an, seltsam zu werden. So kam es, dass sie viele Gedanken darauf verwendete, darüber nachzudenken, wieso sie so alleine war. Wieso sie nicht mit den Menschen draußen umgehen konnte und wieso sie, obwohl sie die Einsamkeit gewählt hatte, sich nun gefangen und unglücklich fühlte.
Bei diesen Fragen kam das Mädchen zu keiner Antwort, denn sie hatte ja niemanden außer sich selbst, der Antwort geben konnte.
Doch eines Nachts im Januar, als das Mädchen grübelnd am Fenster saß, kam eine Eule herbeigeflogen. Sie setzte sich an das Fenster und schaute das Mädchen an.
„Hoho?“ fragte sie und das Mädchen erschrak. Denn die Eule sah sie aus wachen Menschenaugen an. Noch mehr erschrak das Mädchen aber, als die Eule auch noch anfing, wie ein Mensch zu reden.
Dieses erste Gespräch zwischen den beiden sollte nur das erste von vielen nächtlichen Gesprächen werden. Und später hatte sich das Mädchen manchmal gefragt, was mit ihr passiert wäre, wenn sie das getan hätte, was ihr im ersten Moment durch den Kopf ging:
Den Besen schnappen, die Eule raus stoßen und schnell das Fenster zumachen! Aber irgendetwas an den Augen und der warmen, tiefen Stimme brachte diesen Gedanken zum Stillstand. Vor allem aber war es, was die Eule wie sprach.
Es berührte etwas in ihrem Inneren, wovon das Mädchen bisher nur geahnt hatte, dass es das gab. Und vor allem spürte sie Vertrauen in das Wesen, das da vor ihr saß und mit ihr redete.
Und von diesen Gesprächen und davon, was sie mit dem Mädchen machten, will ich in den nächsten Eulengeschichten berichten.


Möge es schön sein!

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7 Illustrationen inspiriert durch ein ​Gebet der Navaho …

Nach Veröffentlichung auf meinem Blog fanden die Zeichnung viele Fans, so dass ich mich entschloss, sie drucken zu lassen, ca 10x10cm groß. Man kann sie gefaltet als keines Heft aufbewahren oder wie eine Fahne aufhängen. Damit man es auch verschenken kann, gibt es dazu noch einen Umschlag.​ Eine Wiederauflage erfolgt, sobald 10 Anfragen beisammen sind. Schreib einfach in deinen Kommentar dazu, ob du Interesse hast.

Motivation für die Arbeit an sich

​Wenn ich will, dann finde ich ganz schön viele Gründe, wieso ich momentan nicht anfangen kann, an mir zu arbeiten: Vielleicht habe ich gerade richtig viel zu tun. Oder ich will erstmal meinen Kopf frei bekommen, um dann durchzustarten. Manchmal scheint der Moment grade nicht der richtige zu sein und manchmal weiß ich auch einfach nicht, wo mir der Kopf steht.
Wer hat da noch Zeit, an sich zu arbeiten?

​Was ich aber mehr und mehr entdecke: Egal was die scheinbaren Gründe sind, eigentlich sind sie unwichtig.
Wenn ich mich entscheide, es wirklich zu machen, dann gibt es den richtigen Moment nicht. Oder andersrum: Jetzt ist der richtige Moment!
Denn wenn ich erst darauf warte, bis der Kopf mal so richtig frei ist, dann könnte ich vermutlich den Rest meines Lebens mit Warten verbringen.

Aber was steckt eigentlich hinter diesem „an mir Arbeiten“?
Bei mir waren das ganz verschiedene Baustellen. Zum Beispiel ging es ein bisschen um die Eltern, oder in der Uni lief es ziemlich zäh, auf der Arbeit gab es dann gleich mehrere Stolpersteine, mit meinem Körper war ich nicht zufrieden, mit dem Partner auch nicht und am wenigsten mit vielen meiner Angewohnheiten!
All das hat mir die Seele wirklich schwer gemacht. Also setzte ich mich hin und las Selbsthilfebücher und kluge Artikel im Internet und habe sogar eine Therapie gemacht.
Das alles waren meine Versuche, diese Themen zu be-arbeiten.
Und vielleicht kannst du dir schon denken, worauf es jetzt hinausläuft, weil es dir schon mal ähnlich ging: Nichts davon bliebt langfristig hängen, nichts veränderte sich wirklich.
Am Ende blieb das Gefühl, mit den gleichen Problemen an der gleichen Stelle zu stehen. Ich wollte ja etwas ändern, nur wie? Und weil ich nicht wusste, wie es nun genau ging, habe ich den Zeitpunkt, an dem sich was ändern soll, in die Zukunft verschoben. 

Was ich dann in der Arbeit mit Petra in ihren Seminaren erlebt habe: Je mehr ich mir erlaube, zu sagen: Ich darf bleiben, wie ich bin. Es ist mein Umgang mit all dem, was ich ändern will.
Je öfter ich mich nun darauf ausrichte und meinen Fokus auf diesen Umgang lege und gleichzeitig aufmerksam mit mir und meinen Bedürfnissen bin… Desto mehr merke ich, wie sich dann die positiven Aspekte dieser Arbeit (denn es ist Arbeit!) selbstverständlicher und langfristiger an meinem Leben zeigen.
Im Allgemeinen sind die Probleme vieler Menschen dann doch ziemlich ähnlich und nicht so außergewöhnlich, wie man es selbst manchmal denkt. Und viele Menschen versuchen ihr Leben zu verändern oder ihren Alltag gesünder, lebendiger und liebevoller zu erleben und benutzen dabei verschiedene Hilfsmittel.
Die Vorschläge, die du hier im Blog, aber auch bei Kulmine On Tour findest, sind nur eine von vielen Möglichkeiten einen Einstieg in die Arbeit an und für sich zu finden.
Aber du wirst selten einen Ort finden, bei dem es so persönlich und lustig und doch immer ernsthaft zugeht!