Jederzeit wieder ins Geburtshaus!

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Schon früh in der Schwangerschaft zeichnete sich ab, dass der Vater meines Kindes in unserem weiteren Leben keine große Rolle spielen würde. Deshalb waren meine Ängste und Gedanken in Bezug auf die bevorstehende Geburt vielleicht ein wenig anders gelagert als bei vielen anderen Frauen:
Würde ich allein sein, wenn die Geburt losging? Wie würde ich zum Geburtsort kommen? Wen würde ich anrufen? Würde ich allein in die Geburt gehen, oder jemanden mitnehmen? Wenn ja, wen?

Zum Glück wusste ich um die prekäre Lage der Geburtshilfe!

Um mir alle Optionen offen zu halten, bemühte ich mich frühzeitig um einen Platz im nächstgelegenen Geburtshaus. Ich könnte es mir ja später immer noch anders überlegen, dachte ich bei mir.
Schon beim Info-Abend hatte ich ein gutes Gefühl, obwohl ich die einzige war, die allein dort saß unter knapp 30 Pärchen und einigen Frauen, die ihre Mütter oder Freundinnen mitgebracht hatten.
Die Betreuung in meinem Geburtshaus umfasste die Vorsorge, die Geburt wahlweise im Geburtshaus oder zuhause und das Wochenbett – alles von einem Team von zwei Hebammen, die ich während der Schwangerschaft gut kennenlernte und zu denen ich ein enges Vertrauensverhältnis aufbaute. Je näher die Geburt rückte, umso mehr wuchs meine Erleichterung darüber, diesen Weg gewählt zu haben. Die Vorstellung, mich im nächstgelegenen Krankenhaus in die Hände des zufällig diensthabenden Klinikpersonals zu geben – womöglich noch ohne eine vertraute Person an meiner Seite – hätte mich sehr nervös gemacht. 

Meine Hebamme fragte mich immer mal wieder, ob ich jemanden zur Geburt mitbringen wollte. Ich hatte den Gedanken, allein nur mit der Hebamme zu gebären, schon lange hin und her gewendet, und mit der Zeit wurde ich selbstbewusst genug, ihn nach außen zu tragen. Ich fragte die Hebamme, ob es öfter mal Frauen gäbe, die sich dies wünschten. Sie sagte: „Ja. Aber die meisten trauen sich nicht, es ihrem Mann zu sagen.“ Ich staunte. Auf einmal befand ich mich in einer Luxus-Situation – außer mir selbst gab es niemanden, auf dessen Befindlichkeiten ich bezüglich der Geburt Rücksicht nehmen musste!

Einen Tag nach dem errechneten Termin setzten die Wehen ein. Es ergab sich, dass meine Mutter gerade bei mir war und mich ins Geburtshaus begleitete. Obwohl wir uns vorher einig gewesen waren, dass sie bei der Geburt nicht dabei sein würde, blieb sie dann doch, hielt sich im Hintergrund und es passte für uns beide. Meine wunderbare Hebamme und eine Hebammenschülerin trugen mich durch die Geburt, die viel schmerzhafter war, als ich es mir in meinen pessimistischsten Träumen hätte vorstellen mögen. Doch wenige Stunden, nachdem es überstanden war, durfte ich mit meinem Baby nach Hause, wo ich über die nächsten Wochen von den Hebammen betreut wurde. 

Ganz ehrlich, gebären macht keinen Spaß. Aber es war trotzdem so ein wunderbares, magisches Ereignis und rückblickend fühlt es sich an, als wäre ich die ganze Zeit unter Freunden gewesen. Die Atmosphäre war nicht medizinisch oder fremd, sondern heimelig.
Sollte ich nochmal schwanger werden, würde ich jederzeit wieder das Geburtshaus mit seinen tollen Hebammen als Geburtsort wählen!

Ein ganz anderes Thema begegnete ihr dann im Wochenbett: Der Wochenfluss.

Stoffbinden stand ich lange zwiegespalten gegenüber.
An sich fand ich das Prinzip cool. Ein paar Stoff-Slipeinlagen besitze und nutze ich schon länger und gern hätte ich mich auch einmal durch das Bindensortiment von Kulmine getestet – aber als überzeugte Nutzerin von Menstruationstassen bestand einfach keine Notwendigkeit (never change a running system!). Und so habe ich mich immer aus Vernunftgründen selbst davon abgehalten, „einfach nur aus Spaß“ Stoffbinden zum Testen zu bestellen. 

Vor der Entbindung meines Kindes bekam ich von zwei Freundinnen Restbestände aus ihrer Wochenbettzeit geschenkt, unter anderem mehrere angebrochene Packungen Wegwerfbinden. Prima, dachte ich, so muss ich mich um nichts kümmern und kann diese für den Wochenfluss nutzen.
Wegwerfbinden hatte ich zuletzt als Teenie genutzt und konnte mich vage daran erinnern, dass ich dann schnell auf Tampons und dann die Tasse gewechselt war. Für die sehr begrenzte Zeit des Wochenflusses, so dachte ich, würde ich damit prima klarkommen. 

Aber oh Graus! Wie sehr hatte ich die Ekelhaftigkeit dieser Wegwerfbinden unterschätzt. Das schwitzige Plastik-Gefühl hätte ich, mit häufigem Wechseln, vielleicht noch aushalten können. Aber der Gestank war wirklich nicht zum Aushalten. Schlagartig erinnerte ich mich, warum ich damals so schnell bei Tampons gelandet war. Dass es wirklich Leute gibt, die Monat für Monat ihre Mens mit Wegwerfbinden bestreiten, ist mir unerklärlich.
Zum Glück stand ich in regem Kontakt mit Petra, und auf meinen Hilferuf hin schwang sie sich höchstpersönlich aufs Fahrrad und gab eine Ladung Stoffbinden in die Post, die am nächsten Tag schon bei mir war. Ich habe diese Binden sehr schnell schätzen gelernt und heute, über ein Jahr später, sind sie für mich für immer verbunden mit der bittersüßen Erinnerung an diese wahnsinnig anstrengende, wahnsinnig besondere Zeit – das Wochenbett. 

Seit ich wieder einen Zyklus habe, kommt meist die Lunette wieder zum Einsatz. Aber in fast jedem Zyklus benutze ich auch ein- oder zweimal eine Stoffbinde, aus Nostalgie und weil sie einfach so schön sind!
 


Neu im Shop: Sets für das Wochenbett und für Baby&Mama 

Mein Wunsch: kein Rechtfertigungsdruck über die Wunschgeburt

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Zunächst möchte ich klarstellen: bisher bin ich keine Mutter, hoffe aber, einmal eine zu sein.
In meinem Freundes- und Bekanntenkreis gibt es aber bereits Paare mit einem Kind. Bei einigen ist auch schon ein Geschwisterchen unterwegs. Während vieler unserer Treffen kommt das Gespräch daher irgendwann auf die Frage, wie das Baby denn zur Welt kommen solle.

Dabei fällt mir häufig auf, dass Geburtsentscheidungen welcher Art auch immer von mindestens einer Seite aus auf teils übergriffige Weise hinterfragt werden. Damit meine ich nicht, nach Gründen des Paares für diese oder jene Entscheidung zur Geburt zu fragen und diese zu akzeptieren, sondern die schwangere Frau in die Situation zu bringen, sich für die Geburtswünsche „rechtfertigen“ oder „verteidigen“ zu müssen, wenn z.B. eine Hausgeburt (mit Hebamme) oder eine Geburtshausgeburt gewünscht sind. Auch der gewünschte Verzicht auf PDA oder Kaiserschnitt – sofern nicht medizinisch notwendig – stößt oft auf Unverständnis: Die Geburt müsse man heute doch nicht mehr ertragen und man solle ruhig das komplette Angebot der Schulmedizin nutzen.

Nicht nur ein Kind wird geboren.
Bisher war ich nicht auf der Schwangerenseite und musste mich nicht dafür verteidigen, wie mein Mann und ich unser Kind willkommen heißen möchten. Ich empfinde den Prozess der Geburt auch als Geburt der Eltern: die Geburt ihrer Rollen als Mutter und Vater. Daher ist es für mich wichtig, dass Wünsche, Gefühle und Empfindungen der Eltern – besonders aber der Frau – in dieser für alle prägenden Ausnahmesituation nach Möglichkeit respektiert werden.

Seit mehr als zehn Jahren nutze ich das Zykluswissen der Natürlichen Familienplanung. Für die meisten sind natürliche Vorgänge wie der weibliche Zyklus aber mit Tabus oder sogar Ekel belegt. Die Pille verhindert die „lästige Blutung“. Mit der modernen Medizin lassen sich „eklige“ Begleiterscheinungen der Geburt wie Wehen (Wellen), Blut, Schleim oder Schweiß vermeiden. Hinter vorgehaltener Hand spricht man davon, dass durch einen Kaiserschnitt „da unten“ danach alles wie vor der Schwangerschaft bleibt und nicht „unnötig“ gedehnt wird.

Gemeinsam geboren werden – was wünsche ich mir?
Für mich und die Geburt unserer Kinder hoffe ich, dass bereits die Schwangerschaft möglichst unkommentiert verläuft. Ich wünsche mir, dass der Geburtsplan, den ich für unser Kind habe, akzeptiert wird und ich meine Kraft für den Prozess des Gebärens und selbst Geborenwerdens nutzen kann und nicht, um meine Wünsche zu rechtfertigen.
Bei Komplikationen, die ein Abweichen von meinen Wünschen erfordern, hoffe ich, dass mir notwendige Eingriffe – sofern zeitlich möglich – erklärt werden. Ich bete darum, dass nicht einfach irgendetwas mit mir geschieht oder mir Dinge unter der Geburt zustoßen, die ich nicht einordnen kann und die mich in dieser sensiblen Phase ängstigen. Ich hoffe, dass ich nach Möglichkeit Zeit bekomme, mich zu arrangieren. Ich wünsche mir, dass Hebammen – und in einem Krankenhaus – ÄrztInnen meine unter ihren Händen wachsende Familie als individuelle Einheit wahrnehmen und es ihnen personell möglich ist, uns achtsam zu begleiten. 

Die Entwicklung im Gesundheitssystem beobachte ich mit großer Sorge.
In meiner Umgebung schließen Geburtshäuser und Entbindungsstationen werden zusammengelegt – zu Lasten der werdenden Familien und des medizinischen Personals gleichermaßen.
Im Wochenbett erhoffe ich offene Ohren und die Möglichkeit, eine Hebamme zu finden, die meine Ansichten teilt und die uns darin unterstützt, als Familie zusammenzuwachsen. Auch hier wird die Situation leider eher schlechter als besser.
In jedem Fall werde ich unsere Wünsche und Bedürfnisse in einem Geburts- und Wochenbettplan festhalten, um für uns wichtige Punkte griffbereit und formuliert parat zu haben. In der Hoffnung, dass wir – mein Mann, unser Kind und ich – gut und für uns möglichst stimmig als Familie geboren werden.

— Lara


Die selbstbestimmte Geburt hier, heute und in Zukunft!

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Schwangerschaft und Geburt sind natürliche kraftvolle Vorgänge, die nur in Ausnahmefällen ärztlicher Hilfe bedürfen. Um uns dieser Perspektive zu nähern haben wir eine Reihe an Texten zusammengestellt, die weiter wachsen dürfen – als Inspiration für alle zukünftigen Gebärenden.

Nicht noch jemand, die dir sagt, was du tun sollst – sondern jemand, die dir hilft zu tun, was du möchtest.


Schon seit längerem bin ich zutiefst beunruhigt darüber, dass ich zu der schrecklichen Geburtssituation in Deutschland und vielen anderen Ländern keinen Gegenentwurf parat hatte. Eine sehr gute Zusamenfassung der kathastrophalen Lage kann bei Motherhood nachgelesen werden.

Selbstverständlich ist es wichtig, sich zu empören, zu demonstrieren und Petitionen zu unterzeichnen. Doch ich hatte immer das Gefühl: etwas fehlt.


Die Idee

Anfang April war der Knoten geplatzt, endlich hatte ich eine Idee – und sie passt auch noch gut zu Kulmine! Vor dem Hintergrund eines Berichtes über eine selbstbestimmte Geburt empörte sich eine Frau in einem Kommentar auf der Facebook-Seite von Kulmine über die Aussage eines Arztes.
Später entschuldigte sie sich bei mir für diesen öffentlichen Wutausbruch, bekräftigte gleichzeitig aber noch einmal ihre Kritikpunkte. Noch während ich ihr antwortete, kam mir die Idee.
Aber lest selbst:

Die Mail

„Liebe M.,
ich kann deine Wut gut nachvollziehen! Alle Kulminefrauen sind empört und wütend! Ich suche schon länger nach der positiven Aussicht in dem ganzen Dilemma.
Es darf nicht sein, dass die Geburt immer mehr fremdbestimmt wird und die Frauen verstärkt das Vertrauen in ihre Kraft verlieren.
Eine große Zahl von verfügbaren Berichten zu freien Geburten könnten vielleicht verhindern, dass die Frauen selbst glauben, sie seien unter der Geburt hilflos oder sogar krank. Es könnte verhindern, dass sie glauben, sie müssten ihre Verantwortung und freien Willen beim Thema Geburt generell an Krankenhäuser und Ärzt:innen abgeben.
Alle Frauen, die wissen, wie es ist, selbstbestimmt und lebendig zu gebären, können andere Frauen und Männer inspirieren und ihnen damit ermöglichen, an sich zu glauben!
Das ist ein Gegengewicht, an das ich glauben kann. Sonst bleiben einige wenige selbstbewusste Frauen mit ihrem Wissen abgeschottet und unter sich. Dabei sollte dieses Wissen zumindest allen frei zugänglich sein!“


Deshalb laden wir hier Frauen und Männer dazu ein, von ihren selbstbestimmten Geburten zu berichten.

Für einen Bericht müssen es keine perfekten Geburten unter optimalen Bedingungen gewesen sein. Grundsätzlich geht es darum, ob die Frauen und Paare selbst bestimmen konnten, was mit ihnen geschehen sollte und dass sie ihrem Gefühl und ihrer Intuition folgen konnten.
Egal, ob ihr Zuhause, im Geburtshaus oder im Krankenhaus geboren habt, es eine Alleingeburt, eine Geburt zusammen mit Hebammen oder Ärzt:innen,eine Spontangeburt oder Kaiserschnitt war. All das spielt keine Rolle, solange ihr euch würdevoll und respektiert gefühlt habt.

Aber auch Berichte über Geburten, die nicht so verliefen wie gewünscht sind wichtig und vervollständigen Stück für Stück das Puzzle und unser Bewusstsein darum, was Geburt alles sein kann.


Die Reihe beginnt mit der Geburtserfahrungen von Petra.


Petra hat ihre beiden Kinder vor über 30 Jahren geboren. Damals gab es die Bewegung für eine „Sanfte Geburt“. Nur wenige Krankenhäuser folgten diesem Ansatz und es gab noch wesentlich weniger Geburtshäuser als heute. Ihr war ganz klar, dass sie sich unter der Geburt sicher fühlen wollte. Sie wollte nicht für ihre Würde, ihren freien Willen oder gar Gewaltfreiheit kämpfen müssen und auch nicht für die Unversehrtheit der Neugeborenen.
Petra wünschte sich Unterstützung bei einer möglichst natürlichen Geburt und danach beim Stillen. In ihrer Region gab es einen Arzt, dem sie vertraute. Er beschäftigte sich damals mit den Methoden von Leboyer und Odent und tat sein Möglichstes für den Schutz der Neugeborenen. Auch das Stillen war für ihn enorm wichtig.
Er arbeitete gemeinsam mit einer Hebamme, die seinen Ansatz teilte und schon über 600 Geburten mit ihm betreut hatte. Bei jeder der beiden von Petras Geburten fuhr sie 60 Kilometer, um in Begleitung von Arzt und Hebamme gebären zu können. Noch heute ist sie froh darüber, denn sie wusste, dass sie viele Aspekte der üblichen Geburtshilfe zumindest als verunsichernd oder gar als traumatisierend und gewalttätig empfunden hätte.
Die Geburten liefen ab, wie zuvor besprochen. „Wir durften in Ruhe mit uns sein. Und doch erschien die Hebamme immer, wenn ich nur dachte: ,Jetzt brauche ich sie‘.“
Doch die Wehen dauerten nicht lang: beide Male waren die Kinder nach drei Stunden geboren. Trotzdem hatte Petra das Gefühl, alle Zeit der Welt zu haben: „Ich konnte jederzeit meine Position wechseln, mit Mann einfach da sein oder auch bei der zweiten Geburt mit Mann und einer Freundin. Ich fühlte mich respektiert und unterstützt – völlig wohl und sicher.“ Beide Jungen wurden um Mitternacht geboren, niemand dachte an einen Schichtwechsel der Hebamme. Der Arzt ging nach Hause, aber nicht, weil er nachlässig war. Vielmehr fand er, dass einfache Geburten in die Hände der Eltern und der Hebamme gehörten. Beide Male kam er kurz nach Mitternacht ohne Murren und froh über die leichten Geburten wieder dazu.
In Petras nahem Bekanntenkreis gab es ansonsten nur Frauen, die eine Hausgeburt planten, ins Geburtshaus gingen oder – wenn nötig – mit ihrer Beleghebamme ins Krankenhaus fuhren. 

So ging Petra mit der Zeit der Bezug zum üblichen Geburtsablauf in Krankenhäusern verloren. Allerdings las sie im Laufe der Jahre ausschließlich von tollen Kreißsälen in Krankenhäusern und davon, wie eine Geburt sanfter als die nächste sei. Vor einigen Jahren lernte sie jedoch eine junge Hebamme kennen, die in verschiedenen Krankenhäusern gearbeitet hatte: „Bis dahin glaubte ich wirklich, dass die ,Sanfte Geburt‘ im Krankenhaus inzwischen normal geworden ist und dass davon abweichende Berichte nur Ausnahmen sind.“
Doch die Schilderungen der jungen Hebamme desillusionierten Petra sehr: „Sie meinte, oft sei die ,Sanfte Geburt‘ eine Marketingstrategie. Innerhalb des Krankenhauses ging es aber um Zeit, Geld und Macht.“ Eine ältere Bekannte, die früher als Hebamme im Krankenhaus gearbeitet hatte und nach langer freiberuflicher Tätigkeit aus finanziellen Gründen wieder im Krankenhaus anfing, hielt dort nur ein paar Monate durch. Sie erlebte den Zeitdruck als unmenschlich für die Gebärenden und das Personal gleichermaßen – so kündigte sie wieder.

Durch diese Berichte aufmerksam gemacht, begann sich Petra wieder neu zu informieren:
„Da ich den Start in das Leben so wichtig finde, wuchs mein Interesse für Schwangerschaft und Geburt in der heutigen Zeit und erschrocken musste ich feststellen, wie schlimm die Lage mittlerweile schon geworden ist.“

Schließlich wurde daraus die Idee geboren, eine positives Gegenstück zur sich verschlechternden Geburtssituation zu schaffen und auf dem Blog von Kulmine eine Plattform zu schaffen, in der Raum ist für das, worüber sonst nicht geredet wird.

Teilt eure Geburtserlebnisse! 
Teilt eure Selbstständigkeit, die Würde und das Wunder der Geburt!


Berichte können gerne per Email mit dem Betreff „Geburtsbericht“ geschickt werden.
Sie werden je nach Wunsch anonym oder mit (Vor)Name auf dem Blog erscheinen.

Weiterführende Links zu dem Thema:

Über die Arbeitsbedingungen einer Hebamme im Kreissal: Manchmal betreue ich parallel drei Frauen mit Wehen

Roses Revolution: Über den internationalen Tag gegen Gewalt in der Geburtshilfe

Ein Podcast des WDR: Weinen hilft dir jetzt auch nicht: Gewalt in der Geburtshilfe (Inhaltswarnung zu detaillierten Beschreibungen von Gewalt während der Geburt.)

Birth Becomes Her: Eine ganz besondere Sammlung von Bildern rund um die Geburt (Facebook)

Ein historischer Blick auf Geburtspositionen im Kontrast zur heute verbreiteten Position.

Telefonat mit Petra

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Die Umgangsform für unerwünschte Gedanken aus dem Zitat auf dem Bild (frei nach alten Zen-Meistern und Petra) ist für mich zentral in meinem Leben – wenn ich aber tiefer gucken will, woher die Gedanken überhaupt kommen, kann ich Petras Wissen dafür nutzen.
Zum Beispiel, wenn ich mit Petra telefoniere.
Dabei kann ich von meinem Tag erzählen, von Begegnungen, von Herausforderungen – und erhalte von Petra wertvolle Rückmeldungen – oder auch einfach von Herzen kommendes gemeinsames Lachen über all das.

Telefonat mit Petra

Ich rufe dich an,
und komme sofort in deinem Hafen von Ruhe
an.
Deine Präsens spüren,
dein Verständnis spüren,
streichelt mich und hüllt mich ein –
mit gleichzeitigem Realitäts-Check
für was wirklich ist
was gebraucht wird
wo nur Zuhören notwendig ist –
geht das Gespräch über
ins Alltägliche,
was genauso köstlich
von mir aufgesogen wird,
mir so gut tut,
mich jetzt noch be-
rührt und be-
wegt,
weil du so da und so echt bist.
Für die Dankbarkeit,
für diese Rettung,
wieder und wieder
gibt es keine Worte.
Deine Güte und Ruhe und Kraft
so tief, so groß und ursprünglich.
Versuche es auszudrücken –
„Danke“
trifft es nur halb,
aber mein Herz ist dabei ganz.


Das Bild von Mela, das Zitat, Gedicht und der Text sind 2015 im Rahmen des Advent_ures zusammen gestellt worden. Der vollständige Advent_ure kann hier entdeckt werden! Der erste Beitrag befindet sich gaaaanz unten. 🙂

Übungen zur Zentrierung

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Zentrierung ist eine Form von Entspannungsübung, die dich in Balance bringen kann. 
Es entspannt körperlich und lässt geistig wach werden. 
Zentrierung führt zu mehr Sicherheit in deiner inneren und äußeren Haltung.

Sorge dafür, dass du 15 Minuten Zeit hast und suche dir einen Ort, an dem du dich wohl fühlst und ungestört bist.

Wenn du diese Art von Übung zum ersten Mal machst, aber auch wenn du bereits ähnliches kennst, wirst du bei jeder Wiederholung etwas Neues entdecken.
Schließe deine Augen, wenn du magst.
Nimm deinen Stand und deine Haltung wahr – wie fühlt sich das an?
Jetzt spüre deinen ganzen Körper – wie geht es ihm gerade?
Nun spüre die Veränderung nach jedem der folgenden Schritte:
Stehe so, dass sich die Außenkanten deiner Füße unter den Außenkanten der Schultern befinden, also schulterbreit.
Lass deine Knie ein wenig locker.
Stell dir vor, dass aus deinen Fußsohlen Wurzeln in die Erde wachsen.
Spüre die Verbindung mit dem Boden und lass dein Steißbein nach unten sinken, wobei dein Becken leicht nach vorne kippt.
Stell dir vor, dein Kopf strebt in einer Spirale nach oben. Das kannst du auch mit kleiner werdenden Bewegungen unterstützen.
Die Wirbelsäule dehnt sich und öffnet sich bis zum letzten Halswirbel nach oben.
Nun bist du mit Himmel und Erde verbunden, losgelassen nach oben und geerdet nach unten.
Leg nun abschließend eine Hand unter deinen Bauchnabel, die andere auf gleicher Höhe auf den Rücken.
Atme und nimm den Bereich zwischen deinen Händen wahr.
Nun stell dir vor, dass du mit jedem Ausatmen den Nabel in Richtung Wirbelsäule atmest, ganz sanft.
Diese kleine Atembewegung richtet dich innerlich und äußerlich auf, zentriert dich und aktiviert – wie nebenbei – deinen Beckenboden.
Spiel mit dieser kleinen Bewegung.

Nimm deinen Stand und deine Haltung wahr – wie fühlt sich das an?
Jetzt spüre deinen ganzen Körper – wie geht es ihm gerade?

Lass sich deine Augen öffnen und nimm dir noch etwas Zeit, um die Übung nachklingen zu lassen. 


Küchen- und Sofagespräche – weibliche Energie

Petra und Mela tauchen ein in das Thema weibliche Energie, streifen Yin und Yang, spüren nach, wie der Zyklus und die Menstruation damit zusammenhängen und erklären, was das alles mit Kulmine als Firma zu tun hat. Außerdem erzählt Petra noch mal vom PMS-Monster – denn der Podcast wurde vor den ganzen Blogtexten aufgenommen, die zu PMS entstanden sind.


Zyklisch grüßt das PMS

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Bei vielen Frauen folgen Zyklen ab einem gewissen Zeitpunkt einem immer wiederkehrendem Muster: vor der Menstruation schleichen sich manchmal kaum kontrollierbare Emotionen an, wirbeln ihr Innerstes durcheinander und verschwinden, sobald die Mens anklopft. Hier geht es um das prämenstruelle Syndrom (PMS) und was es emotional und psychisch mit uns macht.

… oder: die Zähmung des Monsters.

Vor kurzem hatte ich Besuch von einer dreißigjährigen Frau. Sie war zum ersten Mal bei mir und wollte gerne das Kulmine Lager sehen und die Produkte kennenlernen. Dabei erzählte ich ihr, dass es vielen Frauen gut tut, Stoffbinden zu verwenden, um die Menstruation positiv zu erleben. Daraufhin berichtete sie mir von ihrem PMS, das sie seit zwei Jahren jeden Zyklus zum (wie sie es benennt) Monster macht: „Ich werde scheinbar grundlos aggressiv, weine stundenlang oder putze Dinge, die gar nicht schmutzig sind.“ Besonders belastet sie, dass sie mit ihrem Verhalten vor allem ihre allerliebsten Menschen trifft.
Und ich konnte nur ja sagen. Dieses Monster kenne ich gut. Bei mir zeigt es sich nicht mehr, aber früher kam es völlig überraschend – und ich fühlte mich ihm hilflos ausgeliefert. Besonders wunderte mich, dass mich Mann und Kinder nach solchen Ausbrüchen noch liebten und akzeptierten. In schlimmen PMS-Phasen ertrug ich niemanden in meiner Nähe und brauchte Distanz – obwohl Nähe sonst sehr wichtig für mich war.
Viele Frauen kennen diese schwer fassbaren und schwer auszuhaltenden Widersprüche zwischen Empfinden und Bedürfnissen während der Zeit vor der Menstruation. 

Dabei haben die akuten Bedürfnisse und Empfindungen oft nicht direkt miteinander zu tun. Also wo liegen die Wurzeln dieses Widerspruchs?

Aus dem Gleichgewicht

Speziell Frauen wird Wut oft nicht ernsthaft zugestanden, sondern als „Zickenterror“ abgetan. Und tatsächlich kennen viele ihre berechtigte, neutrale Wut gar nicht mehr. Der direkte Ausdruck von Gefühlen – auch von Trauer oder positiven Gefühlen – findet selten statt und hat auch kein gesellschaftlich akzeptiertes Ventil.

Das Monster wird von diesen unterdrückten Gefühlen genährt.

Bei PMS erleben Frauen dann, dass sich dieser angestaute, emotionale Druck entlädt wie ein Gewitter – beispielsweise in Ärger, Putzattacken und Tränen: wir haben unsere Balance verloren und fallen ins Extrem.
Ein Ungleichgewicht kann – neben zu wenig achtsamen Umgang mit uns selbst und unseren Gefühlen – noch auf weiteren Ebenen bestehen und PMS begünstigen:

  • Mangel an ausgleichend wirkender Bewegung
  • innerlicher und äußerlicher Stress
  • wenig Zeit für sich selbst
  • Störungen im Hormonsystem (zum Beispiel der Schilddrüse)
  • Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen
  • Ablehnung der Menstruation/des Zyklusgeschehens

Der Gedanke braucht Raum

Denn der Gedanke braucht wie ein Vogel Raum;
in einem Käfig aus vielen Worten, kann er wohl seine Flügel ausbreiten,
aber nicht fliegen.

Khalil Gibran

Sich selbst zu verstehen

Die Frage, ob es einen Gott gibt oder die Wahrheit oder die Realität oder wie Sie es sonst benennen mögen, kann niemals durch Bücher, Priester,  Philosophen oder Erlöser beantwortet werden.
Niemand und nichts kann diese Frage beantworten als Sie selbst; und darum müssen Sie sich kennen.
Wenn man sich nicht selbst kennt, ist man unreif; sich selbst zu verstehen, ist der Anfang der Weisheit. 

Krishnamurti

Ab die Post!

​Bei mir gibt es eine kleine Sammlung in der Wohnung.
In der liegen seit einer undefinierten Zeit (sicherlich Jahre) eine Reihe von Sachen wie…
Eine Festplatte! Ein altes Handy! Und einige Druckerpatronen.
Ich nehme mir immer wieder vor, sie bei der entsprechenden Sammelstelle abzugeben. Aber offensichtlich scheint das bei mir nicht besonders erfolgreich zu sein.
Und dann hat Petra mir den folgenden Link gegeben, auf dem ich etwas nützliches entdeckte!


Die deutsche Post bietet an diese Art von elektronischem Müll kostenlos zu entsorgen. Auf ihrer Seite steht: „Geeignet sind grundsätzlich alle Altgeräte, Bauteile und Druckerpatronen, die in einen Maxibrief passen (Höchstmaß: 35 × 25 × 5 cm, Höchstgewicht: 1.000 g).

  • alte Handys, Mobiltelefone, Smartphones 
  • Digitalkameras, PDA, MP3-Player
  • leere Druckerpatronen 
  • kleinere Computerbauteile, wie Laufwerke oder Festplatten“ 

Man kann übrigens jede Art von stabilem Umschlag nutzen und muss dafür keinen speziellen bei der Post abholen – zum Glück, sonst würden dafür bei mir vermutlich noch weitere Jahre ins Land ziehen. 

Anleitung:
„Kostenlose Versandmarke ausdrucken und auf einen stabilen Umschlag kleben.
Defektes Elektrogerät, altes Handy oder leere Druckerpatronen in den Umschlag stecken.
Bitte vorher die Batterien und beim Handy entsorgen die SIM-Karte entfernen und persönliche Daten löschen.
Umschlag gut verschließen.
Den Umschlag in den Briefkasten werfen oder in der Postfiliale abgeben.“ 

Und das war es schon!

Alles weitere, auch der Link zum Ausdrucken der Briefmarke findet sich auf der Seite der deutschen Post