Eine wichtige Frage

Eine Frage, die Petra gerne stellt, ist: „Was brauchst du?
In der Regel führt die Frage bei mir blitzschnell zu einem ganz besonders leer gefegtem Kopf, in dem sich höchstens noch Fragezeichen befinden.

Es gab aber einen Moment, in dem ich das erste Mal verstand, wieso diese Frage so wichtig für einen sein kann.
Es war vor einigen Jahren in der Zeit nach Weihnachten. Ich hatte ein riesiges Puzzle geschenkt bekommen und saß Abend für Abend da und suchte die passenden Teile für das nächste kleine Stück.
Irgendwann fiel mir auf, wie viel erfolgreicher ich ein Teil suchen konnte, wenn ich mir vorher klar gemacht hatte, was ich eigentlich suche.
Denn wenn ich erkenne, was ich brauche, kann ich finden, was ich brauche.
Und nur dann, kann ich auch bekommen
, was ich brauche


Die Frage „Was brauche ich?“ kann in so vielen Aspekten gestellt werden.

In Bezug zum Zyklus können die folgenden Fragen Anregungen sein:

  • Was brauche ich, wenn ich menstruiere? Was sind dann meine Bedürfnisse? 
  • Will ich mich zurückziehen und alleine sein? Oder bin ich voll Tatendrang und brauche eine Aufgabe? 
  • Will ich Zeit mit mir verbringen oder mit anderen? 
  • Will ich mich meinen Schmerzen hingeben, oder etwas tun, um sie zu mindern?
  • Was brauche ich, wenn ich PMS habe? 
  • Was macht es leichter, mit den Stimmungswechseln umzugehen?
  • Was kann ich tun, um mich auf mich zu besinnen?

Was brauchst du?

Winterlich ruhige Tage laden besonders ein, sich zurück zu ziehen und auf vergangenes und kommendes zu gucken.  
Fragen können ein Weg sein, in sich zu forschen und zu entdecken, worum es eigentlich geht und welche Bedürfnisse wir haben. 

Das Team von Kulmine wünscht allen Leser:innen eine lebendige Entdeckungsreise auf dem persönlichen Weg!


Es ist nicht egal, wie wir gebären!

Als Nina mich fragte, ob ich über meine Geburt schreiben würde, die ich als selbstbestimmt erlebt habe, dachte ich: Na klar schreibe ich über die Geburt. Aber je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr kam die Erkenntnis: Die Geburt war selbstbestimmt, aber es gab auch einen Weg dorthin, der mindestens genauso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger war. 

Schon 2010 hatte ich über die immer kritischer werdende Situation der Hebammen gelesen und wusste – sechs Jahre später – dass ich schnell sein musste, sollte ich schwanger werden.
Ich hatte viele Geburtsberichte gelesen, davon sehr viele positive über außerklinische Geburten mit 1 zu 1 Betreuung und eine aufsuchende Wochenbett-Betreuung. Da war also das diffuse Wissen, dass Hebammen wichtig für Schwangerschaft, Geburt und Wochenbettbetreuung waren, aber wie bedeutsam sie für mein persönliches Erleben derjenigen sein würden, ahnte ich noch nicht im Geringsten.

Als digital native bin ich mit dem Internet aufgewachsen und ohne es wäre ich nicht in der Lage gewesen, mir die Voraussetzungen für eine selbstbestimmte Geburt zu schaffen. Deshalb möchte ich meine Erfahrung mit Interessierten teilen, auch wenn der Text so viel länger geworden ist, als ursprünglich geplant. 🙂


Schwangerschaft und Vorsorge

Mit Sensiplan (eine spezielle Form der Zyklusbeobachtung) konnte ich den Eisprung sicher auswerten und als ich den 15. Tag der 2. Zyklusphase erreichte, wusste ich schon, dass ich schwanger war. Erstens war meine Gelbkörperphase in 10 Jahren nie länger als 14 Tage gewesen und zweitens waren meine ersten Schwangerschaftssymptome gute Laune und Zuversicht. Etwas das mir als nebenberufliche Bedenkenträgerin völlig neu war.
In mir war eine tiefe Sicherheit, dass diese Schwangerschaft halten und ich am Ende ein gesundes Wunschkind in den Armen halten würde. Zum ersten Mal lernte ich also meine Intuition kennen.

Der Schwangerschaftstest fiel positiv aus und ich rief sofort im Geburtshaus an. Ich sollte zum Informationsabend kommen und konnte mich zwei Wochen später für die Schwangerschaftsvorsorge und Geburt dort anmelden. Und ja ich gebe zu: meinen Partner und Vater des Kindes habe ich erst am Abend des positiven Tests informiert. Zu groß war die Furcht, schon in Schwangerschaftswoche (SSW) 4+1 zu spät für die Hebammensuche zu sein.
Beim Informationsabend stellte sich dann tatsächlich heraus, dass einige Schwangere auf die Warteliste kommen würden oder zu spät dran waren.

Bei meiner Frauenärztin stellte ich mich in der 8. SSW vor und sagte absichtlich ein korrigiertes Datum für die letzte Regel, da der Eisprung fünf Tage später statt gefunden hatte und nicht wie im Lehrbuch an Zyklustag 14. Schon meine Mutter hatte dies bei ihrer zweiten Schwangerschaft so gehandhabt, da ich als erstes Kind 11 Tage „zu spät“ auf die Welt kam – einfach weil unsere Zyklen länger als der Durchschnitt sind. Im Ultraschall konnte man sehen, dass sich die Fruchthöhle in der Gebärmutter und nicht im Eileiter befand. Ich informierte meine Frauenärztin fast schon entschuldigend, dass ich die Vorsorge abwechselnd mit den Hebammen durchführe und sollte nichts dagegen sprechen, eine außerklinische Geburt plane.
Sie kommentierte dies nicht, aber ich konnte schon an ihrem Gesichtsausdruck erkennen, was sie darüber wohl denken mochte.

Es werden ja nun allerhand Tests gemacht und ebenso als IgEL (individuelle Gesundheitsleistung, privat zu zahlen) angeboten. „Zur Sicherheit“ ließ ich Toxoplasmose, Ringel-Röteln und CMV (Cytomegalie-Virus) bestimmen – letzteres da man sich nur durch vorbeugende Hygiene-Maßnahmen schützen kann und eine Infektion in der Frühschwangerschaft schwere Behinderungen des Kindes nach sich ziehen kann. Zudem ist eine Antikörper-Therapie ein off-lable Einsatz – die Medikamente kosten mehrere Tausend Euro und man ist auf eine freiwillige Erstattung durch die gesetzliche Krankenkasse angewiesen.
Nun stellte sich heraus, dass meine von mir vermutete Mononukleose zwei Monate vor der Schwangerschaft tatsächlich eine CMV Infektion gewesen war. Zumindest deuteten die Antikörper auf eine Infektion mindestens acht Wochen vor der Empfängnis darauf hin.

Auf einmal war ich eine Risikoschwangere und wurde zu zusätzlichen Ultraschalls an eine DEGUM 2 Gynäkologin überwiesen. Diese datierte den Entbindungstermin in SSW 13 auf Grund der Größe des Fetus fünf Tage vor – obwohl ab der 11. SSW die Größenbestimmung per Ultraschall sehr unsicher ist und laut Leitlinien auch nicht empfohlen wird. Meine Gynäkologin übernahm diesen ET und ließ sich nicht auf Diskussionen ein. Wie eine Eireifung noch während der Menstruation zu einem Eisprung an Zyklustag neun führen soll, bleibt mir bis heute ein Rätsel.
Zu diesem Zeitpunkt wurde mir allmählich klar, dass man einer Schwangeren jegliches Verfügungsrecht über ihren Körper abspricht und sie quasi entmündigt, indem ihr Angst gemacht wird: „Wir wollen doch nicht, dass Ihrem Kind etwas passiert!“ Da ging ich nun nach dem Termin aus der Praxis, fast 30 Jahre alt, mit abgeschlossenem naturwissenschaftlichen Studium und Note 1 vor dem Komma und fühlte mich bevormundet wie ein Kind. Der Irrsinn ging weiter: in der 34. SSW wurde beim DEGUM 2 Schall das Gewicht unter der 3. Perzentile gemessen – kein Wunder, denn das Kind war aus ärztlicher Sicht älter. Die Diagnose: small for gestational age (Wachstumsretardierung).
Zu diesem Zeitpunkt erlebte ich meine Arbeitssituation zunehmend als sehr belastend, insbesondere, dass ich viel Stehen und Gehen musste.

Anstatt meinen mütterlichen Organismus von diesem vielen Stehen/Gehen und dem Lärm und Stress zu entlasten und mich aus einer Arbeitssituation zu nehmen, in der die Mutterschutzrichtlinien nur minimal umgesetzt wurden, schürten die Ärzte latente Sorgen. Anstatt die Ursache des leichten Kindes in der Minderdurchblutung der Gebärmutter unter Adrenalin-Dauerbeschuss zu suchen (der Körper reduziert unter Stress die Durchblutung weniger überlebenswichtiger Organe wie Niere und Gebärmutter), versteiften sich die Ärzte auf eine mögliche Krankheit des Kindes. In der Anmeldung zur Geburt in meinem Wunschkrankenhaus, falls das Geburtshaus keine Option mehr sein würde, ging es keineswegs um meine Wünsche im Geburtsplan, sondern nur darum, dass eine außerklinische Geburt nicht empfohlen wird.
Bei der gynäkologischen Pflichtuntersuchung für außerklinische Geburten an Entbindungstermin plus ein, zwei oder drei Tage waren Fruchtwassermenge und Plazentaverkalkung normgerecht, alle Parameter unauffällig, nur das CTG gefiel meiner Frauenärztin nicht: die Frequenz war bei 170 Schlägen pro Minute. Das CTG wurde nach einer Stunde wiederholt und war auf 120 Schläge pro Minute gesunken. Das war ihr nun wiederum zu niedrig und sie wollte mich am gleichen Abend in die Klinik schicken.

Zu dem Zeitpunkt war ich mental aber schon soweit und dachte mir: „Ihr könnt mir alle mal die Füße kraulen!“ Im Wartezimmer lief ein enorm lauter Lüfter, weil es ein sehr schwüler Tag war – kein Wunder dass mein Baby dadurch Stress bekam, weil es ihm eine Dreiviertelstunde zuhören musste. Mein Baby bewegte sich, seit ich die Kindsbewegungen spüren konnte, derartig viel, dass ich dachte, es käme durch die Bauchdecke geturnt. Eine solche Muskelaktivität kann keine Sauerstoff- oder sonstige Unterversorgung bedeuten.
Ich hatte genug und ging ab dieser Vorsorge nur noch zu meinen Hebammen. Die Ultraschalluntersuchungen hatten keinen Hinweis auf Organschädigungen ergeben, nach meinem Resturlaub und Mutterschutz hatte das Baby in einem Monat mehr als ein Kilogramm an Gewicht wieder aufgeholt und befand sich auf der 33. Gewichtsperzentile. Ich hatte alle Untersuchungen, die mir sinnvoll erschienen, durchgeführt und hatte genug Sicherheit, um mit gutem Gewissen eine außerklinische Geburt zu beginnen. Alle Parameter wie Blutdruck, Urin, Gewicht und Blutzucker waren absolut unauffällig.
Trotzdem schienen die Ärzte auf Teufel komm raus etwas krankhaftes als Ursache finden zu wollen.

Wie anders fühlte ich mich nach den Hebammenvorsorgen: statt 10 Minuten Gespräch hatte ich mindestens 45 Minuten. Die Räumlichkeiten waren einladend, gemütlich und das Geburtszimmer wie eine warme und vertraute Höhle. Da ich fast keine Beschwerden in der Schwangerschaft hatte, traute ich mich zuerst nicht, diese zu genießen und befürchtete ein „dickes Ende“. Die Hebamme M. ermutigte mich, die Schwangerschaft mehr zu genießen. Bei der Risikoaufklärung konnte die Hebamme P. mir helfen, einen realistischen Blick auf die Risiken unter der Geburt zu bekommen – ich vertraute mehr und mehr meiner Intuition, dass die außerklinische Geburt die bessere Option für mich, mein Baby und meinen Partner war. Mir wurde zu jeder Zeit die Option offen gelassen, doch ins Krankenhaus zu gehen, falls ich das möchte.
Als die Diagnose small for gestational age (Wachstumsretardierung) gestellt wurde, durfte ich vor Hebamme O. meine Gedanken in Ruhe ausformulieren, dass Ultraschall-Untersuchungen durchaus ungenau sein können, ich selbst auch ein sehr leichtes Kind war und dass die Infektion höchstwahrscheinlich ausreichend lange vor der Empfängnis abgeklungen war. In der 37. SSW erfasste mich eine emotionale Krise und ich weinte sehr oft. Ich hatte auf einmal Angst vor der emotionalen Herausforderung, Mutter zu werden und mich selbst noch als Kind meiner Eltern zu fühlen. Hebamme L. sprach mich darauf an und hielt meine Tränen aus.

„Ein Kind braucht am Anfang nur genug zu essen, will es warm und kuscheln.“ Nach jeder Vorsorge war ich gut gelaunt, glücklich, in engem Dialog mit meinem Kind, vertraute meinem Körper und seiner Fähigkeit zu gebären. Ich fühlte mich respektiert, mit meinen Sorgen Ernst genommen, durfte vaginale Untersuchungen ablehnen, damit ich mich nicht selbst unter Druck setzte, ob der Muttermund nun schon verstrichen oder ein Finger einlegbar war. So fiel es mir noch leichter, in Ruhe abzuwarten, dass sich mein Baby von selbst auf den Weg macht.
Im Krankenhaus leitet man ja gerne schon ab ET+7 bzw. ET + 10 ein und bei ET + 14 wäre ich vermutlich sehr hohem Druck ausgesetzt gewesen. Wohl bemerkt ärztlich verursachtem Druck durch Vordatierung!


Die Geburt

11 Tage nach dem korrigierten Entbindungstermin und sech Tage nach dem Entbindungstermin, den ich basierend auf Regeln von Sensiplan erreichnet hatte, ging ich morgens auf Toilette und bemerkte auf dem Weg, dass Flüssigkeit aus mir rann. Ich war sofort hellwach und aufgeregt: Das konnte nur bedeuten, dass die Fruchtblase geplatzt und die Geburt nun definitiv in Gang gesetzt war. Ich fing etwas Flüssigkeit auf und testete den pH Wert, Aussehen sowie den Geruch. Das Stäbchen wurde tiefblau und der Geruch der Flüssigkeit erinnerte mich an Sperma. Dank Google erfuhr ich, dass das normal war.
Nachdem ich geduscht und mir Pelzys in die Unterhose geklemmt hatte, rief ich meine Hebamme M. auf dem Rufbereitschaftstelefon an.
Sie klang sehr müde und ich erfuhr später, dass sie in der Nacht gleich zwei Geburten gehabt hatte. Trotzdem war sie immer noch sehr freundlich, hat sich einfühlsam mit mir gefreut, dass es nun endlich los gehe und wir besprachen, dass ich nicht sofort ins Geburtshaus kommen muss, da ich um 9 Uhr sowieso noch eine geplante Vorsorge haben würde.

Diese war bei Hebamme K. vom anderen Team, die ich bisher noch nicht kennen gelernt hatte, aber bei der ich mich auch sofort wohl fühlte. CTG, Urin und Blutdruck waren unauffällig und der Muttermund verstrichen. Da sich „richtige“ Eröffnungswehen noch nicht blicken ließen, besprachen wir, dass ich um 16 Uhr noch mal anrufen sollte und wir dann besprechen, ob ich eine halbe Dosis Rizinusöl einnehmen soll, um die Wehen in Gang zu bringen.
Auf Grund des vorzeitigen Blasensprungs mussten wir die 24 Stunden Grenze etwas im Auge behalten. Innerhalb dieses Fensters sollte das Kind auf der Welt sein. Ich sollte über den Tag eigenverantwortlich meine Temperatur messen, um eine aufsteigende Infektion rechtzeitig zu erkennen.

Zuhause angekommen, machte ich der Mutter meines Freundes klar, dass ich den Kopf nicht für die Geburt frei haben würde, solange sie noch in unserer Wohnung sei. Sie hatte uns ins Geburtshaus zur Vorsorge gefahren, da mein Freund am vorigen Tag eine kleinere Operation mit Vollnarkose gehabt hatte und noch nicht wieder ein Fahrzeug führen durfte. Der Onkel meines Freundes fuhr ihn noch einmal ins Krankenhaus für die Röntgenkontrolle.
Ich backte derweil einen Geburtstagskuchen und putzte die Küche ein letztes Mal so richtig gründlich. Als mein Freund wieder da war, verabschiedeten wir seine Mutter. Nun hatte ich endlich den Kopf frei und war bereit, die Wehen kommen zu lassen. Ich tigerte durch das Haus, räumte hier und dort noch auf, aß eine große Portion Nudeln und stieg vor allem viele Treppen.
Die Wehen waren nun als schmerzhaftes Ziehen zu spüren und kamen etwa alle 10 – 20 Minuten.

Wie es im Geburtsvorbereitungskurs gezeigt worden war, stützte ich mich auf Tisch oder Tresen um die Körpermitte zu entspannen und atmete in den Bauch in den leichten Schmerz hinein – dann mit geöffnetem Mund wieder aus. Um 16 Uhr telefonierte ich mit K. und wir vereinbarten, dass ich mir um 18 Uhr ein Spiegelei mit Rizinusöl brate. Bis dahin machten wir noch einen kleinen Spaziergang. Es war ein kühler und bewölkter Augusttag mit ein wenig Nieselregen und ich war froh, dass es nicht hieß und schwül war.
Nach dem Rizinusöl-Spiegelei ließ ich ein warmes Bad ein und wir sahen eine seichte Komödie auf dem Computer, während wir die Wehenabstände stoppten. Sie kamen nun schon alle acht Minuten und forderten meine volle Konzentration beim Veratmen.
Nach einer Stunde wollte ich aus der Wanne heraus – die abführende Wirkung hatte eingesetzt. Wir machten uns mit dem Auto auf den Weg ins Geburtshaus – die Wehen kamen alle sieben Minuten und die letzte Wehe nach 30 Minuten Fahrt im Auto war bereits richtig gemein. Mein Freund suchte einen Parkplatz und ich klingelte an der Tür des Geburtshauses.

Es ist 21:06 Uhr und K. öffnet mir mit L., die gerade als neue Kollegin eingearbeitet wird, die Tür. Sie begrüßen mich strahlend und ich weiß: alles wird gut. Jegliche Nervosität fällt von mir ab. Wir gehen ins Geburtszimmer und ich werde noch einmal eine halbe Stunde ans CTG angeschlossen – es zeigt wieder keine Auffälligkeiten. Ich liege auf dem Bett und die Hebammen knien auf dem Boden. Was mir zuerst merkwürdig erscheint, weicht der Erkenntnis: heute geht es einmal nur um mich, meine Bedürfnisse und mein Geburtserlebnis. Die Stimmung ist gut und wir plaudern etwas.
Die vaginale Untersuchung ergibt, dass der Muttermund erst wenige Zentimeter geöffnet ist und uns wird empfohlen, noch einmal nach Hause zu fahren – interessanterweise weiß ich davon gar nichts mehr. Meinen Freund macht die Aussicht auf die längere Fahrt nach Hause etwas nervös. Ich bleibe wohl einfach sitzen. Dann werden wir gefragt, ob wir noch einmal spazieren gehen möchten und die Hebammen ziehen sich zurück.
Doch bereits im Flur merke ich, dass das nichts wird. Ich habe keine Lust mehr, viel zu sprechen und werde in mich gekehrt. Ich setze mich wieder auf das Bett und die nächste Wehe überrollt mich derart schmerzhaft, dass ich laut töne – es ist ein merkwürdig vertrautes Gefühl. Als ob der Ton meinen Körper in der perfekten Frequenz trifft und ihn in Schwingung versetzt. Vielleicht ein Ton so alt wie die Menschheit selbst. Ab diesem Zeitpunkt verschwimmt meine Wahrnehmung.

Die Hebammen kommen zurück, wahrscheinlich haben sie das Vertönen sofort richtig eingeordnet. Mir wird ein Positionswechsel vorgeschlagen. Ich knie vor dem Bett und lehne den Oberkörper aufs Bett. Ich atme in den Bauch, in den Schmerz hinein und töne mit einem „aaaah“ wieder aus. An meinem Ohr höre ich L., wie sie mir hilft und ich folge ihrem aaaaaaaaoooooooh. Es ist wie ein Leuchtturm zur Orientierung, während ich ein Spielball der Wehen werde. Wie ein kleines Boot auf einem riesigen Ozean. Instinktiv kreise ich mein Becken.
Mir wird schlecht, ich verlange das Nierenschälchen. Die Übelkeit vergeht jedoch, ohne dass ich mich übergeben muss. Ich friere und schwitze gleichzeitig; ziehe Jogginghose und T-Shirt aus. Die Wehen kommen erbarmungslos, kurz verhaspele ich mich in meinem Atmen und die Hebamme weist mich an, wie ich in den Bauch atmen muss damit mein Baby Sauerstoff bekommt. Ich schaue auf das CTG und sehe eine Frequenz von 80 Schlägen pro Minute. K. dreht meinen Kopf sanft zurück. 

Aber ich habe keine Angst. Das Baby hat einen großen Vorrat an sauerstoffreichem Blut in den Lebersinusoiden, da seine Leber noch nicht mit vollen Kapazitäten arbeiten muss. Warum denke ich denn jetzt über so etwas nach? Ich glaube, zwischen den Wehen döse ich weg – nun bin ich froh dass ich ein paar Menstruationen ohne Schmerzmittel ausgehalten habe, denn die Verarbeitung der schmerzhaften Krämpfe durch in den Bauch atmen und bewusstes locker lassen, ähnelt den Wehen in der Übergangsphase sehr.
Die Wehen kommen alle zwei Minuten und mein Körper besteht nur noch aus Schmerzwellen. Ich quetsche die Hand meines Freundes und sehe kurz auf. Er versichert mir wie die Hebammen auch, dass ich es so toll mache. Später wird er mir sagen, dass ich wie auf Drogen gewirkt habe. Ich denke: „Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr!“. Aber ich sage es nicht laut, aus Angst dass eine Muttermund-Untersuchung nur eine geringe Öffnung bescheinigt. 

L. fragt, ob sie mich vaginal untersuchen darf. Ich willige ein und sie teilt mir freudig mit, dass der Muttermund quasi nicht mehr da ist und ich mit schieben darf, falls ich möchte. Innerhalb von zwei Stunden ist der Muttermund vollständig aufgegangen und ich werde wieder etwas klarer im Kopf. Die Austreibungsphase erweist sich als zäh. Die Qualität der Wehen verändert sich: nun überkommt die Wehe den Körper wie Durchfall oder der Drang zu Erbrechen nur eben als Drang zu pressen. Von der Intensität des Schmerzes sind die Wehen sehr viel besser auszuhalten.
Ich halte mich am Seil fest und gehe im Höhepunkt der Wehe in die Hocke, um den Beckenausgang möglichst weit zu öffnen. Ich schwitze dermaßen, dass mir die „Soße runterläuft“. Immer wieder darf ich etwas trinken oder bekomme ein Stückchen Traubenzucker.
Das Köpfchen füllt das Becken aus: ein wahnsinniges Gefühl. Ich wende bei den Wehen die Bauchpresse zur Unterstützung an und schiebe auch über die Wehe hinaus mit. Ich habe das Gefühl, es geht nicht voran, doch K. feuert mich an, ermutigt mich unermüdlich und verliert nie die Geduld mit mir (während ich heimlich an Kaiserschnitt denke). L. massiert meinen Bauch mit würzig-duftendem Uterusöl. 

K. hält mir Kügelchen hin und ich lache: „Aber ich glaube doch nicht an Globuli!“ Sie lacht auch und sagt: „Ach komm, ist doch egal!“ Und ja, es ist tatsächlich egal. Ich nehme die Globuli und habe es im nächsten Moment schon wieder vergessen. Mittlerweile ist auch J. gekommen, die zweite Hebamme, die zu einer Geburt gerufen wird. Sie hält mir nach jeder Wehe den CTG-Schallkopf an den Bauch, ansonsten bin ich nicht eingeschränkt in meinen Bewegungen. Die Wehen kommen nun seltener. Auch ein Positionswechsel und einige Presswehen veratmen, um Kraft zu schöpfen, helfen nicht.
L. fragt mich, ob sie sanft mitschieben darf. Ich bin einverstanden. Später wird mir klar, dass dies der Kristeller Handgriff war, aber nicht so brutal angewendet, wie in traumatischen Geburtsberichten häufig zu lesen ist, sondern im Sinne des Erfinders: bei Erschöpfung der Gebärenden, bei fehlenden Bauchmuskeln Vielgebärender und ausschließlich mit den Händen. K. rät mir, die Wehen nicht herauszubrüllen, sondern die Energie stumm nach unten zu schicken. Ich darf das Köpfchen tasten: es ist ganz weich und steht am Ausgang. Es fehlt nur noch das letzte Stück. Ich schöpfe neuen Mut. L. umarmt mich von hinten, fixiert sanft den Po des Babies und ich drücke in der Hocke, traue mich über diese Klippe zu springen. Plötzlich merke ich einen heftigen und brennenden Schmerz: das Köpfchen ist halb draußen.

Ich reiße die Augen auf und sehe, wie J. und K. „Kerzen auspusten“. Ich tue es ihnen gleich.
K. sagt mir mitfühlend: „Ich weiß, dass das nun wahnsinnig brennt, aber du musst auf die nächste Wehe warten, sonst schießt das Köpfchen wie ein Sektkorken hinaus.“ Ich nicke und starre sie wie hypnotisiert an. Sie hat ganz blaue und freundlich-blitzende Augen. Die nächste Wehe kommt und das Köpfchen ist draußen. Das Baby maunzt und mein Freund berichtet mir später, dass er etwas geweint habe. Der Körper folgt noch in dieser Wehe und meine Tochter liegt vor mir. Nach fast drei Stunden Austreibungsphase.
Nie werde ich diesen Anblick vergessen, wie sie nackig, glitschig und empört schreiend vor mir liegt, die Fäuste geballt. Mir entfährt etwas völlig banales: „Ich habe einen Conehead!“ Und immer wieder: „Ich fasse es nicht!“. Schnell hilft man mir, das Bustier auszuziehen und ich darf meine Tochter selbst auf meine Brust heben. Die Nabelschnur ist sehr kurz und ich muss sie daran hindern, hoch zu robben. Wir dürfen uns eine halbe Stunde lang ungestört in unser Kind verlieben, welches ganz hellwach zu mir aufschaut.
Die Nabelschnur pulsiert aus und ich schneide sie durch, trenne unsere Verbindung vorerst. Dann lege ich sie zum ersten Mal an meine Brust an – sie saugt wie ein Profi und sehr gierig.
Leider will die Plazenta einfach nicht kommen und nach zwei Stunden und ziemlichem Blutverlust entscheiden die Hebammen, dass die Plazenta unter ärztlicher Aufsicht kommen muss.

Ich war angespannt, aber hatte keine Angst – alle Maßnahmen und das Risikomanagement waren absolut transparent im Geburtshaus. Mit dem Rettungswagen wurde ich ohne Eile mit meinem Baby in die nahegelegene Klinik gebracht. Die Hebammen kamen mit und standen mir mental bei, bis die Plazenta mit dem Credé Handgriff geboren war. Dann gratulierten sie mir und sagen mir im Grunde richtig mütterlich, wie gut ich das gemacht habe und wie tapfer ich war.
Auch im Krankenhaus habe ich mich respektvoll behandelt gefühlt: die Entscheidung für das Geburtshaus wurde nicht negativ kommentiert, die Hebammenstudierende lenkte mich ab und plauderte mit mir, die leitende Hebamme entschuldigte sich für die unangenehme Prozedur und die Ärztin hielt sich im Hintergrund bis es ans Nähen des Dammrisses 2. Grades ging und sie mir riet, auf Grund des Blutverlustes noch ein paar Tage in der Klinik zu bleiben. Diesen Rat konnte ich somit gut annehmen, auch wenn ich ursprünglich eine ambulante Geburt haben wollte.
Die Vorderwandplazenta war sehr klein und diese Art Plazenten macht wohl häufig Schwierigkeiten bei der Lösung – die Frage bleibt, ob die Plazenta so klein geblieben wäre, wenn meine Arbeitssituation nicht so stressig gewesen wäre.

Im Übrigen ist mein Baby kerngesund mit einem Apgar-Score von 9/10/10 und 3600 g zur Welt gekommen und sowohl Nabelschnurblut als auch Urin waren ohne CMV-Befund.

Das Wochenbett und ein Ausblick

Im Wochenbett wurde ich von einer mütterlich-strengen Hebamme betreut, die darauf achtete, dass ich genug trank und jeden Tag eine warme Mahlzeit von meinem Freund bekam. So intuitiv ich in der Schwangerschaft war, so hilflos war ich mit meiner neugeborenen Tochter.
Die Hebamme half mir über diese Unsicherheit hinweg. Sie diagnostizierte auch meine wahnsinnigen Schmerzen beim Liegen und Gehen als Steißbeinbruch, mindestens jedoch eine Steißbeinprellung. Mit ca. einem Liter Blutverlust, Schwitzattacken und generell dem Gefühl, von einem Laster überfahren worden zu sein, frage ich mich: wie um alles in der Welt kommen Politiker und andere Akteure im Gesundheitswesen auf die Idee, die aufsuchende Wochenbett-Betreuung vor die Hunde gehen zu lassen?
Schon die Autofahrt von 10 Minuten zum Kinderarzt an Lebenstag fünf wegen eines verklebten Auges und der Furcht, es könnte bakteriell bedingt sein, war eine Qual. Insgesamt konnte ich vier Wochen nicht richtig sitzen, sondern musste immer in der Seitenlage schlafen, stillen und essen.

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Es ist nicht egal, wie wir geboren werden und es ist nicht egal, wie wir gebären!
Wie könnte es das sein, wenn ein positives Geburtserlebnis das Potenzial hat, Frauen psychisch derart zu ermächtigen?
Meine Geburt ist vier Monate her und jeden Tag denke ich, wie großartig dieses Erlebnis für mich war, wie dankbar ich diesen großartigen Hebammen – Frauen – bin. Dass ich nun alles schaffen kann. Wie eng die Bindung an meine Tochter ist, wie wir die Geburt gemeistert haben, hat uns über eine sehr schwierige Schreizeit am Anfang geholfen. Von Freunden und Bekannten wurde ich gefragt, wie ich die Geburt ohne Schmerzmittel ausgehalten habe. Meine Antwort ist so simpel wie wahr: „Mit meinen Hebammen habe ich das geschafft!“

Mein Rat: Informiert euch ausreichend. Lest Geburtsberichte, stellt kritische Fragen bei Klinik-Informationsveranstaltungen, lest Bücher, die sich kritisch mit der Geburtsmedizin auseinandersetzen denn die Geburtsmedizin wird auch durch wirtschaftliche Aspekte gelenkt – nicht immer in gute Bahnen. Informiert euch, unter welchen Voraussetzungen Geburten natürlich ablaufen und welcher Geburtsort für eure Situation der beste wäre unter Berücksichtigung von Grunderkrankungen. Lasst die Geburt nicht einfach auf euch zukommen im Glauben „Das wird schon irgendwie!“ Kümmert euch rechtzeitig darum, eine Hebammenversorgung zu bekommen und meldet Missstände, falls ihr keine bekommt. Macht euch klar, dass viele medizinische Untersuchungen mehr Unsicherheit als Sicherheit geben. Und hört immer auf euer Bauchgefühl!

Fordert diese Voraussetzungen bei der Politik ein, auch wenn ihr vielleicht erst in einigen Jahren Kinder möchtet. Engagiert euch bei gemeinnützigen Vereinen wie Motherhood e.V. oder ähnlichen – und wenn es aus Zeitmangel eine Fördermitgliedschaft ist. Familien brauchen Hebammen und Hebammen brauchen eine angemessene Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen für die unverzichtbare Arbeit, die sie leisten.
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Widmung

  • Für meine Tochter, die ich mehr liebe, als ich es mir je hätte vorstellen können.
  • Für meinen Freund und Vater meiner Tochter, der seine Ängste und Bedürfnisse für mich zurück gestellt hat, obwohl in seiner Familie niemand eine außerklinische Geburt hatte.
    Du hast mich in der Schwangerschaft und bei der Geburt bedingungslos unterstützt und alles gesehen, was man Männern im Allgemeinen nicht zutraut.
    Ich liebe dich und unsere kleine Familie!
  • Für meinem Vater, der mich immer in meinem Bauchgefühl bestärkt hat und dass mein Körper weiß was er tut – wenn man ihn lässt und ihm vertraut. Danke für deine kritisch-realistische Sicht auf die Medizin.
  • Und für meine Mutter, die mir jedes Jahr an meinem Geburtstag voller Stolz und Liebe sagt: „Heute vor soundsoviel Jahren habe ich dich raus gedrückt!“

Lese-Tipps
Alfred Rockenschaub: Gebären ohne Aberglauben
Carola Hauck: Die sichere Geburt – wozu Hebammen
Sarah Schmid: Alleingeburt
Quarks & Co.: Projekt Schwangerschaft – alles unter Kontrolle?

Zwei Töchter und zwei verschiedene Geburtsorte

Wir freuen uns auch weiterhin über Einsendungen zu Geburtserfahrungen! Warum wir über Geburten schreiben, kannst du in diesem Beitrag von Petra nachlesen.
Die Verfasserin des folgenden Beitrages hat zwei Töchter geboren, die eine schon vor einigen Jahren, die andere vor ein paar Monaten.
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In meiner ersten Schwangerschaft hatte ich viele Ängste. Viele davon resultierten aus schlimmen Geburtsgeschichten, die ich bis dato kannte. Es waren einerseits Ängste vor unerträglichen Schmerzen während der Geburt, vor Komplikationen, vor Geburtsstillständen, schlechten Herztönen, sich zu früh lösenden Plazenten usw. Auf der anderen Seite fürchtete ich mich vor gefühllosen GeburtshelferInnen, mir aufgedrängten medizinischen Eingriffen und dem Kontrollverlust in einer Krankenhausroutine.
Ich fühlte mich in einer Zwickmühle: Einerseits „musste“ ich für mein Sicherheitsbedürfnis in ein Krankenhaus gehen, andererseits war es für mich unvorstellbar, dort auf mir völlig unvertraute Menschen zu treffen, ganz zu schweigen von allen Schreckensszenarien des Verlustes meiner Selbstbestimmung, die ich mir ausmalte.


Die Lösung

Meine Lösung lautete: Ich wollte mit einer Beleghebamme gebären, die ich bereits während der Schwangerschaftsvorsorge kennenlernen konnte und die mich dann unter der Geburt begleitete. Außerdem entschied ich mich für ein Krankenhaus, das mit niedriger Interventionsrate bei Geburten warb – auch wenn dies bedeutete, dass ich ans andere Ende der Stadt fahren musste.
Gegen Ende der Schwangerschaft schrieb ich einen ausführlichen Geburtsplan, den ich mit meiner Hebamme besprach. Auch mit meinem Mann sprach ich ausführlich und immer wieder und ich wusste, dass er sich für mich einsetzen würde, falls ich es nicht mehr selbst könnte.
 

Die erste Geburt

Die Geburt begann mit einem Blasensprung zuhause, die ersten Wehen folgten nach wenigen Minuten. Etwa zwei Stunden nach Wehenbeginn trafen wir uns mit meiner Hebamme im Krankenhaus. Nach Untersuchungen, CTG-Schreiben und einer gut auszuhaltenden Zeit im warmen Badewasser folgte eine schnelle, komplikationsfreie Geburt im Kreissaal. Keines meiner Schreckensszenarien war eingetreten und ich erlebte die Geburt als etwas Großes, Inspirierendes und tief Prägendes. Ich war unglaublich glücklich und auch sofort sicher, dass ich dieses Wunder noch einmal erleben möchte.

Und dennoch gab es Dinge in diesem erlebten Klinikalltag, die ich nicht gut fand, die mich im Geburtslauf irritierten oder die ich der Tatsache, dass ich gerade unter einer riesigen Anstrengung und mit großen Schmerzen ein Menschlein geboren hatte, nicht angemessen fand: dass ich während des CTGs liegen musste, was unter den Wehen unerträglich war; dass ich nicht im Wasser gebären konnte, weil alle Wannen im Kreissaal belegt waren und ich nicht im Vorwehenzimmer bleiben durfte; dass ich mich unter Druck gesetzt fühlte, als die Austreibungsphase recht lang dauerte und meine Hebamme schon mal „Werkzeug“ (vermutlich für die Nabelschnur, vielleicht aber auch für einen Dammschnitt?) bereitlegte; dass mich nach der Geburt eine mir fremde Frauenärztin nähte und dabei unempathisch und grob war; dass wir sehr lange auf den Kinderarzt warten mussten, um das OK für die Heimfahrt zu erhalten.

In meine zweite Schwangerschaft ging ich mit ganz anderen Gefühlen. Ich freute mich auf die Geburt. Zunächst plante ich wieder eine Beleggeburt – dies scheiterte an den Krankenhäusern an meinem neuen Lebensort, die nicht mit freiberuflichen Hebammen zusammenarbeiten (worüber im Nachhinein zwar froh bin – an sich finde ich das für eine Großstadt unfassbar). Mit dieser Tatsache und den Erfahrungen aus der ersten Geburt stand sofort fest, dass damit ein Krankenhaus als Geburtsort für mich ausscheidet. Ich informierte mich zunächst über das Geburtshaus vor Ort, konnte aber zu der Hebamme dort kein rechtes Vertrauensverhältnis aufbauen.

Über die Beschäftigung mit der außerklinischen Geburt rückte dann sehr schnell das Thema Hausgeburt in meinen Fokus. Die Vorstellung, im Geburtsprozess nicht meine heimelige Umgebung verlassen zu müssen, während der Geburt nur von einer mir bis dahin gut vertrauten Person betreut zu werden und mein Baby in dieser friedlichen, schönen und gemütlichen Umgebung begrüßen zu können, entsprach sehr meinen Bedürfnissen. Zudem war ich durch die intensive Beschäftigung mit dem Thema der außerklinischen Geburt überzeugt davon, dass der Geburtsverlauf entscheidend von äußeren Faktoren wie Ruhe, Vertrauen und Geborgenheit abhängt.

Ich fand eine Hebamme, die mir nicht nur persönlich sehr sympathisch war. Mit über 30 Jahren Berufserfahrung sowohl in der klinischen als auch der außerklinischen Geburtshilfe sowie einem breiten Wissensstand in vielen alternativen Medizinen vertraute ich ihr völlig und war ich mir sicher, dass sie auf jeden (Not)Fall adäquat und rechtzeitig reagieren würde.
Sie vermittelte mir in den Schwangerschaftswochen ein großes Vertrauen in mich, meinen Körper und mein Baby. Ich fühlte mich sehr angenommen und genoss es, dass in den Terminen der Vorsorge neben körperlichen Themen auch immer die emotionalen Wellen der Schwangerschaft ihren Raum hatten.

Die zweite Geburt

Meine zweite Geburt begann wieder mit einem Blasensprung, auf den schnell heftige und häufige Wehen folgten. Mein Mann zündete Kerzen an und bereitete mir eine Badewanne vor. Ich legte Musik auf, schlüpfte in mein schönstes, noch passendes Kleid und legte Schmuck an. Ich bewegte mich noch ein wenig durch die Wohnung, bis die Wehen ganz schnell so stark wurden, dass ich ins warme Wasser wollte. Mein Mann informierte schon mal die Hebamme. Sie wollte wissen, ob ich mir schon wünsche, dass sie kommt. Zunächst verneinte ich das. Da im Wasser die Wehen nochmal an Fahrt aufnahmen, bat mein Mann sie dann doch, sich auf den Weg zu machen. Als sie ankam, wehte ich schon in kurzen Abständen und verspürte bereits den Drang, mitzupressen. Sie setzte sich neben die Wanne, hörte einige Male kurz unter Wasser die Herztöne des Babies und begleitete mich durch die letzten Wehen. Sie lies mich das Köpfchen fühlen, als es bereits in der Scheide war und bekräftigte immer wieder, wie gut ich mit den Wehen arbeitete. Als ich meine Tochter schließlich gebar, erlebte ich das natürlich wie schon das erste Mal als schmerzhaftes und alles überrollendes Erlebnis – und gleichzeitig war es so unglaublich friedlich, ruhig, kraftvoll, unbeschreibbar zauberhaft und schön. Meine Hebamme legte sie mir in den Arm und träufelte immer wieder warmes Wasser über uns, damit wir nicht auskühlen. Nach einigen Minuten des Durchatmens stand ich mit der Hilfe meines Mannes und meiner Hebamme mit meiner Tochter im Arm auf und ging in Handtücher eingehüllt ins Nachbarzimmer in unser großes Bett. Dort wurde nach einiger Zeit des Ankommens und Bewunderns die Kleine untersucht und gewogen und ich genäht. Meine Hebamme verabschiedete sich und wir kuschelten und schliefen irgendwann ein.

Ich bin mit beiden Geburten sehr glücklich. Ich konnte jeweils so gebären, wie ich es zum jeweiligen Zeitpunkt brauchte und wollte.

Dies war möglich, weil ich die Wahlfreiheit hatte und meine Entscheidungen mit viel Information und Wissen und nach meinen jeweiligen Bedürfnissen getroffen habe. Dies bedeutete oft auch einen gewissen Aufwand, wie z.B. eine sehr ausführliche Suche und Entscheidung für eine bestimmte Hebamme, ein längerer Anfahrtsweg und die Übernahme der Rufbereitschaftskosten. Dafür konnte ich mit dem Gefühl von Sicherheit und Vertrauen in die Geburten gehen und erinnere mich an beide als kraftvolle, selbstbestimmte und naturgewaltige Erlebnisse.


Die Pille – warum denn nicht?

Wir schließen die Reihe rund ums pillenfreie Verhüten (erstmal) mit diesem Bericht ab, bei dem erstmalig die Kupferspirale einen kleinen Auftritt hat!

Mit 15 ging es mir wie vielen jungen Mädchen:

Ich hatte meinen ersten richtigen Freund und fühlte mich bereit für mein erstes Mal. Es war klar, dass wir verhüten müssen und daher machte ich mich auf den Weg zu meiner Frauenärztin. Ich wollte das allersicherste Verhütungsmittel haben, denn schwanger mit 15, das ging für mich gar nicht.
Direkt schlug mir die Frauenärztin die Pille vor – und ich stiefelte mit einem Rezept in der Hand in die nächste Apotheke. Aufgeklärt wurde ich nicht, es wurde nicht gefragt, ob ich in der Familie jemanden kenne, der eine Thrombose oder andere Herzkreislauferkrankung hat, es wurde nicht gefragt, ob ich rauche und auch der Zusammenhang einer erhöhten Brustkrebsgefahr wurde mir nicht erklärt.
So fuhr ich also mit der Pillenpackung in der Hand nach Hause und machte sie auf. Drei Blister und ein Beipackzettel fielen heraus. Ich musste schlucken – dieser Beipackzettel war mindestens dreimal so lang wie die, die ich bis jetzt von anderen Medikamenten gewohnt war. Ich fing also an zu lesen, und mich traf ein kleiner Schock – Unmengen an Nebenwirkungen purzelten mir entgegen.


Schon an diesem Abend nahm ich die erste Tablette

Dennoch nahm ich noch am selben Abend meine erste Tablette, immerhin gab es ja keine Alternativen, oder? So dachte ich auch noch nach einem Pillenwechsel, da ich die Erste nicht vertragen habe und schluckte dadurch fast vier Jahre täglich diesen kleinen „Wunder“-Cocktail an Hormonen herunter. So langsam aber sicher erlebte ich mit der Pille aber wirklich mein blaues Wunder – ich hatte depressive Verstimmungen und war unglaublich unausgeglichen. Darüber hinaus hatte ich Schmerzen beim Sex, die mir keiner so Recht erklären konnte.
Ich habe lange überlegt, wie ich weiter vorgehen will – und zum ersten Mal auf eigene Faust wirklich recherchiert. Ich war nicht die einzige Frau, die durch die Pille mehr Nachteile als Vorteile erlebte. Mit diesem Wissen gewappnet ging ich zu meiner Frauenärztin. Es war nicht dieselbe wie die, die mir mit 15 die Pille zuerst verschrieben hatte – und fragte sie. Sie gab zu, dass Schmerzen beim Sex auch durch die Pille zustande kommen könnten – wieso sie mir das nicht schon früher erzählt hatte, wunderte ich mich in dem Moment. Daraufhin entschloss ich mich, die Pille abzusetzen.
Aber ja, was waren denn nun die Alternativen? Ich sprach mit meiner Mutter darüber, Kondome verwenden zu wollen, und sie meinte es wäre gut, wenn ich keine Hormone mehr nehmen würde, aber Kondome allein wären viel zu unsicher – ich solle auf jeden Fall mit einem Spermizid ergänzen. Ich sprach erneut mit meiner Frauenärztin und die schlug mir stattdessen die Temperaturmessmethode vor, als Ergänzung zu Kondomen.

Dieser Tipp führte mich ins Nfp-Forum

Dieser Hinweis führte mich zum ersten Mal aufs Nfp-Forum, und ich begann zuerst einmal zu lesen und Wissen in mich aufzusaugen. Bald bestellte ich mir ein Geratherm basal, ein „Natürlich und Sicher“ und ein „Natürlich und Sicher – Arbeitsbuch“. Beide Bücher arbeitete ich gründlich durch und als ich damit fertig war, nahm ich die letzte Pille aus dem Blister.
Das war gutes Timing! Durch das Nfp-Forum lernte ich auch, dass Kondome keine „one size“-Produkte sind, so wie man es in der Drogerie vermuten könnte. Mein Freund bestellte sich ein Testpaket von mysize und wir probierten aus, welche am besten passten. Davon bestellten wir dann eine größere Menge. In den nächsten drei Zyklen verhüteten wir durchgängig mit Kondomen, damit ich die Chance hatte, die Nfp-Methode zu erlernen. Meine Schmerzen hatte ich leider noch immer und es stellte sich später als ein psychisch hervorgerufenes Problem durch meine damalige Beziehung heraus. Aber mir ging es um so vieles besser dadurch, dass ich die Pille abgesetzt hatte.

Nach einem weiteren halben Jahr ging diese Beziehung in die Brüche und ich war wieder Single. Dadurch hörte ich auch auf konsequent zu messen, da es ja nur noch der Beobachtung diente und mein Körper ganz von allein regelmäßige Zyklen produziert. Wirklich konsequent wieder mit nfp angefangen habe ich nicht, meine zweite Beziehung war so kurz, dass ein Verzicht auf Kondome für die Verhütung von Krankheiten nicht in Frage kam. Aber auch dort habe ich darauf geachtet, dass mein Freund die richtige Größe verwendet. Mit meinem aktuellen Partner verhüten wir mit einer Kupferspirale, die fünf Jahre zuverlässig wirkt.

Hormone habe ich nie wieder genommen.


Keine Nebenwirkungen und trotzdem pillenfrei!

Vor kurzem bekam Petra eine Mail mit dem nächsten Bericht zum Thema Pillenfrei:

Hey Petra,
wie besprochen, nachfolgend meine Verhütungsgeschichte ohne Nebenwirkungen durch die Pille.
Liebe Grüße!


Ich habe relativ spät mit der Pille begonnen, ich war bereits 19.

Entgegen anderer Berichte hatte ich niemals Probleme oder Nebenwirkungen, sondern habe sie gut vertragen. Vielleicht habe ich einfach Glück gehabt, ich denke aber eher, dass es eine Rolle spielt, dass mein Körper (anders als z.B. mit 15) bereits „fertig“ mit der Pubertät war und mein Zyklus inkl. Hormongefüge sich bereits gut eingespielt hatte.
Viele Freundinnen setzten ihre Pillen ab und berichteten von einem komplett neuen Körpergefühl mit Gewichtsabnahme, wieder erwachter Libido und besserem Wohlbefinden. Für mich sah ich keine Veranlassung zum Absetzen, denn mir ging es ja sehr gut und ich litt auch nicht unter mangelnder Libido oder unter Scheidentrockenheit. Außerdem fand ich es überaus bequem, meine Abbruchblutung nach Bedarf steuern zu können.
Die Trennung von meinem Mann nach gut 10 Jahren Pille machte die Verhütung vorerst überflüssig, so dass ich sie aus Kostengründen dann doch absetzte. 


Gespanntes Warten

So wartete ich also gespannt auf all die tollen Ereignisse, die ein pillenfreies Leben nach Meinung meiner Freundinnen mit sich bringt. Nur – bei mir passierte NICHTS! Meine Mens setzte vier Wochen nach der Abbruchblutung wieder ein (ob ich einen Eisprung hatte, weiß ich nicht, ich habe zu der Zeit noch kein Nfp betrieben) und blieb, wie sie vor der Pilleneinnahme war: regelmäßig ca. alle vier Wochen, schmerz- und beschwerdefrei und mit starker Blutung.

Mit einem neuen Partner zwei Jahre später ergab sich das Verhütungsproblem wieder und so wurde ich bei meiner Gyn vorstellig und bat um ein neues Pillenrezept. Dieses wollte sie mir nicht geben, weil ich inzwischen Anfang 30 und Raucherin war. Sie riet mir zur Mirena, ich willigte ein, denn die Kosten kamen aufgrund der langen Liegezeit denen der Pille gleich.

Das Einsetzen war die schlimmste Prozedur, die ich jemals bei einem Arzt (einschließlich Zahnarzt) erlebt habe!
Bereits beim Verlassen der Praxis wusste ich, dass ich einen Fehler gemacht habe…
Das bewahrheitete sich im Laufe der nächsten Wochen auch, denn ich litt unter diffusen Blutungen und starken Schmerzen im Unterleib, offenbar wollte mein Körper diesen Fremdkörper dringend wieder loswerden.

Nach zwei Jahren Quälerei ließ ich die Mirena vorzeitig ziehen und stand erneut vor dem Verhütungsproblem. Ziemlich schnell stellte sich mein unverwüstlicher Zyklus wieder auf sein normales Level ein und meine Mens kam wie eh und je mehr oder weniger regelmäßig. Insofern schließe ich die Probleme durch die Mirena-Hormone aus und schiebe es einzig und allein auf den Fremdkörper.

Bei der Recherche zum Diaphragma stieß ich auf Nfp und beschloss, dieses zusammen mit dem Dia in der fruchtbaren Zeit zu nutzen..

Es war die beste Entscheidung überhaupt!

Mit meinen super regelmäßigen Zyklen und zuverlässigen Eisprüngen war die Auswertung ein Kinderspiel. Blöderweise lebe ich aber in einer Wochenend-Beziehung, so dass die freie Zeit nicht wirklich genutzt werden konnte und wir definitiv mehr verhütet, als nicht verhütet haben.

So entschloss ich mich mit 37 zur Sterilisation.
Und auch hier hat mein Körper vorbildlich mitgespielt und sich von der OP nicht beeindrucken lassen.

Inzwischen bin ich 48, betreibe nach wie vor Nfp zur Beobachtung, weil es einfach super spannend ist, zu sehen, wie die Beobachtungen zum Körpergefühl passen. Ich kann vieles in Sachen Psyche und Beschwerden einordnen und finde es interessant, was die körpereigenen Hormone so anstellen.

Langsam nahen die Wechseljahre, die Zyklen verändern sich. Und auch hierbei ist Nfp ein toller Begleiter!


Wenn du auf den Hashtag „pillenfrei“ klickst, der unter diesem Beitrag sichtbar ist, kommst du zu allen anderen Beiträgen zu dem Thema.
Oder du nutzt diesen Link.

Ein Taschentuch statt Geschenkpapier?

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Auf verschiedenen Blogs zu den Themen Minimalismus, Zero Waste und Nachhaltigkeit werden gerade Beiträge gepostet, wie man mit Stoff Geschenke einpacken kann. Warum es bei Kulmine trotzdem auch einen dazu gibt?
Weil es hier mit den kleinen und großen Satin Taschentüchern und Servietten eine ganz besonders edle Umsetzungsmöglichkeit gibt!.

In Japan hat das Einpacken mit Stoff Tradition und wird Furoshiki genannt.

Anleitung:
1. Das Tuch wird mit der schönen Naht nach oben ausgelegt. Das Geschenk kommt in die Mitte des Tuchs.
2. Das Geschenk mit der oberen Ecke zudecken, die überlappende Spitze unter das Geschenk schieben.
3. Das Geschenk mit der unteren Ecke zudecken, die überlappende Spitze wieder nach unten aufklappen.
4. Dann werden die seitlichen Ecken hochgenommen und zu einem Kreuzknoten gebunden

Mehr Information gibt es bei Wikipedia.

Manche Ecken sind bei klassischen Furoshiki-Tüchern zusätzlich verziert, um sie dann am Ende richtig zur Geltung zu bringen. Hier ist das mit dem Eichhornaufnäher nachgeahmt.
Die entstehende Lasche kann auch für Grußkarten genutzt werden.


Dezember Post

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Kulmine begann mit wiederverwendbaren Slipeinlagen und Binden, der Liebe zu nachhaltigen, wertvollen Stoffen und einem wertschätzenden Umgang mit Weiblichkeit.
­Heute machen wir dich besonders auf die Kulmine Stofftaschentücher aufmerksam.

Wir haben begonnen, uns dafür zu interessieren, nachdem ein engagierter Regenwaldschützer bei Kulmine anfragte. Da haben wir uns auf die Suche nach einem passenden Stoff gemacht. Von dem Satin aus Bio-Baumwolle sind alle begeistert!
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Viele Kundinnen behaupten, es seien die nasenfreundlichsten Stofftaschentücher überhaupt. Aber nicht nur für die Nase sind sie wertvoll: Aus Anregungen von Kundinnen ist hier eine › Liste mit weiteren Verwendungszwecken entstanden.
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Kulmine Stofftaschentücher gibt es als Mini 20x20cm (entspricht der Größe von Papiertaschentüchern) und Midi 30x30cm und in einer Reihe von verschiedenen Farben. Ganz frisch haben wir die Farbe holunderlila aufgenommen.

Aktion: 25% Rabatt

25% Rabatt auf alle Kulmine Stofftaschentücher vom 15.12.–20.12.2017. Den Code bitte im Warenkorb eintragen. Er ist mehrfach verwendbar und kann auch weitergegeben werden, aber nicht für Sets verwendbar.

[Hier könnte dein Rabattcode stehen]
Wenn du von unseren Rabattaktionen profitieren willst, melde dich bitte für den Newsletter an.

Mit jedem Newsletter bieten wir in nächster Zeit je einen Artikel aus unserem Sortiment an, mit allen Farb- und Größenvariationen, für fünf Tage mit 25% Rabatt. Den Rabatt-Code erhältst du immer nur exklusiv mit dem Newsletter.

Kundinnen über Kulmine Stofftaschentücher

„Ich will euch wissen lassen, dass ich eure Tücher so schön finde, dass ich sie jetzt für das Verpacken kleiner Weihnachtsgeschenke verwenden werde. So ist die Verpackung auch ein Geschenk und verursacht keinen Müll!“
­
„Was freue ich mich über euer Päckchen! Die Tücher fühlen sich so gut an, so weich und fest und sie duften so gut. Die Farben sind wunderschön, so schön bunt für den Winter und fest für die Nase. Die einfarbigen sehen so edel aus, die neonfarbenen sind so bunt und die mit dem Farbverlauf erinnern mich an das Licht, das im Frühjahr durchs grüne Laub kommt. Mein Mann freut sich auch schon sehr auf die Benutzung und ist ganz begeistert :-). Hach, so schön und wertig und ein weiterer Schritt dazu, weniger zu ver-brauchen sondern mehr zu ge-brauchen und diejenigen Dinge bei sich im Leben zu halten, die man schätzt und mit denen man etwas verbindet.“
­
„Ich bin weiterhin von den Taschentüchern begeistert. Nach Jahrzehnten des Verbrauchs von Tempos bin ich aus Umweltgründen von heute auf morgen wieder auf die Stofftaschentücher umgestiegen, Bio war mir deshalb auch sehr wichtig. Die sind so weich, saugfähig und schön. Sie trocknen auch extrem schnell und machen natürlich keine Fetzen, wenn sie nass sind! Die Umweltgründe brauche ich natürlich nicht nennen! Ich möchte nicht zu Tempo zurück, auch wenn ich meinem Freund noch nicht dazu überreden konnte.“

Minimal Waste

Sarah vom Blog „Minimal Waste“ hat bis aufs kleinste durchgerechnet, ob Stofftaschentücher auch mit Strom- und Wasserverbrauch eine ökologisch sinnvolle Alternative sind:

Neu im Sortiment

Mondzeit Set
15% Rabatt bis Ende Januar 2018
• Stoffslipeinlage mit Flügeln Mini
• Stoffslipeinlage mit Flügeln Midi
• Stickerbogen Cuterus
• Menskalender „Mondzeit“
33,24 € ( UVP 39,10 € | inkl. MwSt, zzgl. Versand)

Petra Sood und das Kulmine-Team wünschen dir eine gute Zeit!

P.S.: Es gibt sie noch. Die Menschen, die Kulmine nicht kennen. Sie wissen es nicht, aber vielleicht warten sie darauf, die kuschelig weiche Revolution zu entdecken. Am besten geht das, wenn jemand ihnen davon erzählt. Du zum Beispiel, indem du den Newsletter mit ihnen teilst!
 

Sind Alternativen aus Stoff ökologisch sinnvoll?

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Heute gibt es hier eine Premiere! Es gibt den ersten Gastbeitrag aus fremder Feder von einer anderen Bloggerin! Sarah bloggt auf Minimalwaste zu den Themen zero waste, Minimalismus und Fair Fashion.

Nachdem sie von verschiedenen Seiten zu hören bekam, dass sich die Investition in Alternativen aus Stoff, nicht lohnt, hat sie sich hingesetzt und ihre Rechenkünste eingesetzt und überprüft ob das tatsächlich mehr Wasser und Energie verbraucht als die Varianten zum Wegwerfen.
Der Beitrag ist ursprünglich auf ihrem Blog erschienen und weil wir so begeistert von den Inhalten sind, haben wir bei Sarah angefragt, ob sie hier als Gastautorin einen kleinen Auftritt mit einem großen Text haben mag. Wir freuen uns über ihr Ja!


Zwei wichtige Begrifflichkeiten für den folgenden Text sind virtuelles Wasser und graue Energie.

Virtuelles Wasser: „Mit virtuelles  bzw. latentes Wasser wird die Wassermenge bezeichnet, die nach einer umfassenden Bilanz als insgesamt tatsächlich für die Herstellung eines Produkts anfiel.“[5]

Graue Energie: „Als graue Energie wird die Energiemenge bezeichnet, die für Herstellung, Transport, Lagerung, Verkauf und Entsorgung eines Produktes benötigt wird. Dabei werden auch alle Vorprodukte bis zur Rohstoffgewinnung berücksichtigt und der Energieeinsatz aller angewandten Produktionsprozesse addiert.“[4]

Damit wären schon mal die Begrifflichkeiten geklärt. Bei der Herstellung von beispielsweise Stofftaschentüchern wird also viel Wasser und Energie verwendet. Zuerst muss nun mal der Rohstoff her, welcher allein schon Wasser und Energie für Anbau und Verarbeitung frisst. Dann kommt später die Fertigung des Produktes und letztlich noch die Verpackung hinzu. All das frisst für jedes neue Produkt immer wieder Wasser, Energie und andere Ressource wie Erdöl (für die Plastikverpackung). Es scheint also, dass Produkte, die nur einmal produziert werden müssen eine schlaue Lösung sind.

Ich musste für diesen Artikel wirklich sehr lange recherchieren und konnte leider trotzdem nichts zu den Ökobilanzen der fertigen Produkte finden. Aber ich denke man kann allein durch Berechnung der Ökobilanz für die verwendeten Rohstoffe und das Waschen eine gute Verhältnismäßigkeit darstellen. 


Das Papiertaschentuch unter der Lupe

Verbrauch eines herkömmlichen Taschentuchs in der Herstellung:

  • Für die Herstellung von 1 kg Papier werden 750 l Wasser benötigt [5].
  • Ebenso werden für 1 kg Papier 2,5 kWh an Energie benötigt [7].
  • Ein Tempo-Taschentuch wiegt 2,6 g [8] (das nehmen wir als ungefähren Wert, kann natürlich je Hersteller etwas abweichen).

Ein einzelnes Taschentuch verbraucht also nur 0,26 % des Wassers und des Stroms:
1000 g = 100 % ~> 1 g = 0,1 % ~> 2,6 g = 0,26 %

Womit ich einen Wasserverbrauch von 1,95 l und einen Stromverbrauch von 0,0065 kWh pro Papiertaschentuch erhalte:
750 l * 0,0026 = 1,95 l
und

2,5 kWh *0,0026 = 0,0065 kWh.

​Verbrauch
Herstellung
​Verbrauch pro Jahr (bei einem Taschentuch pro Tag – 365 Tage)
Wasser ​1,95 l ​711,75 l
Strom ​0,0065 kWh ​2,3725 kWh

Alternativen aus Stoff: Das Stofftaschentuch unter der Lupe

Was ich über Stofftaschentücher heraus gefunden habe, ist leider nicht so viel wie es mir lieb gewesen wäre. Zu der Herstellung von Baumwolle an sich habe ich aber einiges gefunden, womit ich rechnen konnte.

  • Eines von unseren Stofftaschentüchern wiegt 11 g -> 0,011 kg
  • „Bei der Aufarbeitung der Baumwolle gehen nur rund zehn Prozent des Rohgewichtes verloren.“ [1]
  • Außerdem habe ich herausgefunden, dass pro 1 kg Baumwolle im Durchschnitt 11.000 l Wasser verbraucht werden [2]. Puh, ganz schön viel 8O.
  • Für 1 kg Leinen oder Hanf hingegen werden durchschnittlich nur 2.500 l Wasser verbraucht [4] (was finde ich immer noch ziemlich viel ist).
  • Ebenso wird zur Herstellung von 1 kg Baumwolle 42,9 MJ ( = 11,92 kWh) Energie benötigt (1 kWh = 3,6 MJ) [6].

.

Verbrauch eines Stofftaschentuchs aus Baumwolle in der Herstellung:

Für ein 11 g Stofftaschentuch werden also ca. 12,2 g (0,012 kg) Baumwolle gebraucht:
11 g = 90 % ~> 1,2 g = 10 % ~> 12,2 g = 100 %

Für diese 12,2 g werden wiederum 134,2 l Wasser verbraucht (wobei natürlich auch noch Wasser für die Fertigung und Verpackung des Taschentuchs an sich anfällt):
1000 g = 11.000 l ~> 1 g = 11 l ~> 12,2 g = 134,2 l

Und ebenso 0,145 kWh Strom (ebenso leider ohne Fertigung und Verpackung, da ich dazu keine Informationen finden konnte):

1000 g = 11,92 kWh ~> 1 g = 0,01192 kWh ~> 12,2 g = 0,145 kWh 

Verbrauch bei jedem Waschgang:

  • Für weiße Wäsche wie Handtücher, Stoffservietten, Stofftaschentücher und Putzlappen verwenden wir das Waschprogramm Koch-/Buntwäsche bei 60° mit einem Wasserverbrauch von 72 l (0,072 m³) und einem Stromverbrauch von 1,5 kWh.
  • Wir haben außerdem ca. 26 Waschgänge im Jahr, da wir unsere weiße Wäsche alle zwei Wochen waschen.
  • Ich rechnen für eine Vollast von 7 kg, da alle Angaben aus der Bedienungsanleitung unserer Waschmaschine für Vollast ausgelegt sind.

Für eine Beladung der Waschmaschine mit 7 kg erhalte ich, dass eine Stoffserviette weit unter 1 % der gesamten Wäschelast einnimmt, nämlich nur 0,16 %:
7 kg = 100 % ~> 0,001 kg = 0,014 % ~> 0,011 kg = 0,16 %.

Das heißt ein einzelnes Stofftaschentuch braucht bei einem Waschgang auch nur 0,16 % des Wassers (0,115 l) und Stroms (0,0024 kwh):
72 l * 0,0016 = 0,115 l
und
1,5 kWh * 0,0016 = 0,0024 kWh

​Verbrauch
Herstellung
​Verbrauch pro Waschgang ​Verbrauch pro Jahr (26 Waschgänge)
Wasser   ​134,2 l ​0,115 l ​2,99 l
Strom ​0,145 kWh ​0,0024 kWh ​0,0624 kWh

Was ist also besser für die Ökobilanz?

In der Herstellung verbraucht das aus Baumwolle gefertigte Stofftaschentuch also natürlich viel mehr Ressourcen als das Papiertaschentuch: 

​Verbrauch Herstellung Papiertaschentuch ​Verbrauch Herstellung Stofftaschentuch
Wasser ​1,95 l  ​134,2 l
Strom ​0,0065 kWh ​0,145 kWh

Aber darum geht es ja in erster Linie nicht. Ein Stofftaschentuch kann ja wesentlich länger verwendet werden, durchaus einige Jahre. Was erhalten wir also, wenn wir das alles mal auf 5 und 10 Jahre hochrechnen? Dazu muss noch klar sein, dass wenn ich nur alle 2 Wochen wasche, 14 Stofftaschentücher benötigt werden, wenn ich jeden Tag eines benutze. Ich nehme also den Verbrauch bei der Herstellung mal 14 und ebenso den Verbrauch pro Waschgang pro Taschentuch mal 14, da ja auch jedes mal diese 14 Stofftaschentücher gewaschen werden müssen und nicht nur eines. Für die Papiertaschentücher ändert sich nichts. Außerdem habe ich diesmal mehr gerundet (wenn möglich), damit es anschaulicher ist und du besser vergleichen kannst :). 

​Verbrauch Herstellung für 14 Stofftaschentücher ​Verbrauch pro Waschgang für 14 Stofftaschentücher ​Verbrauch pro Jahr: 26 Waschgänge ​Verbrauch 5 Jahre: 130 Waschgänge ​Verbrauch 10 Jahre: 260 Waschgänge
Wasser ​1893 l ​1,6 l ​1935 l ​2101 l ​2309 l
Strom ​2 kWh ​0,0336 kWh ​2,9 kWh ​6,4 kWh ​10,7 kW
​Verbrauch
Herstellung 1 Papiertaschentuch
​Verbrauch pro Jahr:
365 Tage
​Verbrauch 5 Jahre:
1825 Tage
​Verbrauch 10 Jahre:
3650 Tage
Wasser ​1,95 l ​711,75 l ​3558 l ​7117 l
Strom ​0,0065 kWh ​2,3725 kWh ​11,9 kWh ​23,7 kWh

Also überholen die Papiertaschentücher recht schnell, was den Verbrauch an Wasser und vor allem Strom angeht. Ich habe sogar überschlagen, dass die Stofftaschentücher ab ca. 2,5 Jahren schon ökologischer sind. Natürlich gilt: Je länger du sie verwendest, desto besser wird die Ökobilanz! Außerdem sind in dieser Rechnung keinerlei Verpackungen mit einberechnet, was das ganze Bild noch einmal erheblich verschärfen würde. Plastik verbraucht nämlich enorm viel Wasser und Energie in der Herstellung. Du muss dir nur kurz überlegen, wie viel Umverpackung mit üblichen Papiertaschentüchern kommt im Vergleich zu den vielleicht einmal in Folie eingepackten Stofftaschentüchern (sei cleverer als ich und kauf sie nicht auf Amazon, sondern in einem Shop, der ohne Plastikverpackungen arbeitet ;)). Das ganze wird nochmal besser, wenn die Stofftaschentücher nicht aus Baumwolle, sondern aus Leinen, Hanf oder einem Gemisch mit Baumwolle hergestellt sind. Gibt es sowas? 
Ich hoffe, das Ganze war nicht zu trocken und theoretisch und selbst wenn, hast du nun ein gutes Argument in der Hand gegen Menschen, die diese Behauptungen aufstellen. Falls du mal irgendwo über Daten bezüglich virtuelles Wasser oder grauer Energie stolpern solltest, würde ich mich über Infos freuen. 


Viermal Feedback, viermal Freude auf beiden Seiten!

​Wenn eine Kundin ein Feedback an Kulmine schreibt, dann teilt Petra das gerne mit den Mitarbeiter:innen. 
Ich freue mich über jeden einzelnen der kleinen und großen Texte und oft sitze ich nach dem Lesen mit Gänsehaut vor dem Laptop! 

In der letzten Zeit kamen kurz hintereinander gleich vier wertvolle Rückmeldungen, die wir mit euch teilen wollen! 

Kulmine im Adventskalender!

Liebe Petra, liebes Kulmine-Team,

ich wollte mich für die letzte Lieferung bedanken. Ich freue mich jedes Mal auf und über die bestellten Produkte (schon das Seidenpapier, immer wieder eine neue Farbe).
Vielen Dank für die zusätzliche Slipeinlage! Jetzt weiß ich, wie Himbeere in echt aussieht, bisher hab ich vor allem weiße und eine schwarze. Und vielen Dank für die ungesäumten Reststücke! Es ist interessant, zu sehen, wie der Stoff aussieht, bevor er zu einer Kulmine wird. Aber ich glaube, die Stoffstücke sind mir zu schade, um sie ein mal zu benutzen und wegzuwerfen. Da kann ich bestimmt mal irgendwas Kleines davon nähen…

I
ch finde auch Euren Blog, Eure Podcasts aus der Küche und die Facebook-Seite toll. Ich hab schon soo viel gelernt von Euch in den letzten Monaten. 

Und dieses Jahr wird meine Schwester in ihrem Adventskalender auch ein paar Kulmine-Produkte finden. Die Slipeinlage im Adventskalender ist vielleicht etwas abgefahren. Aber traditionsgemäß pack ich da immer auch Produkte rein, die ich übers Jahr für mich entdeckt habe und toll finde.
Vielen Dank noch mal an Euch!

Herzliche Grüße und eine schöne Adventszeit 


Wenn die Freude aus dem Feedback rausstrahlt

Liebe Petra, 

was freue ich mich über euer Päckchen! Die Tücher fühlen sich so gut an, so weich und fest und sie duften so gut. 
Die Farben sind wunderschön, so schön bunt für den Winter und fest für die Nase. Die einfarbigen sehen so edel aus, die neonfarbenen sind so bunt und die mit dem Farbverlauf erinnern mich an das Licht, das im Frühjahr durchs grüne Laub kommt. 

Mein Mann freut sich auch schon sehr auf die Benutzung und ist ganz begeistert. Hach, so schön und wertig und ein weiterer Schritt dazu, weniger zu ver-brauchen sondern mehr zu ge-brauchen und diejenigen Dinge bei sich im Leben zu halten, die man schätzt und mit denen man etwas verbindet.

Die beiden Pflegepads werde ich gleich direkt einweihen. Sie fühlen sich so weich an auf der Haut im Gesicht! *.*
Und wie immer liebe ich das Seidenpapier, das beim Aufmachen so geheimnisvoll raschelt.
Und die Bleistifte. *.* Und der Cuterus. Und deine Karte. Hach. Ich bin im Paradies. 

1000 Dank dafür, liebe Petra. Viele Grüße ans ganze Team.
Ich kann gar nicht so viele Smilies machen, wie mein Gesicht grinst und sich freut.

Eine langjährige Kundin entdeckt die neuen Varianten


Hallo,

vielen Dank für das großzügige Päckchen mit Anschauungsmaterial für unsere Frauen. (Die weichen Stoffe, die vielen Farben – schön! Es hat sich viel verändert seit den 90er Jahren, als ich meine Stoffbindenkollektion gekauft habe. Die haben übrigens teilweise über 15 Jahre gehalten – so sind die vielen neuen Varianten an mir vorbeigegangen.)

Es war ein reines Vergnügen, alles auszupacken – selbst das „Pack“papier fühlt sich toll an und hat super Farben! Und die beiden Menstruationskalender sind auch wunderschön (Mondzeit, Gezeiten: schöne Namen!).

Ich wünsche Kulmine großen geschäftlichen Erfolg und hoffe, wir können einen kleinen Beitrag dazu leisten, wenn wir die Flyer bei uns auslegen und die Tücher bei den Vorträgen und Beratungen zeigen.

Herzlichen Gruß 

Und manchmal kommt sogar Post auf Frankreich!

Hallo Petra,
vielen Dank für die schnelle Zusendung meiner Bestellung. Sie war schon am Mittwoch da.

Ich freue mich immer, wenn ich meine Bestellungen von Euch bekomme: das ist fast wie Weihnachten: die schönen weichen Tücher zu entpacken und zu entdecken, welche Saumfarben ich bekomme…

Ich habe mich auch über das Taschentuch in Rotwein-Farbe gefreut. Ist es eine neue Farbe, die Ihr einführen wollt? Die Farbe finde ich wirklich schön. Persönlich würde ich sie nicht als Taschentuch benutzen, aber als Serviette oder Handtuch oder einfach zum Verpacken gefällt sie mir sehr gut. Ich hatte Bedenken, dass es ggf. ausfärben würde. Ich habe es ausprobiert und das färbte nicht ab. Sehr stabile Farbe.

Ich bin weiterhin von den Taschentüchern begeistert. Nach Jahrzehnten des Verbrauchs von Tempos bin ich aus Umweltgründen von heute auf morgen wieder auf die Stofftaschentücher umgestiegen, Bio war mir deshalb auch sehr wichtig. Die sind so weich, saugfähig und schön. Sie trocknen auch extrem schnell und machen natürlich keine Fetzen, wenn sie nass sind! Die Umweltgründe brauche ich natürlich nicht nennen! Ich möchte nicht zu Tempo zurück, auch wenn ich meinem Freund noch nicht dazu überreden konnte.

Herzliche Grüße


Die Pille? Nein danke, ohne geht es mir besser.

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 Die Kulmine-Frauen leben pille-frei. Das witzige und auch schöne dabei ist, dass sich das jede für sich, schon vor der Zeit bei Kulmine, selbst so entschieden hat. Aus verschiedensten und gleichzeitig ähnlichen Gründen. Der folgende Text ist von einer unserer Mitarbeiterinnen.

—–

Auch ich habe mich Ende letzten Jahres von der stetigen Begleiterin, der Pille, getrennt.
Meine geschätzte Kollegin und Freundin hat mir den Denkanstoß dazu gegeben, indem sie mich in ihre Sorgen zur Pille eingeweiht hat. So bin auch ich darauf gekommen, dass es vielleicht nicht sein muss, dass ich ein bis zwei Tage im Monat Trübsal blasend in meinem Bett liege und überhaupt nicht weiß, woher diese große Leere in mir kommt. Dass ich mich vielleicht auch nicht mit einer ungesteuerten Wut, die wie aus dem nichts entsteht, herumschlagen muss. Und damit meine ich nicht PMS, denn diese Stimmungen waren zeitlich so gar nicht einzuordnen. 

Ich hatte mit 17 angefangen, die Pille zu nehmen, um einige Unregelmäßigkeiten* im Hormonhaushalt auszugleichen, die mir Probleme bereitet hatten.
Das hat auch wunderbar funktioniert, weshalb ich von der Pille begeistert war. Letztes Jahr habe ich dann nach vier Jahren tatsächlich zum ersten Mal (ich weiß, das war längst überfällig) den Beipackzettel meiner Pille gründlich durchgelesen und entdeckt, das eine von zehn Frauen mit Niedergeschlagenheit und Depression als Nebenwirkung zu kämpfen hat. Daraufhin habe ich ein wenig weiter recherchiert, was die Pille mit meinem Körper sonst noch macht und unter Umständen machen kann und beschlossen: Das will ich nicht mehr. Also habe ich sie abgesetzt.
Besonders große Veränderungen habe ich an mir selbst nicht festgestellt, außer dass ich ein wenig ausgeglichener bin. Aber das schönste Gefühl ist, zu wissen, dass das tatsächlich ich selbst bin, wenn ich wütend oder aufgebracht bin und mich kein Hormoncocktail dazu treibt.

Ich sage überhaupt nicht, dass man die Pille verteufeln soll (es gibt nichts Einfacheres in Sachen Verhütung meiner Meinung nach). Ich bin nur der Meinung, dass sich jede Frau die Zeit nehmen sollte, zu recherchieren, was mit dem eigenen Körper und der Psyche passiert. Aber vor allem sollte jede Frauenärztin sich die Zeit nehmen, dieses Thema ausgiebig aber gleichzeitig neutral und wertfrei zu besprechen. Denn sind wir ehrlich. Ich habe auch einen Flyer meiner Ärztin bekommen zu den Nebenwirkungen. Habe ich ihn durchgelesen? Nein, leider nicht.
Möchte man als Frau das Risiko der Nebenwirkungen und hormonellen Veränderung dennoch eingehen, möchte ich niemanden dafür verurteilen. Ich habe ja auch nichts gegen Raucher, solange sie wissen, was sie ihrem Körper damit langfristig zumuten.
Leider habe ich noch keine passende Verhütungsmethode für mich gefunden, mit der ich zu hundert Prozent zufrieden bin. Ein Kondom allein ist mir zu unsicher und die Gefahr, dass ich bei einem Zwischenfall die Pille danach nehmen müsste (was meinen hormonfreien Ansatz zunichte macht) zu groß. Das Diaphragma kommt mir umständlich vor und alles andere habe ich bis jetzt noch nicht ausprobiert.

*Anmerkung von Nina: Die Pille wird gerne und schnell bei „Unregelmäßigkeiten“ verschrieben, die aber oft ist noch ganz im normalen Rahmen sind, vor allem in der Pubertät. Die Pille kann hier auch nicht heilen, sie überdeckt die Unregelmäßigkeiten nur. Nach dem Absetzen ist dann entweder alles wie gehabt, oder es wäre sowieso von alleine weg gegangen wären. Deswegen lohnt es sich, mit fähigen Ärztinnen/Ärzten wirklich auf den Grund der Probleme zu gehen, oder auch einfach ein bisschen abzuwarten, bis sich die wilden Wellen der Pubertät ein bisschen gelegt haben und der Zyklus die Chance hatte, sich einzupendeln.