Zyklisch grüßt das PMS

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Bei vielen Frauen folgen Zyklen ab einem gewissen Zeitpunkt einem immer wiederkehrendem Muster: vor der Menstruation schleichen sich manchmal kaum kontrollierbare Emotionen an, wirbeln ihr Innerstes durcheinander und verschwinden, sobald die Mens anklopft. Hier geht es um das prämenstruelle Syndrom (PMS) und was es emotional und psychisch mit uns macht.

… oder: die Zähmung des Monsters.

Vor kurzem hatte ich Besuch von einer dreißigjährigen Frau. Sie war zum ersten Mal bei mir und wollte gerne das Kulmine Lager sehen und die Produkte kennenlernen. Dabei erzählte ich ihr, dass es vielen Frauen gut tut, Stoffbinden zu verwenden, um die Menstruation positiv zu erleben. Daraufhin berichtete sie mir von ihrem PMS, das sie seit zwei Jahren jeden Zyklus zum (wie sie es benennt) Monster macht: „Ich werde scheinbar grundlos aggressiv, weine stundenlang oder putze Dinge, die gar nicht schmutzig sind.“ Besonders belastet sie, dass sie mit ihrem Verhalten vor allem ihre allerliebsten Menschen trifft.
Und ich konnte nur ja sagen. Dieses Monster kenne ich gut. Bei mir zeigt es sich nicht mehr, aber früher kam es völlig überraschend – und ich fühlte mich ihm hilflos ausgeliefert. Besonders wunderte mich, dass mich Mann und Kinder nach solchen Ausbrüchen noch liebten und akzeptierten. In schlimmen PMS-Phasen ertrug ich niemanden in meiner Nähe und brauchte Distanz – obwohl Nähe sonst sehr wichtig für mich war.
Viele Frauen kennen diese schwer fassbaren und schwer auszuhaltenden Widersprüche zwischen Empfinden und Bedürfnissen während der Zeit vor der Menstruation. 

Dabei haben die akuten Bedürfnisse und Empfindungen oft nicht direkt miteinander zu tun. Also wo liegen die Wurzeln dieses Widerspruchs?

Aus dem Gleichgewicht

Speziell Frauen wird Wut oft nicht ernsthaft zugestanden, sondern als „Zickenterror“ abgetan. Und tatsächlich kennen viele ihre berechtigte, neutrale Wut gar nicht mehr. Der direkte Ausdruck von Gefühlen – auch von Trauer oder positiven Gefühlen – findet selten statt und hat auch kein gesellschaftlich akzeptiertes Ventil.

Das Monster wird von diesen unterdrückten Gefühlen genährt.

Bei PMS erleben Frauen dann, dass sich dieser angestaute, emotionale Druck entlädt wie ein Gewitter – beispielsweise in Ärger, Putzattacken und Tränen: wir haben unsere Balance verloren und fallen ins Extrem.
Ein Ungleichgewicht kann – neben zu wenig achtsamen Umgang mit uns selbst und unseren Gefühlen – noch auf weiteren Ebenen bestehen und PMS begünstigen:

  • Mangel an ausgleichend wirkender Bewegung
  • innerlicher und äußerlicher Stress
  • wenig Zeit für sich selbst
  • Störungen im Hormonsystem (zum Beispiel der Schilddrüse)
  • Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen
  • Ablehnung der Menstruation/des Zyklusgeschehens

4 Antworten auf „Zyklisch grüßt das PMS“

  1. Schöner Artikel und tolle Illustration!
    Ich bin meine PMS losgeworden und vor allem die starken Schmerzen, indem ich vor zwei Jahren mit dem regelmäßigen baden in Basen-Bad begonnen habe. Es hilft zu entgiften und zu entspannen. Die Hormone kommen ins Gleichgewicht. Knn ich nur sehr empfehlen!!

  2. Es freut uns, dass dir der Artikel und die Bilder gefallen. Mela hatte viel Freude beim illustrieren.
    Den Tipp mit dem Basenbad hatten wir noch nicht, dabei ist er so wichtig.
    Ich schiebe mein Basenbad schon wieder vor mir her, deshalb nutze ich deinen Kommentar als Anstupser 🙂

  3. Toller Text. Ich musste schmunzeln beim Gedanken daran, dass ich ab und zu auch vor Rührung weine, wenn mir in dem Moment bewusst wird, dass mein Freund mich auch mit PMS-Monster im Nacken liebt….

  4. Spannend mit dem Basenbad, das sagte mir bis gerade überhaupt nichts. Danke :-). Und die Bilder sind toll, Mela :-). Passend, dass der Uterus auch irgendwie mit den Eileitern und Eierstöcken zwei „Hörnchen“ hat und grantig werden kann (und gar nicht cuterus ist).

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