Sich selbst zu verstehen

Die Frage, ob es einen Gott gibt oder die Wahrheit oder die Realität oder wie Sie es sonst benennen mögen, kann niemals durch Bücher, Priester,  Philosophen oder Erlöser beantwortet werden.
Niemand und nichts kann diese Frage beantworten als Sie selbst; und darum müssen Sie sich kennen.
Wenn man sich nicht selbst kennt, ist man unreif; sich selbst zu verstehen, ist der Anfang der Weisheit. 

Krishnamurti

Eine Geschichte aus Athen

​Es war einmal vor langer langer Zeit – vier Jahrhunderte bevor unsere Zeitrechnungen überhaupt begann – in der griechischen Stadt Athen.
Dort lebten, arme Menschen und reiche Menschen. In einer dieser reichen Familien wurde ein Kind geboren. Ein Mädchen namens Agnodice.
Agnodice wuchs zu einer Frau mit einem wachen Verstand auf. Und wie sie durch die Welt schaute, sah sie viel Leid – vor allem bei Frauen.
Frauen litten an versteckten Krankheiten und sie litten während der Schwangerschaft, sie litten während der Geburt und sie litten nach der Geburt. Sie litten nicht nur, sie starben – und das in erschreckend großen Zahlen. Oft starben die Kinder gleich mit, während der Geburt oder kurz danach.

Es hatte eine Zeit gegeben, da hätte Agnodice etwas tun können.

​Zur Zeit als Hippocrates noch lebte und arbeite, konnten Frauen die besondere Kunst der Gynäkologie lernen. Sie konnten heilen und sie konnten Ärztin und Hebammen werden. Doch nachdem er gestorben war, entdeckten die führenden Männer Athens, dass diese wissenden Frauen auch Abtreibungen durchführten und weil ihnen nicht gefiel, dass Frauen die Macht über den Nachwuchs von Männern hatten, bannten sie diese Frauen und machten ihren Beruf, ihre Berufung, zu einem Verbrechen.
Das war damals und seitdem hatte es keine Frauen mehr gegeben, die diese Künste offiziell lernen durften. Agnodice aber war klug und so fiel es ihr nicht schwer, eine Lösung zu finden.
Denn sie war tief entschlossen, das Leiden der Frauen zu mindern. Sie würde Ärztin werden und sie würde den Frauen Athens helfen. Sie schnitt sich ihr langes Haar ab und sie zog sich Männerkleidung an, um das Studium der Medizin aufzunehmen.
Eine Freundin, zeitlich passend erkrankt, wurde eine Ausrede, um ihre nun kommende Abwesenheit für ihre Familie zu erklären. Und so kam es, dass Agnodice ihre Heimat verließ und nach Ägypten reiste, wo Frauen eine wichtige Rolle in der Medizin spielten. Weil sie Zuhause aber als Mann arbeiten würde, trug sie weiter ihre Verkleidung und lernte als Mann zu leben.
In Alexandria studierte sie von dem großen Herophiles, der ihr die Anatomie der Menschen nahe brachte. Und als die Zeit gekommen war, und sie ihre Qualifikationen erreicht hatte, ging sie zurück nach Athen, um den Frauen in ihrer Heimatstadt zu helfen. So konnte sie endlich das quälende Gefühl in ihrem Herzen besänftigen – endlich half sie Frauen, endlich rettete sie Frauen – und die Kinder dazu.
Das hatte sie zumindest gedacht. Es kam aber ganz anders – niemand wollte ihre Dienste in Anspruch nehmen, weil sie ein Mann war. Eines Tages ging Agnodice durch die Straßen und hörte die verzweifelten Schreie einer Frau, die vollkommen durchdrungen von Geburtsschmerzen war. Sie wollte ihr helfen, so sehr wollte sie ihr helfen. Doch auch diese Frau weigerte sich, die Hilfe eines Mannes anzunehmen. So tief war die Scham, die ihr seit Kindes an eingeimpft worden war, zu tief das Gefühl, dass dieser Schmerz ein Frauenschmerz war und kein Mann helfen konnte, ja, dies gar nicht durfte.

Sie verdiente die Hilfe, die sie brauchte.

​Agnodice blickte die verschwitzte und angestrengte Frau an. So große Schmerzen hatte sie und doch war sie so stark in ihrer Meinung. Sie verdiente die Hilfe, die sie brauchte.
Und mit diesen Gedanken enthüllte Agnodice sich und zeigte sich der Gebärenden als Frau. Diese verstand sofort und erlaubte die Hilfe – erfolgreich. Mutter und Kind ging es nach der Geburt gut.
Erschöpft aber zufrieden lagen sie auf ihrem Lager, während Agnodice sich tief in Gedanken versunken auf den Weg nach draußen machte. Es war ein gutes Gefühl gewesen, ihr Wissen endlich anzuwenden. Aber würde sie jedes Mal erst ihr Geschlecht zeigen müssen, damit sie helfen durfte?
Doch dieses Problem löste sich von alleine – die Kommunikationswege der Frauen waren schnell und effizient. Und bald konnte sich Agnodice nicht mehr retten vor Anfragen – nicht nur für Geburten, sondern für andere Krankheiten der Frauen. Ihr vertrauten die Frauen, weil sie eine Frau war. Und je erfolgreicher sie wurde, desto weniger wurden die anderen Ärzte der Stadt angefragt. Zu groß war die Erinnerung, an die Schmerzen und die Scham, die sie mit sich brachten, die Herablassung, mit denen sie behandelten.

​Der Neid der Männer

​Die Ärzte aber wurden neidisch auf den Erfolg des neuen Arztes und statt darüber nachzudenken, dass der Grund in ihren eigenen Unfähigkeiten liegen könnte, beschuldigten sie Agnodice, dass sie die Frauen verführte und die Frauen selbst ihre Krankheiten vortäuschten, um in die große Liebeskunst des jungen Arztes eingeführt zu werden.
Agnodice kam vor Gericht – angeklagt von eifersüchtigen Ehemännern und neidischen Ärzten.
Anklage: Die Verführung der Frauen Athens. Doch wie die Männer sie beschuldigten, schaute Agnodice sich ruhig um, hob ihre Tunika an, wie sie es damals bei der ersten Frau tat, der sie half – und zeigte ihr Geschlecht.
„Ich verführe eure Frauen nicht – ich bin selbst eine Frau.“ Es war wichtig, dass sie die Richter davon überzeugte, dass sie nicht die Frauen verführte. Ihr Leben stand auf dem Spiel – und tatsächlich schaffte sie es, die Richter von ihrer Unschuld zu überzeugen. Die geifernden Männer aber versuchten nun, sie zu verklagen, weil sie zuwieder den Gesetzen gehandelt hätte, mit ihrem verbotenen Studium und noch der noch verboteneren Arbeit.
Doch bevor die Richter auch nur zu einem Ergebnis kommen konnten, stürmten die Frauen Athens den Ort der Gerichtssitzung. Sie priesen ihre Arbeit als Ärztin und beschimpften ihre Ehemänner für den Versuch Agnodice hinrichten zu lassen.
„Wollt ihr tote Frauen und Kinder haben? Oder wollt ihr lebende Frauen und Kinder?“
Nach einem kurzen Austausch der Männer und Frauen wurde Agnodice entlassen. Das war aber nicht das einzige, was passierte. Endlich wurden wieder die Gesetze geändert und nun war es Frauen in Athen erlaubt, sich von Ärztinnen behandeln zu lassen, Frauen konnten wieder als Ärztinnen tätig sein und auch Hebammen waren wieder erlaubt. 


Die Nacherzählung basiert frei auf dem englischen Wikipedia-Artikel zu Agnodice und erhebt keinen Anspruch auf historische Korrektheit.   

wert-voll

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Wert-voller Stoff
ausgelegt
glatt gestrichen
aufgezeichnet und
ausgeschnitten
von liebevollen Händen
genäht und verpackt
in knisterndes Seidenpapier
kulminieren
in der Benutzung jeder einzelnen Frau,
die Kulmines.

Nina

Quelle: ggf Link oder Nennung des Autors

Ab die Post!

​Bei mir gibt es eine kleine Sammlung in der Wohnung.
In der liegen seit einer undefinierten Zeit (sicherlich Jahre) eine Reihe von Sachen wie…
Eine Festplatte! Ein altes Handy! Und einige Druckerpatronen.
Ich nehme mir immer wieder vor, sie bei der entsprechenden Sammelstelle abzugeben. Aber offensichtlich scheint das bei mir nicht besonders erfolgreich zu sein.
Und dann hat Petra mir den folgenden Link gegeben, auf dem ich etwas nützliches entdeckte!


Die deutsche Post bietet an diese Art von elektronischem Müll kostenlos zu entsorgen. Auf ihrer Seite steht: „Geeignet sind grundsätzlich alle Altgeräte, Bauteile und Druckerpatronen, die in einen Maxibrief passen (Höchstmaß: 35 × 25 × 5 cm, Höchstgewicht: 1.000 g).

  • alte Handys, Mobiltelefone, Smartphones 
  • Digitalkameras, PDA, MP3-Player
  • leere Druckerpatronen 
  • kleinere Computerbauteile, wie Laufwerke oder Festplatten“ 

Man kann übrigens jede Art von stabilem Umschlag nutzen und muss dafür keinen speziellen bei der Post abholen – zum Glück, sonst würden dafür bei mir vermutlich noch weitere Jahre ins Land ziehen. 

Anleitung:
„Kostenlose Versandmarke ausdrucken und auf einen stabilen Umschlag kleben.
Defektes Elektrogerät, altes Handy oder leere Druckerpatronen in den Umschlag stecken.
Bitte vorher die Batterien und beim Handy entsorgen die SIM-Karte entfernen und persönliche Daten löschen.
Umschlag gut verschließen.
Den Umschlag in den Briefkasten werfen oder in der Postfiliale abgeben.“ 

Und das war es schon!

Alles weitere, auch der Link zum Ausdrucken der Briefmarke findet sich auf der Seite der deutschen Post


Cuterus

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Es gibt ober-niedliche, neue Sticker-Bögen bei Kulmine zu kaufen, einzeln oder im Set.

Mitten in den Vorbereitungen für den diesjährigen Mhday bennannten wir den Tag einfach um. (Warum, das erklären wir hier). Das erforderte dann natürlich auch ein neues Erkennungszeichen! Und auf einmal hatten unsere Banner eine fröhliche und niedliche Gebärmutter – der Cuterus war geboren! Ebenso spontan entstanden dann noch weitere emotionale Ausdrücke – acht Cuterusse gibt es jetzt. (Wir sind uns hier nicht einig, was die korrekte Mehrzahl von Cuterus ist, aber ich finde, wenn man neue Wörter erfindet, darf man auch bestimmen, was die richtige Pluralbildung ist!) 

Und von da war es nur ein Katzensprung zu der Idee mit den Stickern. Dass die auch wirklich eine gute Idee sind, habe ich dann aber erst durch Twitter erfahren: Da habe ich den schon fast fertigen Bogen (siehe rechts) online gestellt mit dem Versprechen, die Sticker produzieren zu lassen, sobald es 100 Likes oder 50 Retweets gäbe. Und dann geschah, was nur im Internet geschehen kann: Die Menschen bei Twitter lieben die Cuterusse und haben meine Angaben innerhalb kürzester Zeit weit übertroffen!

Und noch ein paar Worte zu den Motiven selbst.
Fast alle Frauen kennen sie: die Tage vor den Tagen. Sie kommen oft mit den verschiedensten Begleiterscheinungen, die individuell auch völlig anders erlebt werden. Aber diskutiert werden davon meist nur die als negativ eingestuften.

Deswegen habe ich darauf geachtet, auch die positiven Seiten von PMS und der Menstruation zu illustrieren:
Die liebevolle Aufmerksamkeit, die ich mir selbst zukommen lassen kann und mit der ich mich aufheitere, wenn ich etwas schwermütig bin. Die Faszination dafür, was mein Körper da jeden Zyklus neu vollbringt und so stark mit dem Wunder des Lebens verbunden ist. Die Munchis – das Verlangen nach den verschiedensten und manchmal verrückten Lebensmitteln – versorgen meinen Körper mit allem wichtigem, das ihm vielleicht gerade fehlt oder was er bald braucht.  Und wenn endlich das Blut fließt, ja dann kommt eine Freude und Erleichterung, sowohl körperlich als auch emotional. Sie leiten die kommende Zyklusphase ein, in der ich meine Arbeiten gewuppt bekomme, neugierig auf andere Menschen bin und überhaupt viel leichter mein sonniges Gemüt strahlen lassen kann.

Und ich glaube auch, dass man die negativ wahrgenommenen Anteile anders wahrnehmen darf.
Die Müdigkeit hilft mir, wenn ich manchmal nicht auf mich höre und mich im Strudel des Alltags und der Arbeit verliere: Manchmal ist es wichtig, mich zurückzuziehen, Pause zu machen und neue Energie zu tanken. Die Traurigkeit und Genervtheit erinnern mich daran, dass ich in meinem Leben Zeit einräumen muss, um nach Innen zu schauen. Wo bin ich in letzter Zeit an mir und meiner Wahrheit vorbeigegangen? Und da kommt mir dann auch die explosive Kraft zugute, um diejenigen in die Schranken zu verweisen (und sei es nur intern!), die dafür keinen Respekt zeigen.

Vielleicht sind meine Gedanken eine Inspiration dazu, die eigenen Deutungen der Sticker zu entdecken und eine neue Beziehung zum eigenen (C)Uterus aufzubauen. Ich wünsche Euch viel Neugier und Freude damit.


Ausmalbild aus „13 Monde“

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Eines der Motive aus „13 Monde“ stellt Mela umsonst zum Download zur Verfügung!

Viele, die mit den Ausmalmotiven aus den Zyklusheften liebäugeln, aber eigentlich keine Zyklusbeobachtung machen (oder sowieso schon Sensiplan anwenden), wünschen sich ein Ausmalheft. Und das soll es auch geben – mit verschiedenen Themenschwerpunkten. 

Damit die Zeit bis dahin nicht zu lange wird, könnt ihr euch mit einem Geschenk etwas die Zeit verkürzen: ein Motiv aus den „13 Monden“ dürft ihr gratis herunterladen und ausdrucken.

Download: erst das Bild vergrößern und dann mit einem Rechtsklick  „speichern unter“ auswählen.

Viel Freude beim Ausmalen!


Nachrichten aus dem Junimond

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Liebe Leser:in,
dieser Mond heißt bei uns einfach Junimond, weil Petra ein großer Fan von Rio Reiser ist.

Infobox im Shop
Heute stellen wir Euch eine Erleichterung beim Nachbestellen deiner Lieblingsmodelle vor. Ihr findet sie auf jeder Shopseite auf der linken Seite in einer Box – nur auf der Startseite des Shops steht sie rechts.
Unter „Lieblinge“ findest Ihr die Modelle, die bei den Kundinnen am beliebtesten sind und unter „Neu 2017″ alles, was seit Anfang des Jahres ins Sortiment aufgenommen wurde. Außerdem haben wir Links kreiert, durch die die Modelle nach Form sortiert werden.
 

Lieblingslinks bei Pinterest
Die Seite für Linkempfehlungen wurde uns langsam zu eng, deswegen gibt es Kulmine jetzt auch auf Pinterest. Dort können die Empfehlungen gut in verschiedene Kategorien, wie zum Beispiel Schwangerschaft/Geburt, Ernährung oder Nachhaltigkeit, sortiert werden – für alle Kundinnen, die noch mehr über die Interessen rund um Kulmine erfahren möchten.
Wir nehmen gerne Empfehlungen entgegen, am besten per Mail

Mitmach-Aktion
Der nächste Newsletter erscheint erst zum Neumond im August. Wir wünschen uns bis dahin viele kurze oder lange Erfahrungsberichte: Was hat sich in Eurem Leben durch alternative Menstruationsprodukte und Slipeinlagen aus Stoff verändert? Unter den Texten, die wir veröffentlichen, werden 10 Kulmine-Überraschungssets verlost. Einsendeschluss ist der 15. August, damit wir die Texte und Gewinnerinnen der Sets mit dem NL am 21. August verkünden können. 

Zusendungen bitte per Mail. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mach nur mit, wenn du mindestens 18 bist. Der Gewinn kann nicht ausgezahlt werden.
 

Sinnliche Zyklusbeobachtung
Das liebevoll gestaltete und hilfreiche Set „13 Monde“ von Mela Kühnlein ist nun im Shop zu erwerben!
Die Heftreihe begleitet – ähnlich wie ein Tagebuch – durch 13 Zyklen. Detaillierte, tägliche Notizen machen den individuellen Rhythmus sichtbar, so dass er besser mit dem Alltag abgestimmt werden kann. Und „13 Monde“ kann noch viel mehr: Mela hat ihren Zeichenstift geschwungen und für jeden Zyklus eine runde Zeichnung kreiert. Und bis die mit Farbe ausgemalt sind, haben sich PMS oder eventuelle Mensschmerzen bestimmt schon wieder verabschiedet!
Wer gucken mag, wie die Bilder aussehen, findet eine kleine Auswahl in diesem Blogpost

Und natürlich haben wir Euch wieder unsere besten Beiträge seit dem letzten Newsletter rausgesucht und hier zusammengesammelt:

13 Monde – Hefte zur Zyklusbeobachtung

Das liebevoll gestaltete und hilfreiche Set „13 Monde

http://www.kulmine.de/ontopic/13monde

Tagebuch einer Kulmine-Anfängerin Teil 1

Liebe Leserinnen, ich bin 21 Jahre alt und versuche gerade, mein Interesse an Umweltschutz und Nachhaltigkeit auf eines der intimsten Themen meines Lebens zu erweitern: meine Menstruation. Nun bin ich es dank toller Freundinnen und einer sehr offenen Mutter gewohnt, über Dinge wie Gefühle, Meinungen, Liebe aber auch über die Menstruation ganz offen zu sprechen. Durch eine dieser Freundinnen bin ich zu Kulmine gekommen. Aber es hat mich nun doch einige Zeit gekostet, aus der passiven Rolle der Zuhörerin zur aktiven Rolle der Anwenderin zu wechseln. Jetzt besitze ich seit knapp einer Woche meine ersten Produkte und möchte gerne alle interessierten / skeptischen / neugierigen Frauen an meinen ersten Erfahrungen und ehrlichen Gedanken dazu teilhaben lassen.— Laura

http://www.kulmine.de/ontopic/tagebuch-1

Tagebuch einer Kulmineanfängerin Teil 2: Jetzt wird’s bunt!

​Ich wusste nicht genau, an welchem Tag meine Menstruation anfängt. Also entschied ich mich, eine weitere Slipeinlage auszuprobieren. Dieses Mal eine midi Slipeinlage mit Flügeln in der Farbe Ranunkel. (Also Langeweile kommt bei den Farben ja nicht auf!)

http://www.kulmine.de/ontopic/tagebuch-2

Konsumsouverän!

Zero Waste und DIY, Teil 1 – Mela hat zusammen mit den Fragmenten in Wiesbaden ein ganzes Wochenende Workshops dazu angeboten. Starring: die original Hela-Faltslipeinlage. Und jede Menge Zeitungspapier.

http://www.kulmine.de/roots/konsumsouveraen

Bye bye Junimond!
Petra Sood und das Kulmine-Team

Eine Hela von Hand nähen – how to

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Oder: Konsumsouverän Teil 2! An besagtem Workshop-Wochenende entstanden auch Hela-Einlagen. Aus ausgemusterten Handtüchern, T-shirts und Hemden. Handgenäht, ohne Maschine. So schön, dass Nina fast nicht mehr sagen konnte, ob sie Original Kulmines oder die selbstgenähten hübscher findet.

2016 haben wir für den Menstrual Health Day das Falt-Modell Hela als Schnittmuster zur Verfügung gestellt und ein Freebook mit Nähanleitung geschrieben. Allerdings ist diese Beschreibung für die Nähmaschine – und die besitzten nunmal nicht alle oder haben Zugang zu einer. Da wir in der Gemeinschaftswerkstatt, wo wir den Workshop veranstaltet haben, sowieso nur eine Nähmaschine zur Verfügung haben, hatte ich geplant, die Hela per Hand und – gemäß unseres Mottos – aus ausgemusterten Stoffen zu nähen und diese Umsetzung weiterzugeben.

Für die Binde habe ich ein T-Shirt und ein Frottee-Handtuch benutzt. Für die Slipeinlage fiel die Wahl auf ein T-Shirt in Kombi mit einem Karo-Baumwollhemd für mehr Formstabilität.
Zusammengenäht habe ich es mit Stickgarn, das wir in großen Mengen für die Werkstatt gespendet bekommen haben. Es ist schön weich und glatt, macht einen hübschen Rand und trägt kaum auf. 

Die Stoffe und das Garn auszuwählen, gefällt mir besonders gut: da kann man tolle Farbkombinationen finden und ausprobieren.
Die zweifarbigen Seiten, die so entstehen, sind für mich ein Grund, nur zwei Lagen zu machen (statt drei wie im Freebook). Der andere war meine Vermutung, dass der Frottee besonders gut in der Unterwäsche hält. Das hat sich bestätigt und ich kann mir vorstellen, dass damit auch die klassische Bindenform super funktioniert.
Für eine Slipeinlage könnte auch eine Schicht ausreichen (die dann ja eh doppelt im Slip liegt), aber ich vermute, dass es nicht bei allen Stoffen ausreichend stabil ist.

Tips zum Anzeichnen
Den Stoff doppelt legen und das Schnittmuster mit dem Steg bündig an die Faltkante legen. 

Elastischer Stoff wie von dünnen T-Shirts lässt sich oft nicht gut mit einem Strich anzeichnen, da er sich verzieht. Eine Teilnehmerin vom Workshop hatte den passenden Trick: mit dem Stift Punkte setzen, indem man den Stift drückt und dreht.

Tips zum Ausschneiden
Wenn Shirts etwas weitere Ärmel haben, reichen die oft sogar aus, um eine Hela daraus zu machen – dann muss man erstmal den Hauptteil nicht zerschneiden. 

Wichtig ist, dem Schnittmuster penibel zu folgen und einen sauberen Rand zu schneiden, damit man die Teile gut zusammennähen kann und sich keine abstehenden Ecken bilden.

 

Zusammennähen
Ich habe noch nicht herausgefunden, was die optimale Fadenlänge ist – geschätzt haben ich das 3-fache des Umfangs, aber es ging sich gegen Ende nie ganz aus (und ordentlich abgemessen hatte ich auch nicht ;-).
Als Nadel eignet sich eine Stopfnadel mit scharfer Spitze.

Achte beim ersten Einstich darauf, genug loses Ende zu lassen, damit man es am Schluss mit dem anderen Ende verknoten kann. Ab dann sticht man von vorne nach hinten und achtet darauf, dass der Faden vom vorherigen Stich hinter der Nadel zu liegen kommt (siehe Bild). Das dabei entstehende Muster ist dabei erst ab dem zweiten Einstich zu erkennen.
Der Faden sollte nicht zu fest angezogen werden, damit der Rand den gleichen Umfang behält wie der Zuschitt – sonst wölbst sich das Ergebniss ein wenig, besonders an den runden Stellen und bei dünnerem Stoff. Bei der Karo-Hela kann man es ein wenig erkennen.

Am Ende verschießt man die beiden Enden mit einem Doppelknoten, genauer gesagt dem Kreuzknoten. Er unterscheidet sich durch ein kleines Detail vom sogenannten Altweiberknoten, der sich schnell wieder auflösen kann. Für den Kreuzknoten legt man nach dem ersten Knoten den nach hinten weisenden Faden hinter das andere Ende und schließt dann den Knoten wie gewohnt. Er bildet dann zwei symmetrisch ineinanderliegende Schlaufen.

Zur Ferigstellung einer Einlage habe ich circa zwei Stunde Gebraucht.
Es gibt noch keinen Test in der Maschinenwäsche, ich hoffe, das Stickgarn läuft bei heißen Temperaturen nicht ein. Ich berichte in den Kommentare, sobald ich mehr weiß.
Die dünnere Variante grumpfelt beim Tragen ein bisschen zusammen, da die Stoffe wenig Eigenstruktur haben. Dafür ist sie bei den heißeren Temperaturen sehr angenehm luftig und die Möglichkeit, eine frische Seite nach oben zu falten, ist super angenehm.

Ich hoffe, ihr kommt mit der Anleitung gut zurecht. Wenn ihr noch Fragen oder Ideen habt, schreibt sie einfach unten in die Kommentare. Und natürlich freuen wir uns über Fotos von fertigen Helas aus euren Händen!


Konsumsouverän!

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Zero Waste und DIY, Teil 1 – Mela hat zusammen mit den Fragmenten in Wiesbaden ein ganzes Wochenende Workshops dazu angeboten. Starring: die original Hela-Faltslipeinlage. Und jede Menge Zeitungspapier.

Samstag 

Den Samstag haben wir mit einem Besuch im Unverpackt-Laden begonnen. Eigentlich war das für alle gedacht, die da schon immer mal hinwollten … lief dann aber so, dass alle, die mitkamen, da sowieso schon immer hingehen. Es war trotzdem interessant, wir haben uns gegenseitig unsere Lieblingsprodukte gezeigt und über Alternativen geschnackt. 

Zum Beispiel Ohrlöffel statt Wattestäbchen … wobei ich besonders diese kleinen aus Metall gebogenen Schlaufen mag, auch wenn da ein winziges Stück Plastik dran ist. Vielleicht könnte da ja mal jemand(!) nachbessern und eine Holzvariante anbieten?
Gelernt hab ich außerdem, dass Konjak-Schwämme vegan sind (aus Konak-Wurzel-Mehl) und nicht – wie bisher gedacht – im Meer gewachsen. Ich finde sie auf jeden Fall genial für die Haut als sanftes Peeling, die sich nach der Benutzung unglaublich weich anfühlt.
Außerdem hab ich mit Erstaunen festgestellt, dass manche lieber die Schlepperei von Einmachgläsern in Kauf nehmen, als Zuhause umzufüllen – ich dagegen bevorzuge Gemüsepapiertüten und selbstgemachte Stoffbeutel. Für sehr feine Sachen wie Tee oder Gewürze trage ich Erdnussdosen und ähnliches auf. 

Dann waren wir (mit ein paar netten Leuten mehr) in den Räumen der Fragmente-Gruppe. Dort haben wir Waschmittel angerührt (das Rezept habe ich von Nina) und Erfahrungen mit Efeu und Kastanien zum Wäschewaschen ausgetauscht, die allesamt positiv waren. Danach wollten alle Zahnputzpulver und Deocreme ausprobieren, was natürlich vor allem wegen der verschiedenen Möglichkeiten in Geschmack und Geruch so spannend war.
Danach haben wir noch eine Runde Allzweckreiniger mit übrig gebliebenen Zitronenschalen und Essig hergestellt – eine prima Resteverwertung, wie ich finde! Da bin ich selbst gespannt drauf, das muss erst noch für 2 Wochen ziehen. 

Alle Rezepte (und ein paar mehr) haben wir in einem Handout gesammelt. Das steht hier zum Download bereit. 

Sonntag 

Am Sonntag sind wir mit der offenen Fahrradwerkstatt gestartet, die dort alle paar Monate stattfindet. Da ich über Nacht im Garten war (wo ich von einem schnaufenden Igel besucht wurde <3) kam ich etwas später dazu. Machte überhaupt nix. Alle waren konzentriert und mit schwarzen Händen dabei, die Räder für die kommenden Sommerausflüge fit zu machen. 

Dann wurde wieder der Teppich ausgerollt, der Tisch aufgestellt und es folgte Körbeflechten aus Altpapier … was genauso schwarze Finger hinterließ wie das Fahrradschrauben. 😀 Es hat uns allen so viel Spaß gemacht, dass jede:r das Objekt unbedingt fertig machen wollte – also haben wir uns alle Zeit genommen. So kamen die anderen Sachen wie Kosmetikpad-Häkeln, Spülschwamm-Stricken und Hela-Slipeinlage nähen zwar etwas kurz, aber dafür hatten wir ein ausführliches Gespräch über Menstruationstassen, das von viel Lachen und Kichern begleitet wurde. Herausgekommen sind doch noch zwei handgenähte Hela-Einlagen, über die ich in der nächsten Woche berichten werde.
Meine Kollegin hat zum Schluss Luffa verteilt, die Gurke, die sich jeder ganz einfach selbst ziehen kann und getrocknet zum Schwammersatz wird. Ich bin noch nicht so warm damit geworden in Tests, aber die Aussicht, nachwachsende Schwämme im eigenen Garten zu haben, ist verführerisch. 

Am Abend schloss der regelmäßig stattfindende Kleidertausch das Wochenende ab. Ich finde, das ist wie Shoppen – nur ohne die Nebenwirkungen. Also eigentlich besser! Kleidung wird weiterverwendet, das Konto hat Schonzeit und wenn ich feststelle, dass ich das Stück doch nicht trage, auch wenn es mir gefällt, hab ich kein schlechtes Gewissen … ich kann es einfach wieder verschenken.
Diesmal haben auch einige meiner Stücke neue, glückliche Besitzerinnen gefunden. Das ist mir dann zusätzlich eine Freude. 

Fazit 

Viel Besuch blieb vermutlich aus, da es genau an dem Wochenende mehrere Veranstaltungen zu ähnlichen Themen gab – zum Beispiel das Repaircafé im Heimathafen und Pflanzenmilch selbst machen im Unverpackladen auf der „eebschen“ Mainzer Seite. Und das Wetter war fantastisch! Da konnten wir natürlich nicht gegen anstrahlen. 

Alle Besucher, die da waren, interessierten sich schon für das Thema. Das sah ich erst als Nachteil, aber war letzen Endes toll, so konnte ich selbst noch einiges Neues lernen. 

Im Vorfeld hätte ich doch noch ein bisschen Müll einsparen können, wenn ich besser geplant hätte – Häkel- und Stopfnadeln für alle hätte ich sicherlich auch auf einem Flohmarkt oder per Aufruf bekommen. Und auch Paketschnur habe ich in der Stadt nur aus Plastik oder verpackt in Plastik bekommen (außer in einem Wolladen zu einem horrendem Preis). Das geht das nächste Mal besser! 

Spaß hat es gemacht, im Real Life Austausch über das Thema zu haben und nicht nur im Internet. Dieses „in Gemeinschaft arbeiten“, ist etwas, was ich zuerst im Zuschneideraum bei Kulmine für mich wiederentdeckt habe und in kleinem Rahmen hier in Wiesbaden etablieren will. Wenn die Finger emsig sind und jede:r konzentriert, lässt sich irgendwie besonders gut reden und rumspinnen.
Wir wollen die Aktion auf jeden Fall im Herbst noch mal wiederholen – dann zusätzlich mit einem Freitagabend, wo wir ein Plastikfrei-Projekte vorstellen wollen und uns noch mal tiefergehend damit auseinandersetzen, welche Herausforderungen und Auswirkungen die Umstellung auf einen etwas nachhaltigeren Lebenswandel haben.


13 Monde – Hefte zur Zyklusbeobachtung

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Das liebevoll gestaltete und hilfreiche Set „13 Monde“ von Mela Kühnlein ist nun im Shop zu erwerben!

Die Heftreihe begleitet – ähnlich wie ein Tagebuch – durch 13 Zyklen. Sie bietet für jeden Zyklus an, detaillierte, tägliche Begebenheiten zu notieren. Mit der Zeit wird so der individuelle Rhythmus in den Zyklen sichtbar und kann besser mit dem Alltag abgestimmt werden. Zudem ist Raum für Zusammenfassungen und tiefer gehenden Gedanken, die jeden Zyklus von einer inspirierenden Frage begleitet werden. Das Verständnis für den eigenen Zyklus kann Veränderungen verschiedenster Art anstoßen und sich sogar positiv auf Zyklusbeschwerden auswirken. 

Und „13 Monde“ kann noch viel mehr, als Einsichten in das eigene zyklische Geschehen vermitteln. Ich habe nämlich meinen Zeichenstift geschwungen und für jeden der 13 Zyklen ein rundes Bild zum Ausmalen kreiert. Mal in typischer Mandala-Form, mal mit konkreteren Inhalten und immer in Verbindung mit dem weiblichen Körper und all den möglichen Vorgängen darin.
Und bis die mit Farbe ausgemalt sind, hat haben sich PMS oder eventuelle Mensschmerzen bestimmt schon wieder verabschiedet!