Eine Woche voller Teamtexte

Das Kulmine-Team wächst stetig.
Deshalb stellen wir diese Woche die Neuen aber auch die, die schon länger dabei sind, hier vor!

​In den kommenden Interviews könnt ihr sehen, wie besonders es sein kann, für Kulmine zu arbeiten. Das empfinde ich als Chefin übrigens auch.
Meine Eltern waren immer selbstständig und als Jugendliche bedachte ich schon, was anders gemacht werden könnte. Mir war schon klar, dass es nicht einfach ist, eine Firma zu leiten und deshalb wollte ich es ganz lange gar nicht. Die ersten 35 Jahre meines Lebens war ich kaum angestellt, sondern habe freiberuflich ohne Mitarbeiterinnen gearbeitet. Kulmine fiel mir dabei einfach zu. 

Vorher gab ich Seminare und Beratungen rund um die weibliche Kraft und dazu gehörte das Ja zum Zyklus. Stoffbinden gab es in Deutschland noch nicht und so rutschte ich in das Thema hinein. Es ist eine Chance, die weiblichen Zyklen, das Menstruationsblut anzunehmen und wertzuschätzen. 

Sehr wichtig für Kulmine sind natürlich die Näherinnen. Die erste und Hauptkraft ist wunderbar und arbeitet bis heute bei Kulmine. Wir wünschen uns, dass sie dem Kulmineteam noch lange erhalten bleibt.
Inzwischen sind neue Näherinnen dabei, die sich ebenso wohl fühlen. Andere Frauen schneiden die Kulmines zu, verwalten das Lager und stellen die Bestellungen zusammen. 

Mela Kühnlein und Nina Hanefeld bedeuten auch ein großes Glück für Kulmine. Sie arbeiten auf vielen Ebenen mit mir zusammen. Es begann mit einer Art Praktikum für das Leben – heute sind sie maßgeblich an der Kulminearbeit beteiligt. Auch haben sie über Kulmine die Möglichkeit, ihre eigene Arbeit und ihre Qualitäten bekannter zu machen. 

Dazu bereichern etliche Studentinnen Kulmine mit ihrem Enthusiasmus, sowie mit frischem Wissen. Sie freuen sich, über die Möglichkeit Neues zu lernen, aber auch direkt selbstständig zu arbeiten und Projekte übernehmen zu dürfen. Allen gemein ist, dass sie die direkte Wertschätzung genießen, die sie von mir bekommen.
Da ich selber gerne spontan und flexibel bin, ist das auch für die Arbeitszeiten meiner Mitarbeiter:innen möglich! Auch das kommt allen entgegen. 

Manchmal müssen wir auch etwas länger warten, bis jemand passendes vom Himmel fällt. So auch vor einiger Zeit, als ich auf der Suche nach einer Person war, die flexibel an verschiedenen Stellen in Kulmine arbeiten könnte. Da rief eine junge Frau an, sie sei aus Osnabrück, ob sie denn direkt bei uns Kulmines kaufen könne. Ich sah sie dann vor dem Haus auf der Treppe sitzen und hatte direkt das Gefühl, dass es „funkte“. Sie sagte ein Paar intelligente und wache Sätze zu Stoffbinden und Nachhaltigkeit, und ich dachte mir: „Das ist aber ein wundervoller Mensch!“ Spontan fragte ich sie, was sie tut, woraufhin sie antwortete, dass sie Studentin sei. Und da sie, wie fast alle Student:innen einen Job brauchte, bekam sie diesen prompt. Schon in der kommenden Woche begann sie, Kulmine zu bereichern und sagte bald: Ich konnte mir vorher nicht vorstellen, dass es so einen tollen Studentenjob gibt! 

Meine eigenen Prozesse der Selbsterfahrung und die konstruktiv kritische Begleitung durch meinen Partner, machen es mir möglich, Menschen für das Team zu finden, die sich durch die Arbeit bei uns bereichert fühlen und gleichzeitig eine Wohltat für Kulmine sind. 

Neben dem Kernteam, gibt es viele Frauen, die ab und zu, um Teil des Teams zu sein, Texte korrigieren oder ganz neu schreiben, mal für ein paar Tage herkommen, um mitzuarbeiten, Kulmineberaterinnen in ihren Städten sein möchten usw. 

Ich bin äußerst dankbar für das Team und auf diese Art arbeiten zu können.

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Eine Sammlung von Problemen

​Zu der Zeit, als die Prinzessin die Eule kennen lernte, hätte man sie fragen können: Was ist dein Problem? Und sie hätte nicht gewusst, wo sie anfangen sollte.
So eine lange Liste! So viele Probleme, so schwer fühlte sich alles an!
So vieles war anstrengend, so vieles kostete mehr Energie, als die Prinzessin sie hatte. Und sie war sich damals so sicher, wenn nur dieses und jenes Problem nicht wäre, dann würde alles besser, alles anders sein. Dann wäre ein neues Leben möglich. Eines ohne Gedankenkreise und Sorgen, ohne schlaflose Nächte und ohne Angst. Nur das irgendwie immer etwas neues nach kam – ein Problem ging weg, fünf neue warteten schon auf sie. 

Das erste Gespräch mit der Eule

​All das alles würde sich nun, wo die Eule in das Leben der Prinzessin getreten war, langsam ändern – zum Glück!
Doch bevor das anfangen konnte, gab es viele Gespräche.
Das aller erste fand direkt an dem Abend statt, als die Eule zu Besuch gekommen war. Und zwar am Fenster, umweht von kalter Januarluft, über den beiden ein klarer Sternenhimmel.

Erst später lud das Mädchen die Eule ein, in ihren Turm zu kommen und an ihrem Tisch zu sitzen und sowieso tauchte die Eule immer genau dann auf, wenn das Mädchen sie brauchte. 

Für dieses erste Gespräch ist es nicht besonders wichtig, worüber geredet wurde – denn alles Wichtige wurde später immer wieder erzählt und die Unterhaltungen immer wieder zusammengewebt zu einem schönen Teppich aus Gesprächen und Wissen. Viel wichtiger war, was das Mädchen dabei spürte.
In diesem Gespräch schien es, als würde die Eule das Mädchen schon ihr ganzes Leben lang kennen. Es war sogar, als würde die Eule sie besser kennen, als sie sich selbst! Und dabei ließ die Eule sie in all dem, wie sie war, stellte fest, ohne zu werten und sprach mit ihr über die Sachen, die sie traurig machten, ohne anzuklagen. Vor allem aber schlug sie nicht vor, doch bitte einfach aus dem Turm zu gehen, wie das sonst manchmal vorgeschlagen wurde, von dem einen oder anderen gut meinenden Menschen. (Und wirklich, wenn es so einfach wäre, dann hätte das Mädchen es doch schon längst gemacht!)
Das alles brachte das Mädchen vor allem zum Weinen. Nicht weil die Eule besonders traurige Sachen zu ihr sagte, oder gemein war, sondern weil die Sachen, die sie zu ihr sagte, sie ganz tief in ihrem Inneren berührten. Auf diese Weise hatte noch niemals jemand mit ihr geredet und erstaunt merkte das Mädchen, wie sich etwas in ihr veränderte. 
Ihr Atem wurde tiefer, ihre Hände wärmer, ihr Körper fühlte sich leicht wie eine Feder an. In ihrem Kopf drehten sich keine Gedankenkreise mehr, sondern es war ein ganz leichtes und sanftes Rauschen zu hören. Sie hatte gar nicht gewusst, dass sich ihr Körper allein durch ein Gespräch so anders anfühlen konnte. Das Mädchen wusste in dem Moment nicht, woher die Veränderung kam, aber sie fühlte sich rund und komplett. Wie durchflutet von Freiheit saß sie da und war einfach zufrieden.
Wir können natürlich über den Grund nachdenken, wie das gekommen war. Vielleicht weil sie in diesem Moment sein konnte, wie sie war und vielleicht, weil sie sich vor dieser Eule kein bisschen verstellen konnte. Oder man kann das „vielleicht“ auch einfach wegstreichen. Genau deswegen fühlte sie sich anders, fühlte sich komplett und war da, ganz in diesem Moment. Sie konnte nur sein, wer sie war, denn die Eule bemerkte es sowieso, wenn sie versuchte einen Schleier über etwas zu legen oder etwas zu verstecken. Dabei merkte sie auch, dass das nicht notwendig war, denn die Eule nahm alles was sie war, alles traurige, dunkle, blöde ganz anders wahr als sie.
Für die Eule, war das Mädchen komplett und schon mit allem ausgestattet, was sie brauchte, um in sich ruhend Glück zu erleben und zufrieden durchs Leben zu gehen. Für die Eule gab es nichts zu ändern und sie fragte auch nicht danach. Aber sie legte dem Mädchen ein besonderes Angebot dar. Die Möglichkeit ihren Umgang mit All dem was sie schwer fand, neu zu gestalten.

Das alles wusste das Mädchen in diesem Moment aber natürlich noch nicht!
Das würde später kommen. Für den Moment reichte es dem Mädchen, sich endlich mal wieder einfach gut zu fühlen, keine düsteren Gedanken in ihrem Kopf zu spüren und sogar durch die Tränen hindurch ein bisschen die Eule anzulächeln und tiefe Dankbarkeit für dieses Wesen vor ihr zu spüren.

Doch jedes Gespräch findet irgendwann ein Ende und deswegen erhob sich die Eule in die klirrende Nachtluft und lies das Mädchen nachdenklich und etwas verwirrt an ihrem Fenster zurück.


Zur ersten Eulengeschichte

Tofu aus Kichererbsen

​Vor kurzem wurde Petra ein Rezept für Kicherebsentofu aus Wien zugeschickt. 
Und als wir das letzte Mal zu dritt beisammen waren, wurde es dann schon erfolgreich getestet! 

​Das Rezept findet ihr auf diesem Blog:  Klick
Genießerisch haben wir die panierte Version zu etwas Gemüse gegessen.
Nicht so überzeugend fanden wir es hingegen pur in einem Gemüsegericht, das relativ viel Flüssigkeit hatte – der feine Geschmack ging dadurch leider verloren. 

Zum Panieren entspann sich dann auch einer der lustigen Kulmine-Küchenmomente: Denn während ich meditativ jeden Würfel einzeln panieren wollte, juckte es Petra in den Fingern, sie alle auf einmal in das Paniermehl zu schmeißen und durch ordentliches Mischen zum absolut gleichen Ergebnis zu kommen.
Wir einigten uns dann darauf, dass es wichtig ist, dass Menschen wissen, dass es die Möglichkeit für dieses schnellere Kochen gibt, und solange ich die Muße habe mich einzeln um jeeeden einzelnen Würfel zu kümmern, dann mache ich das (solange Petra mich lässt).

Die Würfel sind übrigens feucht genug, dass Paniermehl einfach so dran kleben bleibt. Es braucht also kein Ei oder Milch als Grundlage. 


Von morgens bis abends von Kulmine umgeben

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Ich wache auf und neben mir liegt ein grünes Kissen aus Kulminestoff, gefüllt mit Stoffresten. An meinen Füßen liegt (zumindest im Winter) eine Wärmflasche mit einem Bezug aus Kulminestoff. Ich stehe auf und …

​… schlüpfe in meine bereit gelegten Kleider. In der Unterhose liegt schon die Kulmine-Slipeinlage, die mich den Tag über begleiten wird. 

Ich wische meine Flächen in der Küche und benutze dafür ein Haushaltstuch aus Stoff, ein Stoffrest dient mir als Küchenpapier. 

Wenn ich kurz gegen Staubmäuse angehen will, flitze ich mit dem Wischer und einem drunter angebrachten Haushaltstuch durch die Wohnung. 

Mit meinen Katzen spiele ich, indem ich aus langen Stoffresten einen Zopf geflochten habe. 

Abends schminke ich mich ab, mit meinem Kosmetikpad aus schmeichlerischem Molton und hüpfe zurück in mein Bett.


Die Kraft des Ja.

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Letzte Woche haben Mela und ich uns telefonisch, gemeinsam der Buchführung gewidmet. Jedenfalls dem Vorsortieren, bei dem wir noch nebenbei reden konnten. Buchführung löst in uns beiden Aufschiebetendenzen aus, die nur unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Es gemeinsam zu tun, hatte den Sinn, dass wir dran blieben und nicht viel anderes lustvolleres machen wollten, außer dabei ein bisschen reden. Da wir mit Aufschiebeenergie beschäftigt waren, kamen andere Dinge zur Sprache, die wir aufschieben oder gerne mal machen würden und doch nicht tun.
Manche, wie ein voller Ablagekorb mit allem möglichen drin, lagen mir vor der Nase. Anderes sprach Mela an, zum Beispiel, dass sie kaum noch Zeitschriften liest. Darüber hatte ich in der letzten Zeit auch immer mal wieder nachgedacht. Meine Idee dazu war, mir immer eine Zeitschrift auf mein Stehpult zu legen.
Denn: Ich will nicht nur öfter Zeitschriften lesen, sondern auch öfter stehen.
Meine Ergebnisse des Gesprächs sind: Eine fertige Buchführung über die fällige Zeit hinaus, eine Zeitschrift wurde schon am Stehpult gelesen, die zweite liegt begonnen dort. Der Ablagekorb (von den letzten vier Monaten) ist zur Hälfte bearbeitet. Alles Dinge, die ich schon länger machen wollte.
Heute dachte ich darüber nach, was das Prinzip dahinter ist.
Wieso ging das so plötzlich und zwar ganz leicht und ohne Widerstand beim Ablagekorb?

​Nina mit ihrem erfolgreichen Wandel fiel mir ein und Henk, der mich viele Jahre lang auf die Kraft des Ja hingewiesen hat und mir immer wieder mein Nein spiegelte. Da sind Prinzipien zu sehen, die uns in den Lebensfluß bringen können oder im Stau stehen lassen.
Nina hat über Jahre viele innere und äußere Streits, Widerstände, Staus und Graus offen gelegt. Sie hat sich mehrere Orte geschaffen, an denen sie nichts verstecken muss. Schonungslos offen ist sie, bis ins Detail.
Dazu lernte sie irgendwann Henk und mich kennen und konnte sich auf noch ganz anderen Ebenen zeigen. Sie lernte für ihr Innenleben und das Verhalten in der Welt, ganz neue Sichtweisen und Möglichkeiten kennen. Nach und nach reduzierten sich die Verurteilungen des eigenen Verhaltens sowie das anderer Menschen.
Sich selbst grundsätzlich in der individuellen Wesentlichkeit zu erkennen und mit Liebe zu betrachten, macht es möglich auch die „Dreckecken“ anzuerkennen und zu klären.
Nina hatte sowieso ein großes Ja zum Leben, doch war es verheddert mit den tausend kleinen Neins. Inzwischen ist das Ja an erster Stelle und ermöglicht auch ein klares Nein, wenn es nötig ist. 

Zurück zu meinem Ablagestapel und dem Stehpult. Was war geschehen? Ich hatte meine Wünsche und Widerstände ausgesprochen, dadurch ans Licht geholt und mit meinem generellen Ja kam die Bewegung zum gewünschten Ziel.
Dass es irgendwann so einfach ist, verstand ich dann heute nochmal auf andere Weise. Das Ja zu dem Wunder des Lebens, zu wie man ist, zu seiner Geschichte, macht ein glückliches Leben möglich. Keines das auf rosa Wolken schwebt, sondern eher auf einer Regenbogen Achterbahn. 😉
Denn das Ja ist bedingungslos, was den Fluss des Lebens betrifft. Es ist auch da, wenn wirklich konstruktiver Widerstand angesagt ist: Gegen Ungerechtigkeit, Lüge und Machtmissbrauch zum Beispiel. Ich habe sehr lange gebraucht, um zu verstehen, was Henk mit dem großen Ja meint. Heute bin ich ihm unendlich dankbar dafür, dass er mir immer wieder gespiegelt hat, dass ich mir doch eigentlich ein besonders großes JA erhalten konnte und trotzdem oft das Nein voranstellte. 

Nina ist da sehr ähnlich und doch komplett anders. Aber das Prinzip bleibt gleich. Das Ja suchen und wenn es gefunden ist: Es immer wieder bestätigen. Das Nein da sein lassen und offen legen. „Fehler“ machen dürfen. ‚Try and error‘ erlauben. Verantwortung übernehmen für sein Leben und anderen keine Macht über sich geben, ist ein Ergebnis, wenn man diese Prinzipien lebt. 

Mela geht, obwohl auch mit uns verbunden, einen ganz anderen Weg als Nina und ich. Warum? Weil sie ganz anders ist und was anderes braucht. Welchen Weg man findet, ist nicht so wichtig.
Wichtig ist, dass er zu Selbstverantwortung und in den individuellen Fluss des Lebens führt. Ist das ansatzweise geschehen, wird der Alltag auch wundervoller im wahrsten Sinne des Wortes. 

Henk hat früher oft zu mir gesagt: „Du übernimmst keine Verantwortung“ und das obwohl ich so viel Verantwortung trug. Was er meinte, ich damals aber nicht verstand: Dem Selbst antworten. Nach Innen gehen und der innersten Wahrheit folgen. Wer bin ich, was brauche ich?
Man landet bei Selbst-Verwirklichung, die oft als unpolitisch oder privat belächelt wird. Sie ist aber höchst politisch, weil sie Menschen wach werden lässt zu ihrem Potential und selbst verwirklichte Menschen sich nicht fremd bestimmen lassen. Und, sogar die Buchführung samt Ablagekorb wird erledigt!