Rückschau auf den MHday 2016

​Der heutige Blogpost guckt nochmal in das letzte Jahr zurück – diesmal aus der ganz persönlichen Sicht von Petra, Nina und Mela! Und im Anschluss daran gibt es außerdem noch eine Zusammenfassung unseres Chats, zu dem wir am Abend eingeladen hatten.

Nina: Was mich am meisten beeindruckt hat, war das starke Gefühl der Vernetzung und der Verbundenheit mit all den anderen Menschen, die an dem Tag Projekte durchgeführt haben. Für mich war das ein großes Gefühl der gemeinsamen und positiven Ausrichtung auf einen wertschätzenden Umgang mit Menstruation. 

Petra: Letztes Jahr hatte ich erst wenig Erwartungen in den Tag, doch als er sich entfaltete, war ich positiv überrascht darüber, wie viel weltweit bewegt wurde.
Deswegen war gar keine Frage, dass Kulmine dieses Jahr wieder teilnimmt! 

Mela: Ich hatte vor allem große Freude am Vorbereiten und Gestalten der Kampagne … 
Als alles fertig war, habe ich mich nur zufrieden zurückgelehnt und genossen, wie sich der Tag entfaltet und sich Nina und Petra freuen. Besonders fand ich, wieviel berührende Resonanz von den Leserinnen kam. Abgerundet wurde der Tag für mich durch eine Chatrunde, die Nina und ich zusammen gemacht haben. 

Interessanterweise entwickelte sich die Chatrunde in genau die Richtung, die der diesjährige Mhday 2017 für Kulmine hat. Die Frauen, die dabei waren, berichteten von ihren Erfahrungen in der Schule und den Erlebnissen, die sie dort mit der Menstruation hatten: Sportlehrer und Menstruieren in der Schule 

Chatprotokoll 2016, kleine Zusammenfassung aus dem #bloodymary-Chat 

Es hatte sich recht pünktlich eine gemütliche kleine Runde zusammengefunden, mit einem hohen Anteil von Frauen aus einem Frauenforum. Und auch wenn man denken könnte, so Forinen aus einem Forum, das sich viel mit Verhütung und Menstruation beschäftigt, die haben doch bestimmt alles durchgequatscht zum Thema Mens … aber dann wurden immer noch mehr neue Geschichten erzählt!
Alles fing an mit dem Thema Menstruation und Schule. Das war für viele doch ein prägendes Erlebnis. Unabhängig voneinander erzählten mehrere von fehlenden Mülleimern und von fehlendem oder rationiertem Klopapier. Das musste dann im Flur abgewickelt werden, damit jeder sehen konnte, wie viel man mitnahm in die Toilette. „Damit die Leute keine Klopapierkunst machen.“
Besonderes Problem schien die Frage nach Attesten oder Entschuldigungen gewesen zu sein. Zur Mens die Eltern darum zu bitten, kam einigen gar nicht in den Sinn, auch wenn sie sich zur Mens kraftlos gefühlt haben oder starke Krämpfe hatten. Und bei manchen Lehrern – selbst Sportlehrern – haben solche Entschuldigungen trotzdem nicht vom Sportunterricht befreit.
Was einigen noch in Erinnerung war, dass meist viel zu wenig Zeit für Duschen und Umziehen vorgesehen war, was natürlich noch weniger Zeit für die Schülerinnen bedeutete, die zusätzlich noch mit der Versorgung von Blut zu tun hatten. Scham war also ein großes Thema.
Eine Teilnehmerin meinte: „Da lernt man schon als Kind, dass das nichts normales ist, dass man es verheimlichen muss, dass man nicht ernst genommen wird …“ Die damalige Situation in der Schule wurde dann so zusammengefasst:
„Die Toleranz fehlt – am Ende leiden die da drunter, denen es wirklich schlecht geht mit der Mens.“

Aber wie kann sich an solchen Situationen etwas ändern?
Mela hatte schließlich die Idee, für Schüler:innen, Lehrer:innen und Schulen spezielle Texte für eine mensfreundliche Schule anzubieten – ausgerichtet auf einen wertschätzenden Umgang mit der Menstruation. Also haben wir genau das gemacht!
Herausgekommen ist dann ein ganzes Aktionspaket zum Downloaden. Das umfasst vorgeschriebene Entschuldigungszettel und auch einen Brief mit dem Mädchen auf Probleme in den Toiletten (z.B. fehlende Mülleimer) aufmerksam machen können. Außerdem gibt es eine Checkliste für mensfreundliche Schulen, ein Plädoyer für Lehrer:innen ihre Schüler:innen während des Unterrichts auf die Toilette zu lassen und ein ganz besonderes Manifest.
Und schon am Wochenende kannst du dir die Texte selbst anschauen, runterladen und weiterreichen!

Ergänzung: Die Downloads sind mittlerweile schon hochgeladen.


2 Antworten auf „Rückschau auf den MHday 2016“

  1. Das ist eine wunderbare Idee und hätte mir in der Schulzeit damals sehr geholfen. Im Endeffekt wäre es toll, wenn es irgendwie die Möglichkeit gäbe, Mensprodukte auf der Toilette für Notfälle zur Verfügung zu stellen. Wie das genau aussehen könnte, weiß ich nicht; es ist ja auch eine Kostenfrage. Das hätte vielen Schülerinnen – auch mir – erspart, sich Klopapiernester in den Unterhosen zu bauen, die dann wieder durchweichen und kleben bleiben. Oder – zwar nicht in Auflösegefahr, aber kratziger – die Papierhandtücher zu verwenden. Auf jeden Fall ein toller Schritt in die richtige Richtung. Ich werde Freund:innen darauf aufmerksam machen, die an Schulen unterrichten.

  2. Hallo liebe Laura,
    Notfallprodukte direkt in der Schultoilette wäre großartig, aber ist vermutlich erst der nächste Schritt. Aber ich kenne es aus vielen WGs und in manchen Büros habe ich das schon gesehen.
    Von daher ist das super, wenn du das Paket an alle Stellen weiterreichst, von denen du denkst, dass es hingehört. :·) Je mehr Schulen da mitdenken, desto besser.

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